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Die christliche
Theosophie
oder
Christuslehre in göttlicher Beleuchtung der Wahrheit
Christlich-theosophische Schrift 73 — 1905 —
Empfangen vom Herrn und herausgegeben von Franz Schumi
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Die christliche
Theosophie
oder
Christuslehre in göttlicher Beleuchtung der Wahrheit
Christlich-theosophische Schrift 73 — 1905 —
Empfangen vom Herrn und herausgegeben von Franz Schumi
Rudolf R. Hoff Verlag für geistige Literatur Mühlenweg 21, D 53902 Bad Münstereifel
Telefon
Email: info@verlag-hoff.de
+ Die Aufklärung des Herausgebers
Beim Durchlesen des Buches wird man bemerken, daß es nicht fortlaufende Daten hat, sondern daß die Diktate zu verschiedenen Zeiten gegeben wurden. Dieses rührt daher, weil ich damals das eine oder andere Diktat erhielt, wann ich darum bat und dafür in einer richtigen Gemütsstimmung war, weil sie eben damals so erfließen konnten. Denn das Medium muß in einer richtigen Verfassung sein, um schöne und reine Diktate zu erhalten: "Um was ihr den Vater bitten werdet, das werde Ich euch geben." Und also geschah es auch hier. — Mit diesem Buche haben wir endlich die ganze Lehre der christlichen Theosophie beisammen und in einem so großen Lichte, wie es bisher noch nicht dagewesen. Wir haben zwar viele Bücher, aber alle diese zu lesen ist für die Meisten zuviel; denn es fehlt ihnen an Zeit zum Lesen und an Geld, um sich die Bücher anzuschaffen. Mit unserer Sammlung Nr. 71, 72 und 73 ist das Wichtigste erlangt. Daher, liebe Brüder und Schwestern, verbreitet diese 3 Bücher hauptsächlich wegen der Lehre, die darin vorkommt! Wir müssen unseren Vater Jesus genau kennen, denn das ist Sein Wunsch, und das belehrt uns das Buch "Christus und die Bibel" Nr. 71. Wir müssen wachen und beten, da der Vater auf das ein besonderes Gewicht legt, und weil wir dadurch auch mit Ihm sprechen, dafür ist uns das "Gebetbuch" Nr. 72 gegeben. Mit dem vorliegenden Buche Nr. 73 haben wir endlich das Wichtigste unserer christlich-theosophischen Lehre beisammen und in einem so schönen und hochgeistigen Lichte gegeben, daß wir nicht genug dem lieben Vater dafür danken können. Hiermit haben wir 3 Bücher beisammen, die uns befähigen, das Höchste schon auf Erden zu erreichen, wenn wir genau nach dem Wortlaut dieser Lehren leben.
In Liebe und Ergebenheit Eurer Bruder Franz Schumi.
Zürich, 19. Januar 1905.
1. Vorwort des Vaters Jesus. 1902, 7. September, Graz. Vater Jesus gibt die Aufklärung, welcher Glaube der echte ist, und von wem und durch wen er den Menschen mitgeteilt werden muß, daß er zum Heil und Segen gereicht. 1. Die Menschen wollen eine Religion haben, denn das ist begründet in ihrem inneren Wesen, weil sie Mein göttlicher Geist im Herzen der Seele dazu animiert. Allein die Menschen dürfen sich nicht selbst eine Religion konstruieren, sondern diese muß von Mir ihnen gegeben werden, dann ist sie göttlich! 2. Wenn die Menschen eine Religion aufstellen, dann ist sie dogmatisch, weil Menschensatzungen darin herrschen, welche den Dogmenmachern Geld, Ehre und Herrschaft von den, durch solche Menschensatzungen Beeinflussten eintragen. Daher müsset ihr wohl unterscheiden, was aus Mir und was aus Menschen-Weisheit herstammt. 3. Die Religionen aller Völker sind durch Menschen entstanden und sind daher mehr oder minder unzuverlässig. Wohl befinden sich darunter Satzungen, die Meinen göttlichen Prinzipien entsprechen, aber mit diesen guten Lehren ist auch rein menschliche Wissenschaft und Weisheit künstlich verwoben und zur Gotteslehre erhoben worden. 4. Es ist wahr, daß in jeder von den Menschen aufgestellten Religion auch Ethisches vorkommt, aber dieses ist durch andere Moralsätze so herabgedrückt, daß durch das Menschliche das Göttlicherhabene leidet und nicht gehörig gewürdigt wird. Außerdem gibt es in allen von Menschen gestifteten Religionen so große Mängel und Lücken über das gesamte okkulte Leben, daß ihr in sehr vielen Problemen oder dunklen Fragen keine klare und reine Aufklärung erlangen könnet. 5. Über diesem Allem steht die christliche Theosophie, welche kein dogmatisches Menschenwerk ist, sondern die ganze, sehr bedeutende Literatur der christlichen Theosophie ist reine, göttliche, direkt von Mir diktierte und von Meinen medialen Schreibern nach den Diktaten aufgeschriebene Lehre, wie sie dieselbe nach ihrer inneren geistigen Entwicklung erfaßten. — In dieser Lehre wird nicht von Menschen erzählt, was sie erlebt, gesehen oder gehört haben, sondern in den Büchern der neuen, — richtigen christlichen Theosophie, da sie nicht neu, sondern aus Meinen Lehrjahren und wie Ich — von Ewigkeit her — ist, somit alt, — spreche Ich allein in erster Person mit "Ich". — Daraus mag jeder vernünftige Mensch ersehen, daß in der christlichen Theosophie vollkommene und reine Wahrheit sein muß. Denn wer dem erkannten Gottesworte widerstreitet und sagt: Das ist nicht wahr, Gott verkehrt mit gewöhnlichen Menschen nicht und Ähnliches, der muß auch jeder anderen Religion, und zwar mit viel größerem Rechte, die Berechtigung der Wahrheit absprechen, weil in keiner alles wahr ist, sondern in jeder sich viele Hypothesen und dunkle Andeutungen vorfinden. 6. Was das theosophische Gebiet betrifft, welches Meine Gotteslehre beherrscht, so sind nur die direkten Worte oder die sogenannten Diktate Gottes oder Vaterworte maßgebend, und auf diesem Grunde und Boden ist euch eine vollwahre Gotteslehre vorgelegt, welche freilich nicht mit den von Menschen gegründeten in Allem übereinstimmt, aber den Vorzug hat, dass der Mensch nicht um sein Seelenheil in irgend einer Weise betrogen wird, sondern es wird ihm ein klarer Wein eingeschenkt, aber mit voller Freiheit angeboten: trinke vom Borne des ewigen Lebens! — denn es bringt dir Heil und Segen. Willst du es nicht, so warte Ich solange auf dich, bis du zur Vernunft kommen, einsehen und ausrufen wirst: O, wehe! mein Unglaube hat mich von Gott, meinem lieben Vater, in die Ferne gestoßen, und hat mich, wie den verlorenen Sohn, bis zu meiner jetzigen Einsicht Hunger und Durst leiden lassen. — Nun gehe Ich zur zweiten Aufklärung über. 7. Ich sagte oben: Wenn die Menschen die echte Religion haben wollen, so muß sie ihnen von Gott Selber übermittelt werden, denn sonst ist sie Menschensatzung und keine Religion. Daher muß es auch Menschen geben, mit denen Ich als Gott verkehren kann, wie Ich im alten Testamente mit Moses und den Propheten verkehrt habe. Allein ihr seid durch eure Priester, weil sie selber nicht nach Meinen Geboten leben und Ich deshalb keinen Verkehr mit ihnen pflege, falsch belehrt, daß Gott mit gewöhnlichen Menschen nicht verkehrt. 8. Bei Mir gibt es nicht gewöhnliche und ungewöhnliche Menschen, sondern, wer Meine Gebote respektiert, danach lebt und handelt, der ist Mein Kind, mit dem Ich dann verkehren und ihm Worte der Liebe und Ermahnungen an alle Meine Kinder geben kann. Daher muß Ich euch eine kleine Belehrung in dieser Beziehung zukommen lassen: 9. Ihr wisset, daß kein Vater sich Seiner Kinder schämt, sondern jeder rechtmäßiger Vater liebt Seine Kinder und fühlt sich glücklich, wenn er recht fröhlich mit ihnen verkehren kann. Wenn aber schon ein irdischer Vater so lieb und weise mit seinen Kindern umgeht, warum soll Ich, als der eigentliche Allvater der Menschenkinder, minder weise, minder liebreich als ein irdischer Vater sein? Warum soll Ich nicht verkehren mit Kindern, die Mir folgen und Meine Liebesgesetze erfüllen? und warum soll Ich Mich nicht kümmern um die übrigen Kinder, welche Mich noch suchen oder suchen sollen? Wie könnte Ich Mich überhaupt "Vater" heißen lassen, wenn Meine Kinder Mir zu gering wären, um mit ihnen zu verkehren, sie zu leiten und mit ihnen zu sprechen? 10. Sehet, liebe Kinder, nicht euer irdischer Vater ist der rechte Vater zu euch, sondern Ich, der große Jehova Zebaoth, bin der geistige Vater eurer Leiber, denn die Stoffe, woraus das Blut zum Leibesfleische gebildet wurde, habe Ich erschaffen und zu dem Zwecke wachsen lassen, und wieder war nicht der Magen der Bilder oder Ausscheider der Lebenssäfte zur Bildung des Blutes, sondern der große Chemiker, den Ich dazu aufstellte, nämlich die Seele. Ohne daß Ich die Seele bei der Zeugung gebe, kann aus dem Elternsamen nichts entstehen; wäre dieses nicht der Fall, so müßte auch jede Begattung eine Zeugung sein! Und drittens, der eigentliche Zentralkern des Menschen ist doch der Geist, denn ohne diesen kann nichts entstehen noch bestehen. Dieser Geist im Menschen aber bin Ich Selber! — 11. Ich frage euch, liebe Kinder, darf Ich mit Mir in eurem Körper nicht reden? Darf Ich dieses Kindlein Jesus in euch, das Ich aus Mir gegeben, nicht als solches lieben, und euch durch dieses Ich leiten und zu Mir ziehen?! 12. Einst nannte man solche Kinder, die Gottes Gebote befolgten und mit denen Ich zu den Menschen sprach, Propheten; heutzutage heißen sie Knechte, Mägde, Vatermedien, und Gottesmedien (Vermittler zwischen Gott und den Menschen). Es sind das hohe Geister, Engel, Erzengel und überhaupt reinkarnierte Kinder aus Meiner Kinderschar, aus dem Liebehimmel, und aus verschiedenen Sternen- und Sonnenwelten herstammend, die sich durch besondere Liebe zu Mir auszeichneten, und die aus Liebe zu Mir um die Inkarnation und Reinkarnation baten, um Mich bei Meiner jetzigen Wiederkunft als Werkzeuge Meiner Vaterliebe zu den Menschen zu erwarten und zu begrüßen. 13. Die Medien sind Träger Meiner Liebe zu euch Allen! Befolget die Lehren, die Ich euch durch sie gebe, daß auch ihr zu Mir kommet und euch freuet des Vaters, Der so liebreich für euch sorgt, durch Pflege und Leitung eures geistigen Ichs. Denn nicht das Wissen, sondern das Leben und Handeln nach Meinen Lehren macht euch zu Meinen lieben Kindern, mit denen Allen Ich dann wie mit den Medien verkehren will. 14. Vergesset nicht Meines Wahrspruches: Niemand kommt zum Vater, wenn nicht durch Mich! — Ich, Jesus, als die göttliche Weisheit, aus der göttlichen Liebe stammend — leuchtete euch durch Liebe und Demut und zeigte euch durch Sanftmut, Geduld, Keuschheit, Friedensliebe und Selbstlosigkeit den Weg zum Vater: das heißt "zur Liebe in Gott". Also, durch Meine Tugenden kommt ihr zum Vater, nie aber durch die Verstandesweisheit der Welt, das merket euch als Kinder des großen Gottes Jesus Jehova Zebaot. Amen.
2. Widersprüche der Bibelbuchstabenchristen gegen das Vaterwort. 1900, 2. Januar, Graz. Vater Jesus klärt verschiedene Bibelstellen auf, die sich auf göttliche Gebote und Lehren beziehen, und warnt vollernst die Bibelchristen, daß sie gegen das aufklärende Vaterwort nicht Opposition machen und Gott in Seinen Schreibmedien keinen Schwindler, Betrüger, falschen Propheten, Gotteslästerer und Wahnsinnigen heißen sollen, wie das bisher vielfach geschehen ist. — 1. Nun wollen wir noch einige Stellen der Bibel besprechen, welche vielseitig unrichtig aufgefaßt und ausgedeutet werden. Wir fangen mit Moses an und gehen weiter zu den Aposteln, um das richtige Verständnis der Bibel zu fördern, nämlich: 5. Moses 4,1-2: 2. Und höre, Israel, die Gebote und Rechte, die Ich euch lehre (sind dafür gegeben worden), daß ihr sie tun sollet, auf daß ihr lebet, und hineinkommt, und das Land (der Verheißung) einnehmet, das euch der Herr, eurer Väter Gott, gibt. 3. Ihr sollt (zu den zehn Geboten und göttlichen Lehren) nichts dazu tun, das Ich euch gebiete, und sollet auch nichts davon tun; auf daß ihr bewahren möget die Gebote des Herrn, eures Gottes, die Ich euch gebiete. 4. Es fragt sich, was wollte Moses in diesen zwei Versen Geistiges sagen? Nun kann Ich, da er aus Mir geschöpft hatte, euch die gewünschte Nachricht darüber geben, ja, wenn ihr die Verse genau leset und nachdenket über den Sinn des Gebotes, so muß euch sogleich ein helles Licht aufgehen, daß es sich hier um nichts anderes handelt, als um die Erfüllung der zehn Gebote, auf daß ihr lebet im Geiste der Liebe zu Gott und zu dem Nächsten, damit ihr das Land der Verheißung einnehmet, welches ist der Himmel, den Ich für euch vorbereitet habe. 5. Der zweite Vers sagt euch, daß ihr zu den zehn Geboten nichts dazu tun und auch nichts davon tun sollet. Das heißt doch klar, daß ihr die zehn Gebote nicht nach eurem Gutdünken falsch auslegen und deren Sinn verdrehen, sondern strikte erfüllen sollet! Nun aber habet ihr Alle, wie Ich euch in der heiligen Dreieinigkeit und auch hier in der Aufklärung über die zehn Gebote dargetan habe, recht viel davon und recht viel dazu getan und stehet als sehr arge Übertreter gegen die zehn Gebote da. Wie Ich aber einst zu den Pharisäern sagte: Wer sich rein fühlt, der soll den ersten Stein gegen die Ehebrecherin erheben; und also sage Ich euch: Wer sich rein fühlt von der Übertretung der zehn Gebote, der soll öffentlich seinen Namen vor der Welt nennen! damit die Welt den göttlichen Helden kennt, der so rein wandelt, wie Ich euer Gott in Christo wandelte! Das will dass nichts dazu und nichts davon tun im geistigen Sinne bedeuten. 6. Im materiellen Sinne bedeutet es aber, daß man das Gesetz bis zum letzten Punkte erfüllen soll, wie es gegeben worden ist und wie Ich es euch hier klar auseinander gesetzt habe. 7. Wenn ihr das christlich-theosophische Gebetbuch, die heilige Dreieinigkeit und die christliche Theosophie leset, worin Meine Gebote aufs Höchste erklärt sind, so werdet ihr finden, daß ihr alle unter der Anklage der argen Übertretung steht, daß ihr sehr viel zu Meinen zehn Geboten getan und auch sehr viel davon getan habet: Dazu habet ihr getan, indem ihr euch erlaubet so viele Sünden zu begehen, die dort verboten sind und ihr euch sorgenlos beweget, als wäret ihr sündenrein; — davon getan habet ihr viel, weil ihr die zehn Gebote nicht berücksichtiget, um sie zu erfüllen; ihr habet sie größtenteils weg getan, indem ihr materiell und in Sünden lebet, was gegen Meine Gebote verstößt. Das ist der Sinn des Verbotes Mosis im fünften Buche, viertes Kapitel, erster und zweiter Vers. 8. Nachdem wir Moses nach seinem Grundsinn erfaßt haben, führe Ich euch in die Gebote des Neuen Testaments und also höret, was Ich durch Meine Apostel verbiete: Matthäus 5,17-20 9. Ihr sollet nicht wähnen, daß Ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 10. Denn wahrlich, Ich sage euch: Eher würde Himmel und Erde vergehen, als daß der kleinste Buchstabe oder der mindeste Punkt vom Gesetze verginge, bis alles geschieht. 11. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute anders, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich: 12. Denn Ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser als die der Schriftgelehrten und Pharisäer wird, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. 13. Der erste Vers sagt euch, daß Ich als Messias nicht gekommen bin, das Gesetz, durch Moses gegeben, aufzuheben, sondern es zu erfüllen. Wenn ihr nun den Beweis darüber haben wollet, so leset Mein Originalevangelium Nr. 11 bis 21 der christlich-theosophischen Schriften, oder doch den kleinen Auszug davon im Neuen Testament, denn alle diese Lehren, die Ich da gab, sind nichts als Detail-Erklärung der zehn Gebote. 14. Der zweite Vers (18) sagt euch, daß eher Himmel und Erde vergehen werden, bevor der kleinste Punkt von Meinem Gesetze vergehe, denn es muß alles früher erfüllt werden, bevor eine Änderung eintritt. Dasselbe berichtet auch der Evangelist Lukas: Lukas 16,17: 15. Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel vom Gesetze falle. Ferner: Matthäus 24,35 / Markus 13,31 / Lukas 21,33: 16. Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen. 17. Diese Stellen aus den Evangelien besagen euch, wie ernst Ich Mein Gesetz gegeben habe und wie ernst Ich darauf bestehe, daß es erfüllt werden soll. 18. Der dritte Vers (19) gebietet euch Meine Gebote so zu erfassen, zu lehren und zu erfüllen, wie Ich sie gegeben habe! Allein, Meine Gebote waren bisher schwer zu verstehen, weil sie sehr kurz und geistig gegeben sind, da sie die Evangelisten im Sinne der geistig Geweckten, welche sie durch das prophetische innere Wort (II.Petr1,19; Paulus Gal 1,11.12) zu erklären hätten, (Lies I. Kor.14) niedergeschrieben haben. Dieser Vers wendet sich gegen alle diejenigen, welche bisher die Bibel nach ihrer Verstandesweisheit erklärt haben, ohne dazu das prophetische innere Wort, oder die Feuertaufe Meines Geistes zu haben. Alle diese stehen unter dem Gesetze als Fälscher und Verdreher des Grundsinnes des neuen und alten Testaments, — daher stimmt die Auffassung der Bibelworte nach eurer Erklärung mit Meiner nicht! — und weil es nicht nach eurem Sinne, nach eurer falschen Aufklärung stimmt, berufet ihr euch auf die von euch mißverstandenen Bibelverse und heißet Mich euren Gott und Vater Jesus einen Ketzer, Schwindler, Betrüger, Gotteslästerer und Wahnsinnigen durch Meine Schreibmedien; denn ihr werdet doch nicht behaupten wollen, daß die Propheten, Apostel und Evangelisten auch Mich darunter meinten, als sie von wegnehmen, dazutun und anders lehren sprachen!? Das ging einzig und allein bloß die an, welche seit den Zeiten der Apostel bis heute die Bibel falsch auffaßten, falsch erklärten und falsche Lehren predigten, — Ich als Gott kann unmöglich darunter verstanden werden! 19. Hier paßt der Vers 20 ganz genau auf solche Frevler gegen Mich, welche in ihrer Geistesfinsternis nicht mehr den Namen Gott oder Christus, Der in christlich-theosophischen Schriften in erster Person Ich — spricht, von einem Menschen unterscheiden, der in Demut und Liebe Mir dient und Mir das tut, was Ich ihm sage. Ja wahrlich, wahrlich sage Ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit und euer Vorgehen nicht besser werden von nun an, wie es bis jetzt war, so werdet ihr das Schicksal der Pharisäer und Schriftgelehrten teilen, welche auch die Schrift verdrehten, wie ihr und eure Bibellehrer und Prediger. Ich sage nichts, wenn man es unwissend tut, ihr aber tut es wissentlich, denn Meine Worte sind klar und deutlich, und es streift euer Widerspruch schon an die größte Sünde — das Widersprechen gegen den heiligen Geist der Wahrheit! 20. Als Ich, Christus, das sterbliche Kleid eines Menschen trug, sagten die Pharisäer, daß Ich mit Hilfe des Belzebub, des Obersten der Teufel, die Teufel austreibe und Wunder wirke; — nun erlaubet ihr euch Meine Schreiber, durch die Ich wirke und euch Vorschriften gebe, zu Teufeln der Hölle zu stempeln, indem ihr euch erkühnet, diese als grobe Frevler an Meinem hochheiligen Namen zu kennzeichnen, da ihr sie als falsche Propheten bezeichnet, die sich erfrechen, durch Mißbrauch Meines göttlichen Namens, ein falsches Prophetentum zu predigen, indem ihr Bibelzitate gegen sie anführet, welche alle gegen euer eigenes falsches Prophetentum gekehrt sind! — 21. Nun gehen wir weiter, um zu sehen, was Mein Liebling zu Meinem Gunsten schreibt. Seine Worte lauten: Johannes 21,25: 22. Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eines nach dem anderen geschrieben werden, achte Ich, die Welt würde die Bücher nicht begreifen, die zu beschreiben wären. 23. Dieser Vers klärt euch auf, daß Ich zu Aposteln und geistig vorgeschrittenen Menschen noch ganz was anderes sprach, was ihr in dem Neuen Testament findet. Es steht aber nicht dabei, daß es Mir verboten ist, je im Laufe der Zeiten das den Aposteln, den Jüngern und den damals Mir Zuhörenden Geoffenbarte, auch Meinen Kindern zu offenbaren, wenn sie geistig vorgeschrittener werden, als damals die große Masse des Volkes war. 24. Die Lehren, die Ich damals gab und die Wunder, die ich wirkte, und die nur erwähnt, aber nicht im neuen Testamente aufgezeichnet sind,(Joh 20,30: Jesus tut aber noch viel andere Zeichen oder Wunder vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche des Evangeliums im Neuen Testament) dieses findet ihr in dem großen Evangelium, das Ich durch Jakob Lorber schreiben ließ, aufgezeichnet, weil die jetzige Generation geistig höher stehet, als sie zu Meinen irdischen Lebzeiten stand. 25. Daß ihr diese Lehren des Großen Evangeliums für Ketzerei, falsches Prophetentum, Betrug, Schwindel, spiritistische Mitteilungen, Gotteslästerung, Wahnsinn usw. haltet, beweiset deutlich genug, daß ihr noch nicht soweit geistig vorgeschritten seid, um diese Speise verdauen zu können, weil ihr die Wahrheit von der Lüge nicht zu unterscheiden vermöget, da ihr die Wahrheit für Lüge und die Lüge für Wahrheit haltet, und gegen die Wahrheit entschieden Opposition machet! — indem ihr die göttlichen Aufklärungen verwerfet, die falschen von Seiten eurer Bibellehrer aber für recht und richtig haltet. 26. Jetzt aber wollen wir Paulus anhören, was er spricht in Bezug auf die falschen Lehren. Er sagt: Paulus an Galater 1,6-8: 27. Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, auf ein anderes Evangelium; so doch kein anderes ist; außer, daß etliche, die euch verwirren, und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde das Evangelium anders predigen, als so wie wir es euch gepredigt haben, "der sei verflucht." 28. Wir wollen zuerst den sechsten Vers beschauen, in welchem Paulus die Galater tadelt, daß sie sich so bald abwenden lassen von dem echten Evangelium Jesu Christi auf ein anderes, welches ein falscher Prophet verkündete. 29. Diese Rüge, auf die jetzige Zeit angewendet, besagt euch die Tatsache, daß man auf die Lehren der falschen Auslegung der Heiligen Schrift, welche von Bibellehrern stammt, die weder durch die Feuertaufe des heiligen Geistes, noch durch die Gabe der Auslegung derselben begnadigt und eingeweiht wurden, volles Vertrauen entgegenbringt; Meine eigene, als von Christus und Gott stammende, aber für falsches Prophetentum hält und nachdrücklich bekämpft! — 30. Wenn nur ein wenig geistiges Licht in den Köpfen solcher Widersacher wäre, — so könnte unmöglich das papageimäßig eingebläute Falsche und Widersprechende als Wahrheit angeschaut werden; — aber leider! das sind eben die Toten im Geiste, (Matth. 8,22; Luc. 9, 60) denen das Papageientum imponiert; — Gottes Wahrheit aber viel zu hoch steht, um ihr hohes Licht vertragen und sich in ihren heiligen Strahlen der Liebe sonnen zu können! 31. Ja wahrlich, es gibt kein anderes Evangelium als das, welches Ich Selber lehrte und ist auch keine andere Auslegung desselben richtig als die, welche Ich Selber durch von Mir berufene Schreibmedien, einst Propheten genannt, gebe. Alles andere Auslegen ist unzuverläßlich, weil vielfach verworren und verkehrt. 32. Im achten Vers schwingt sich Mein Paulus in die feurige Höhe des Eifers und donnert den Galatern einen förmlichen Fluch gegen die falschen Propheten zu, indem er sagt: 33. Aber so auch wir als Apostel und Jünger Christi, oder ein Engel vom Himmel euch würde das Evangelium anders predigen, als so wie wir es euch gepredigt haben, "der sei verflucht!" 34. Sehet, stärker hätte sich Paulus nicht ereifern können; denn in den letzten Worten liegt schon das Höchste, was je ein Diener Gottes gegen seine Widersacher aussprechen kann — denn auch dieses ist in Meiner Liebelehre nicht inbegriffen und soll daher nie gegen den Feind oder Widersacher gesagt werden, weil man nie einen Menschen verfluchen darf, mag er noch so boshaft, fehlerhaft oder Falsches lehrend sein, weil Ich auch in ihm als der Lebensgeist wohne, und man Mich damit zugleich verflucht und verdammt! — Also sehet ihr hier, ihr Bibelhelden, den Paulus als Verbrecher gegen Mich! weil er noch nicht tief genug in die Lehre eingedrungen ist, um fehlerfrei zu sein. 35. Dasselbe tat er im ersten Sendschreiben an die Korinther, Kapitel 16, Vers 22. — Dort sehet ihr auch Paulus sich einen geistigen Vater durch das Evangelium im 1. Sendschreiben, 4. Kapitel und 15. Vers an die Korinther nennen, da er nicht dabei war, als Ich den Jüngern sagte: Ihr sollet Keinen von euch auf Erden Vater (im geistigen Sinne) nennen; denn es gibt nur einen Vater euer Aller, und Der ist im Himmel.( Matth. 23,9) Und so gibt es noch da und dort Irrtümer, (ChtS. 64, (lies christl.-theos. Schrift 64)) die ihr nicht kennet, weil ihr samt euren Bibelauslegern nicht von Mir zum Amte der Bibelwahrheit-Verkünder berufen und auserwählt seid! Was dränget ihr euch denn auf als Verteidiger der Bibel, da ihr sie geistig nicht versteht?! 36. Wo ist die Salbung durch die Gaben, (1.Joh.2,27) die ihr von Mir empfangen hättet und womit ihr euch legitimieren könnet, daß ihr Meine Diener, Berufene, Auserwählte oder mit Meinem Geiste Getaufte seid!? 37. Ja, wäret ihr Meine Auserwählten, Meine Diener, so wäret ihr demütig und würdet die Stimme eures Gottes und Lehrers kennen! Da ihr Mich aber bibelschulmeistern wollt, so zeiget ihr bloß euer finsteres Nachtgeistertum; denn wer den Geist der Bibel in sich hat, der ist geistig wiedergeboren und erkennt seinen Gott, König, Richter und Vater an der Stimme Seiner heiligen Liebe; wer aber das nicht erkennt, der gehört zu den Toten im Geiste, wenn er auch fleischlich lebt. — 38. Daß Paulus trotz dieser unbewußten argen Verstöße gegen Mich ein wahres Evangelium predigte, ist gewiß, weil Ich Selber es war, Der es ihm offenbarte und Ich es auch als von Mir stammend anerkenne. Aber das sollt ihr euch nicht einbilden, daß Paulus auch Mich, seinen Gott, irgendwie als Ketzer, Schwindler, Betrüger, falschen Propheten, Gotteslästerer und Wahnsinnigen ansah, wie eure Bibellehrer, — wenn Ich den anderen Jüngern wieder andere Lehren gab, die er nicht kannte. Wenn ihr nicht finster wäret, so müßtet ihr aus der Verschiedenheit der Lehren im Neuen Testament ersehen, daß Ich nicht gebunden bin, bloß nach einer Schablone Meine Lehren zu offenbaren, sondern daß Ich es tue, wie es Mir beliebt, und keine irrenden Menschen als Meine Schulmeister brauche. 39. Saget Mir, ihr Bibelbuchstabenreiter: Sind Meine Apostel auch Ketzer, Schwindler, Betrüger usw., da jeder andere Nachrichten bringt, oder sie anders wiedergibt, und die als Spezialität des einen oder anderen Apostel oder Evangelisten gelten?! Warum bringen denn nicht Alle dieselben Nachrichten und dieselben Lehren?! Ist euch das nicht verdächtig?! Und warum ist euch nun Mein jetziges Vaterwort verdächtig!? Sehet ihr nicht selbst ein, daß ihr der Irre seid!? und daß ihr statt Mich des falschen Prophetentums anzuklagen, reuevoll und zerknirschten Herzens kniefällig um Vergebung eurer Vermessenheit bitten solltet!!? Damit ihr nicht geistig noch tiefer in die Unbußfertigkeit und Finsternis verfallet, als ihr schon seid. — 40. Endlich führe Ich noch eine Stelle aus der Offenbarung Johannes an, welche lautet: Offenbarung Johannis 22,18-19: 41. Ich (Johannes) bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch (Bibel): So jemand dazu setzet, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buche geschrieben stehen. Und so jemand davon tut von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott abtun, sein Teil vom Holze des Lebens und von der heiligen Stadt, von welchen in diesem Buche geschrieben ist. 42. Diese zwei Verse der Offenbarung enthalten im Grunde nichts Neues, das nicht schon zuvor besprochen worden wäre, (Vorn Kap. 2, Verse 2-6; lies die höhere-geistige Aufklärung darüber in Nr. 71, Seite 9 der Christlich-theosophischen Schriften daher soll damit der Schluß gemacht werden und die Mahnung angeknüpft: Leset Meine Worte, überleget sie, daß sie von Gott, eurem Herrn und Richter sind, wenn ihr mit Mir rechtet, — daher überleget euch gut, mit Wem ihr zu tun habet, weil eurer geistiges Schicksal von Mir abhängt! Amen.
3. Wie die Bibel erfaßt wird. 1902, 27. August, Graz. Der dreifache Sinn der Bibel: 1. nach den Buchstaben ist sie materiell und tot; — 2. nach dem inneren Sinn der Worte ist sie geistig; — 3. durch das Inswerksetzen des geistigen Sinnes aber himmlisch, weil man als Belohnung dafür den Himmel erlangt.
1. Wie man die Bibel richtig auslegen und verstehen soll, ist schon viel gestritten worden, aber Keiner findet die einzig wahre Ausdeutung dieses geistigen Buches heraus, darum höret einmal Mich, den Vater Jesus, was Ich Meinen Kindern sage: 2. Die Bibel ist dreifachen Sinnes, und wer dieses nicht erkennt, der versteht den Sinn der Bibelworte nicht; denn mit dem Streiten um das Rechte werdet ihr keinen Nutzen aus der Bibel haben, sondern nur Schaden, und daher will Ich Selber euch den Sinn der Bibelworte erklären und dieser ist: 3. Erstens: den materiellen Sinn stellen die Worte (Buchstaben) vor, die man liest oder hört und nicht weiter darüber nachdenkt, und sie nicht beachtet, daher stellen sie den toten Sinn vor. 4. Zweitens: den geistigen Sinn stellt die Forschung nach dem Grundsinn im Worte und dessen Verständnis vor. 5. Drittens: den himmlischen Sinn stellt aber alles Geistige darin vor, wenn man es in die Erfüllung zu bringen, oder danach zu leben und zu handeln trachtet. 6. Sehet Meine Kinder, der erste Sinn ist tot; — der zweite fängt an ein Leben zu bekommen, aber es ist noch keine Liebe, sondern bloß die Weisheit der Forschung nach der Wahrheit darin, daher noch kein Leben habend; — dritte Sinn ist aber himmlisch und ist voller Leben, weil die Liebe zu Gott und dem Nächsten in die Tätigkeit übergegangen ist und dieser letzte Sinn hat allein den Wert, weil er das ewige Leben der Liebe in sich birgt. Nach diesem Sinne des Lebens der Liebe richtet euch und ihr werdet das Reich Gottes der Liebe an euch reißen und erobern, weil nur der dritte Sinn bei Mir maßgebend ist. Amen. 7. Mehr über das Verständnis und die falsche Auslegung der Heiligen Schrift lies auch in ChtS. Nr. 64: Rechtfertigungslehre; ferner in Nr. 37, 11, Dreieinigkeit, 70, 71, 72, 76, 80 (Kundgaben).
4. Der Glaube. 1. Der christlich-theosophische Glaube ist das Licht aus Meiner göttlichen Weisheit in Christo (Jesus sagte: Ich bin das Licht der Welt (Joh. 8,12) und Paulus schreibt: Christus ist die göttliche Weisheit (1. Kor. 1, 24)), welche ist die Lehre der Liebe Gottes und eine Gabe der geistigen Erleuchtung des menschlichen Verstandes, daß der Mensch die Stimme Seines göttlichen Vaters aus den Worten der Liebe als wahr, heilsam und göttlich erkennt. 2. Christlich-theosophisch glauben heißt daher alles für wahr halten, was Ich in den zehn Geboten befohlen und als Christus zu glauben lehrte, ferner, was Ich durch Meine Auserwählten des Alten und Neuen Testaments geoffenbart, und schließlich, was Ich durch Meine Schreibmedien im 19. und 20. Jahrhundert als christlich-theosophische Lehre diktiert und kundgegeben habe. 3. Der Glaube allein genügt jedoch nicht, um selig zu werden, sondern der Mensch muß durch die Werke der Nächstenliebe seinen Glauben bestätigen, wovon auch Mein Jünger Jakob (Jak.2,14) schrieb: "Was nützt es Meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe den Glauben, hat aber die Werke nicht? Kann etwa der Glaube ihn selig machen?" — Ferner sagt Jakob (Jak. 2, 26): "Gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot". 4. Der Mensch muß aber auch vor der Welt öffentlich seinen Glauben bekennen, damit auch Andere zu dem Glauben angeregt werden. Darüber schreibt Paulus (Röm. 10, 10) an die Römer: Mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, (durch Ausübung der Nächstenliebewerke; (ChtS 64, Seite 193 ff. I.Aufl)) und mit dem Munde geschieht das Bekenntnis zur Seligkeit (Röm. 10, 10)." Über das öffentliche Bekenntnis sagte Ich ausdrücklich: "Wer Mich bekennt vor den Menschen, den will Ich bekennen vor Meinem himmlischen Vater" (Matth. 10, 32). 5. Dieses ist eine ewige Tatsache, denn Mein göttliches Wort ist die ewige Wahrheit, wie euch der Psalmist David (Ps. 119, 160) verkündet: "Dein Wort ist die reine Wahrheit; und Deine gerechte Ordnung währet ewiglich". Also drückt sich auch Jesajas aus: "Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich." — Das bestätigt auch Daniel (Dan. 4, 34) mit den Worten: "Ich preise den König des Himmels (Jes. 9, 5); denn all Sein Tun ist Wahrheit, und Seine Wege sind gerecht". Darum sagte Ich: "Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen" (Matth. 24, 36; Luk. 16, 17; + 21,33). Und darum hat man zu glauben, was Ich geoffenbaret habe. 6. Manche Menschen sind nicht im Klaren, welcher Glaube der wahre ist, da es einen christlichen, mohammedanischen, indischbuddhistischen und chinesischen Glauben, den Konfuzius gegründet hat, usw. gibt? 7. Die Heilige Schrift der Bibel beweist durch die erfüllten Weissagungen (Christlich theosophische Schrift (CthS) Nr. 71, 98), welche durch die Weltgeschichte, assyrisch-babylonischen Keilschriften und erwiesenen Tatsachen an Ort und Stelle, worauf die Weissagungen hinweisen, daß nur der biblische Gott Jehova, Der in Christo als Mensch lebte und für die Erbsünde der Ureltern des Menschengeschlechtes am Kreuze starb, der wahre und einzige Gott ist, Der die Welt und alles erschuf, und die christliche Religion gegründet hat. Damit ist aber zugleich der Beweis geliefert, daß die anderen Religionsstifter namens Buddha Gautama, Konfuzius und Mohamed nur gewöhnliche irrende Menschen waren; und da ihre Religionssatzungen gegen die Christusreligion verstoßen, so ist doch für jeden logisch denkenden Menschen der Beweis da, daß nur diese Religion die einzig wahre und echte ist, die Gott Selber lehrte, nicht aber die Religionen, welche Menschensatzungen sind und gegen die Gotteslehre verstoßen, da es nur eine Wahrheit gibt und diese ist Gott (Dan. 4,34), die Menschen aber sind Lügner, wie der Prophet David sagt (Ps. 116, 11). 8. Durch die in Erfüllung gegangenen Weissagungen ist es klar erwiesen, daß Mein göttliches Wort die ewige Wahrheit ist, weil alles und so wortgetreu in Erfüllung ging, wie es durch die Propheten hunderte und tausende von Jahren im Voraus angesagt wurde. 9. Die Aufzeichnungen der Propheten und Apostel, die in der Bibel zu lesen sind; und die Diktate, die Ich durch Meine getreuen Diener und Schreiber im neuen Bunde gegeben habe, werden deshalb die christliche Theosophie genannt, weil diese die Lehre der göttlichen Weisheit "Christus" vorstellen, welche in griechischer Sprache Theosophie heißt und weil Ich in Christus derselbe Gott war, Der durch Moses und die Propheten sprach, und Ich als die göttliche Weisheit, diese Lehre, die Ich einst dem Volke vor Meinen Jüngern vortrug, vom Jahre 1840 bis 1864 Meinem Schreiber in Graz, Jakob Lorber diktierte und aufschreiben ließ. Ist die christliche Lehre im Neuen Testament nicht die wahre Lehre Christi? 10. Die Lehre im Neuen Testament ist zwar Meine Lehre, aber nicht das Original über alle Meine Reisen, Tagesbegebenheiten, Lehren und Wunder, sondern nur ein Auszug aus dem Original-Evangelium, das Jakob Lorber schrieb, daher sehr mangelhaft und wegen der unbefugten Korrekturen in den vor dem 20. Jahrhundert bestehenden Ausgaben für die von Gott nicht Erleuchteten — nicht in Allem verläßlich. 11. Was die sogenannten mündlichen Überlieferungen oder Traditionen der "Kirchenväter" genannten Kirchenschriftsteller betrifft, diese sind deshalb vielseitig unverläßlich, weil sie hundert von Jahren später, als die Lehren schon mit erdichteten Zutaten und nach menschlicher Ansicht abgerundet waren, aufgezeichnet wurden. Sie sind daher nur insofern als Wahrheit zu betrachten, wenn sie mit Meinen jetzigen Originalberichten übereinstimmen. 12. Deshalb soll der Mensch sich nur an die christlich-theosophische Lehre halten; denn sie ist durch Mich, den Vater gegeben, durch die göttlichen Kennzeichen: "Liebe mit Weisheit gepaart", als die Weisheit aus Gott verbürgt, und weil Ich Selber (Luk. 10, 16) über die Prediger Meiner echten Lehre die Beglaubigung aussprach: "Wer euch höret, der höret Mich". 13. Diese mit "euch" angedeuteten Personen sind die von Mir Selbst gelehrten und aufgestellten Auserwählten, mit denen Ich so verkehre, wie Ich einst mit Propheten und Aposteln durch das innere prophetische Wort (Petri II. 1, 19; Paulus an Galater 1, 11.12) verkehrte. Und durch diese Auserwählten lasse Ich nun die reine Lehre für Alle aufschreiben und durch den Druck verbreiten. 14. Die Ecclesia. Die bei Matthäus erwähnte und gemeinte Ecclesia, die man hören soll, ist die Gemeinde der Bekenner des echten christlichen Glaubens, wie Ich Jesus ihn Selber gelehrt und die Apostel und Evangelisten ihn aufgeschrieben haben. Bei Matthäus 18, 17 steht es: "Wenn der Bruder, der wider dich gesündigt, die Ecclesia nicht höret, so sei er dir wie ein Heide und öffentlicher Sünder". 15. Mit den Aufzeichnungen der drei Evangelisten: Matthäus, Markus und Lukas verhält es sich folgendermaßen: Die Aufzeichnungen dieser drei Evangelisten stammen vom Hörensagen aus dem Munde Anderer; und wie weit ihre Aufzeichnungen auf Wahrheit beruhen, berichtet das Buch Christus und die Bibel, welches nachzusehen ist. 16. Es fragt sich: Sind jetzt, da Mein Original-Evangelium vorliegt, auch die kurzen Auszüge des Neuen Testaments zu gebrauchen? Ja, man kann diese Auszüge gebrauchen, aber mit den Aufklärungen dazu, die Ich durch Meine von Mir Selbst berufenen Religionslehrer gebe. 17. Außerdem gibt es im Neuen Testament Aufzeichnungen, die nur da als Original stehen, und daher ist die Heilige Schrift für alle und jeden zu gebrauchen, da man darin Tatsachen erfährt, die anderswo nicht vorkommen und doch nötig zu wissen sind. Allein, wer die Bibel lesen will, der trete dazu mit zu Mir dem Vater in Liebe und Demut gesammelten Herzen und bitte um Erleuchtung beim Lesen der Bibelverse! — 18. Eine hochwichtige Frage besteht darin: Gibt es einen Gott, Der die Welt und die Menschen erschaffen hätte, und wer ist dieser Gott? Seht, darauf antworte Ich euch Selber: Ja, es gibt einen Gott und dieser Gott bin Ich Jesus als Derjenige Gott, Der nicht bloß die Welt und die Menschen erschuf, sondern Der auch am Berge Sinai die zehn Gebote gab und als Christus diese Gebote durch Meine Lehre der Liebe bekräftigte (die Beweise dafür sind im Buche „Christus und die Bibel“ Nr. 71 niedergelegt). 19. Und Ich bin es, Der über die Menschen die Strafe verhängte, daß ein jeder für sich selbst leiden und am Kreuze sterben müßte, um die Kindschaft Gottes zurück zu erringen, die durch die Erbsünde verloren ging, da ein jeder von euch sich gegen das strikte Mußgebot der Keuschheit mitversündigt hat, welches die Heiligkeit in Gott euch gab, als ihr noch im Geiste Adams und Evas waret. 20. Diese über euch verhängte Strafe zur Rückerwerbung der Kindschaft Gottes habe Ich Jesus Selber ertragen, um euch von der Erbsünde zu erlösen, und die Heiligkeit in Gott mit den Kindern wieder zu versöhnen. 21. Daß Ich dieser Jesus Christus, der wahre und einzige Gott des Weltalls bin, beweisen die erfüllten Weissagungen und all die vielen Beweisführungen, welche in dem Buche: "Christus und die Bibel" und im Buche: "Christus, Seine An- und Wiederkunft" entrollt und erklärt sind, die man als Beweise der Wahrheit auf die hier gestellte Frage findet. 22. Der echte Glaube ist eine Lichtkraft des Geistes und daher einem Menschen unumgänglich notwendig, da eben der Glaube es ist, wodurch der Mensch in hohe geistige Tugenden der Liebe und durch diese zu Gott gelangen kann. 23. Petrus schrieb im Hebräerbrief 11,6: Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß Er sei, und denen, die Ihn suchen, ein Vergelter nach dem Leben und Taten sein wird. 24. Der zum Gebrauch der Vernunft herangereifte Mensch muß nun folgendes glauben, um zu Gott zu gelangen: Daß ein Gott ist. Daß Er ein gerechter Gott ist, Der die Bösen bestraft (Strafgericht über Sodom und Gomorrha. 1. Mos. 13, 13; Kap. 18 und 19) und die Guten belohnt (Matth. 5, 11.12; die Seligpreisungen). Daß Gott aus dreieinigen Eigenschaften besteht, nämlich: aus Liebe (1. Joh. 4, 8 und 16), welche Vater, aus Weisheit, welche Sohn (Lies ChtS Nr. 71) und aus Allmacht, welche der heilige Geist (Lies ChtS Nr. 71.) in Gott in geistiger Entsprechung heißen. Der Evangelist Johannes (1. Joh. 5, 7) schreibt: Drei sind, die Zeugnis geben im Himmel: Der Vater, das Wort oder die Weisheit Gottes, (die in Christo Gottessohn genannt wurde, und Der das Wort der göttlichen Liebe "Vater" genannt (Joh. 14, 10.11: Die Worte, die Ich zu euch rede, sind nicht von Mir Selbst, sondern vom Vater, Der in Mir ist) den Menschen predigte, und der heilige Geist. Daß Gott im Leibe Jesu Mensch (Lies ChtS 71) geworden ist und durch Sein Leiden und Kreuzestod die Menschen von der Erbsünde (Lies das 43 Kap. Über die Erbsünde) erlöst hat. Und daß durch die Menschwerdung Gottes in Jesu Christo, Gott ein persönlicher, schaubarer Gott in Menschengestalt geworden ist. Vordem hatte Gott keinen Leib, daher keine eigene Persongestalt, sondern Er sprach als Geist immer nur durch den Leib eines Engels aus der Urzentralsonne Urka, der bloß Sein Namensträger war und Jehova hieß (Siehe unter Schlagwort „Jehova“ im Register ChtS. 37 (Die heilige Dreieinigkeit) nach). 25. Nie hat es aber einen Gott in drei Personen gegeben, da weder die Patriarchen, noch die Propheten, noch die Apostel etwas davon wußten. Die sinnlose Erfindung von drei Personen hat die unfehlbare (?) römische Kirche zustande gebracht, indem sie im Jahre 325 auf dem Koncilium zu Nizäa den zweipersönlichen Gott: "Vater und Sohn", und nach 56 Jahren später, nämlich im Jahre 381 auf dem Koncilium zu Konstantinopel auf Grund falscher Deutung des Neuen Testaments einen dreieinigen Gott: "Vater, Sohn und Heiliger Geist in drei verschiedenen Personen aufbrachte.
5. Der echte Wortlaut des apostolischen Glaubensbekenntnisses. Das apostolische Glaubensbekenntnis lautet in seinem wahren Sinne also: "Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, Seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn; Der empfangen ist vom heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau; gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben; aufgestiegen zu der Vorhölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten; aufgefahren in den Himmel, sitzet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist; die heilige Christuskirche, Gemeinschaft der Seligen; Vergebung der Sünden; Auferstehung des geistigen Fleisches und ein ewiges Leben. Amen"
6. Der wahre Glaube. 1849, 25 Januar, Graz. Vater Jesus erklärt durch Jakob Lorber, wie der echte und wahre Glaube beschaffen sein muß, daß er die Seele erleuchtet und sie in das wahre lebendige Eingehen in die Wahrheiten der göttlichen Glaubensgeheimnisse leitet (Aus Robert Blum, ChtS. 42 B, 11 Geisterscene). Rede Ich (Jesus): "Was nützet dir all dein Wissen, und was eines Verstandes Gehorsam, den du "Glauben" heißest, so dein Seelengeist daran keinen Teil nimmt?! — Siehe, ein jeder Mensch hat ein doppeltes Erkenntnisvermögen, ein äußeres, das da ist der Kopf; auch der eigentliche äußere Seelenverstand oder die Verstandesweisheit; mit diesem Erkenntnisvermögen läßt sich nie das göttliche Wesen erfassen und begreifen, weil es der Seele gerade nur darum gegeben ward, um den Seelengeist von dem Gottesgeist in ihr vor der Hand zu trennen, und Ihn gewisserart auf eine zeitlang der Seele nur ahnen zu machen! 2. Wenn nun ein Mensch oder vielmehr eine Seele mit diesem alleinigen negativen Vermögen, Weisheit genannt, Gott suchen und finden will, da entfernt sie sich nur stets desto weiter vom Ziele, je hartnäckiger sie auf diesem Wege dasselbe verfolget! Aber die Seele hat noch ein anderes Vermögen, das da nicht in ihrem Kopfe, sondern in ihrem Herzen Wohnung hat; dieses Vermögen heißt inneres Gemüt, und besteht aus einem ganz eigenen Willen, aus der Liebe, und aus einer, diesen beiden Gemütselementen entsprechenden Vorstellungskraft. Hat diese einmal den Begriff vom Dasein Gottes, welche eben die Liebe ist, in sich aufgenommen, so wird dann dieser Begriff sogleich von der Liebe umfasset, und durch ihren Willen festgehalten, welches Festhalten dann erst "glauben" heißt; durch diesen Glauben, der lebendig ist, wird dann der wahre Geist Gottes durch die Liebe erwecket und der ergreift ihn dann auch sogleich, richtet sich darnach auf, wie ein mächtig Licht aus Gott, und durchdringt dann die Seele, und umwandelt in ihr alles ins Licht, und dieses Licht ist dann der eigentliche Glaube, durch den jede Seele selig werden kann. 3. Hast du je von diesem allein wahren Glauben etwas vernommen? 4. Du sprichst in dir: "Nein, diese Art des Glaubens ist mir völlig fremd; denn ein Denken im Herzen kommt mir völlig unmöglich vor!" Ja, so ist es auch; es muß dir diese Sache unmöglich vorkommen; denn um im Herzen denken zu können, muß man eine eigene Übung haben, und diese Übung besteht in der stets erneuerten Erweckung der Liebe zu Gott; durch diese Erweckung wird das Herz gestärkt und erweitert, wodurch dann des Geistes Bande lockerer werden, so daß sein Licht (denn jeder Geist ist ein Licht aus Gott) sich nach und nach stets mehr und mehr, und freier und freier entwickeln kann. Fängt dann des Geistes Licht an, des Herzens eigentliche Lebenskammer zu erhellen, so werden auch die zahllosen Urtypen in rein geistigen Formen an den ebenfalls zahllosen Wänden des Lebenskämmerlein stets deutlicher und deutlicher ausgeprägt und der Seele beschaulich gemacht; und siehe, diese Beschauung der Seele in ihrem Herzen ist dann ein neues Denken; die Seele gelangt da zu neuen Begriffen, zu großen und klaren Vorstellungen; ihr Sehkreis erweitert sich mit jedem liebevollen Versenken in ihren Geist der Liebe Gottes, und dadurch verschwinden die Steine des Anstoßes nach dem Maße, wie da verstummet der Kopfverstand; — da ist dann kein Fragen nach Beweisen mehr; denn das Licht des Geistes erleuchtet die inneren Formen, also daß sie nach keiner Seite hin einen Schatten werfen; somit auch alles, das einem Zweifel nur wie im leisesten Hauche ähnlich wäre, für ewig verbannet wird. 5. Und so ist denn auch ein Glaube, der also gestaltig im Herzen und nicht im Kopfe seinen Sitz hat, ein wahrer und lebendiger Glaube zu nennen; "wahr", weil er aus dem untrüglichen Lichte des Geistes Gottes stammt, und "lebendig", weil im Menschen nur der Geist Gottes im wahrsten Sinne lebendig ist! In diesem Glauben aber liegt dann auch jene außerordentliche Kraft, von der in den Evangelien zweimal die Rede ist. (Lukas 24, 49; Joh. 14, 26) 6. Um aber zu diesem alleinseligmachenden Glauben zu gelangen, muß man die vorerwähnte Beschauung wohl üben, und sich aufs ernsteste bestreben, darinnen so bald als möglich eine rechte Fertigkeit zu erlangen, und daß so frühzeitig als nur immer möglich! Denn so der Mensch zu sehr und zu lange nur für die Ausbildung des Kopfverstandes (nach der heutigen Weltunsitte) gesorget hat und durch diesen rein nur für irdische Zwecke und Wohlfahrten, da freilich muß es dann einem solchen Menschen völlig unmöglich vorkommen, auch im Herzen denken zu können! — besonders so man einen ganzen Hegel, Strauß, Ronge und andere Irrlehrer im Kopfe herumträgt, und dergl. Mehreres. — Ferner muß man sich auch der Reinheit der evangelischen Sitten zu erfreuen vollen Grund haben; man darf kein Schwelger, und hauptsächlich kein fleischlicher Unzüchtler und Geiler sein; denn die Unzucht und Hurerei töten entweder nahe ganz den Geist, oder so es schon den Geist auch nicht zu töten vermag, so verhindert es doch die freie Entwicklung seines Lichtes, woher es denn auch kommt, daß solche Unzüchtler, besonders in vorgerückten Jahren ganz stumpfsinnig werden. 7. Der Glaube und die Liebe in dem Zustande der Wahrheit. 1904, 8. Februar, Graz. Vater Jesus beschreibt durch F. Sch. wie der Glaube und die Liebe beschaffen sein müssen, um im Zustande der Wahrheit des göttlichen Willens zu sein, weil Gott das Menschengemüt prüft, in welchem Zustande es liebetätig ist. Meine lieben Kinder, der Mensch glaubt und wirkt aus dem Glauben; er liebt und wirkt aus der Liebe. Dies ist eine alte Wahrheit, der nicht zu widerstreiten ist; allein der Mensch muß das, was er glaubt, aus lebendiger Überzeugung glauben, und was er will, muß er aus lebendiger Liebe wollen, dann ist es wahr und gut, Halbheit und Lauheit sind aber nie gut, und so auch nicht im Glauben, noch im Wollen. 2. Es ist selbstverständlich, daß der Glaube ohne Liebe tot ist; aber auch die Liebe ohne Glauben ist wertlos, darum muß der Mensch lebendig glauben und aus lebendiger geistiger Liebe tätig sein, denn sein Wille muß aus dem Glauben und der Liebe hervorgehen und in Gott seinen Ursprung haben, dann ist der Mensch im echten Glauben und in wahrer Liebetätigkeit. Amen.
8. Der erste Glaubensartikel. Der Glaube an Gott. Der erste Glaubensartikel lautet: "Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde." 9. Der wahre Glaube 1. Bevor der Mensch Gott lieben kann, muß er wissen, daß es einen Gott gibt, er muß wissen, was ihm Gott ist, und warum er Gott lieben soll. Darum geht der Glaube der Liebe vor; aber der Glaube ist nicht die Hauptsache, sondern die Liebe, welche aus dem Glauben tätig wird (Gal. 5, 6), wie Paulus sich an die Galater ganz klar ausdrückt: "In Christo gilt nur der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. Die tätige Liebe kann sich aber nicht zu Gott äußern, weil Gott ein Geist ist, Der nichts Materielles braucht, ferner ist Gott eben Derjenige unsichtbare Auswirker der Gnaden, von Dem ihr alles habet, daher kann der tätige Glaube nur aus Liebe zu Gott zu Seinen Kindern, den Menschen sich kehren und durch die Wohltaten, die man den Menschen als Kindern Gottes erweist, ihren Vater im Himmel erfreuen. 2. Doch muß der Mensch alles was er tut, nie zweideutig tun, d.h. es darf keine Heuchelei, keine Scheinheiligkeit dabei im Spiele sein; der innere geistige Mensch muß vollkommen von der Sache im edlen Sinne durchdrungen sein und sich äußerlich so geben, wie er innerlich denkt, dann wirkt der Mensch aus Gott und Gott durch ihn, weil er mit Gott Eins ist. 3. Handelt aber der Mensch äußerlich anders, als er innerlich denkt, so handelt er Falsches aus Bösem, das in der Hölle seinen Widerhall findet; handelt er äußerlich nur der Welt wegen gut und edel, während er innerlich anders denkt, dann wirkt er aus Falschem, weil Selbstsüchtigem, welches den Satan im Menschen vorstellt, und so ist sein Leben und Handeln Trug, Lüge und Blendwerk für die äußere Welt, was wieder "in der Hölle handeln" heißt. 4. Im göttlichen Gesetze ist der Richter inwendig: wie jemand handelt, so wird er geurteilt, so baut er sich Himmel oder Hölle im irdischen Leben: Gutes führt nach oben, Böses nach unten, das ist das geistige Gesetz, und dieses unabänderlich, wie Ich Jesus sprach: Es ist leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein Pünktchen des Gesetzes falle (Luk. 16, 17). 5. Da die Liebe die Erfüllerin des Glaubensgesetzes ist und die Liebe den hochheiligen Gott Selbst vorstellt, — daher will Ich euch hier eine Aufklärung in dieser Richtung geben.
10. Gott als Vater. Was bedeutet der Name Vater in Gott? Der Name Vater bedeutet die Liebe, denn sie ist das Grundprinzip in Gott und diese ist der Vater als Schöpfer der Welt (1. Joh. 4, 8, 16); denn die Liebe ist immer der Vater, der Impuls und der Zeuger, weil ein vollfreies Wesen nie etwas machen wird, ohne daß es die Liebe dazu treibt. Gott, als das allerfreieste Wesen, tut aber nur das, was Seiner Liebe Lust und Freude ist, daher der Name Jehova nach urhebräischer Sprache, welcher "Vater" bedeutet, da der Vater eben die zeugende Liebe ist ( ChtS. 37. 12, 26).
11. Beweise aus den Aufzeichnungen der Heiligen Schrift, daß Gott die Liebe ist und nach der Liebe handelt. 1. Die Liebe ist aus Gott, deswegen ist jeder, der die Liebe hat, von Gott geboren und kennt Gott; wer keine Liebe hat, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Ja, Gott ist die Liebe, wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 2. Aber, wer da sagt: Ich liebe Gott und hasset seinen Bruder, in dem Mein göttlicher Geist lebt (1. Kor. 3, 16.17; - 6,19; - II. Kor. 6, 19: - Röm. 8, 11), der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht und von dem die Lehre sagt, daß er ein Kind Gottes ist (Kundgaben I. 103-115) und Ich der Geist Gottes Selber in ihm wohne (1. Kor. 3, 16.17; - 6,19; - II. Kor. 6, 19: - Röm. 8, 11) , wie kann er dann Mich seinen Gott lieben, da er Mich nicht liebt? Denn von Mir hatten die Jünger auch dieses Gebot: Wer Gott liebet, soll auch seinen Bruder lieben (Joh. I 4,7.8. 16. 20.21). 3. Wie auch die Lehre sagt, fragte Mich ein Gesetzeslehrer aus den Pharisäern, indem er zu Mir sprach: Lehrer! welches ist im Gesetzbuche das größte Gebot? Und Ich antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von deinem ganzen Gemüte lieben. Dieses ist das erste und größte Gebot; diesem ist das zweite gleich: Du sollst deinen Nächsten so lieben, wie dich selbst. In diesen zwei Geboten ist das ganze Gesetz und die Propheten inbegriffen (Matth. 22, 36-40). 4. Ferner lehrte Ich: Wer an Mich glaubt, aus dessen Innerstem werden sich, wie die Schrift sagt (Diese Stelle fehlt in der jetzigen Bibel), Ströme des lebendigen Wassers ergießen. Dies aber sagte Ich von Meinem göttlichen Liebesgeist, den diejenigen empfangen sollten, die an Mich glauben; denn der heilige Geist der Feuertaufe (Joh. 3, 3-7) oder der geistigen Wiedergeburt war noch nicht gegeben, weil Ich Jesus als derselbe Geist, noch auf der Erde wandelte und Selber die Liebeswerke des heiligen Geistes an Kranken, Armen und Lehrbedürftigen in eigener Person wirkte (Joh. 7, 38. 39). Denn die Ströme des lebendigen Wassers sind die vielen und verschiedenen Werke der Nächstenliebe. 5. Beim letzten Abendmahle sprach Ich: "Wer Meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der Mich liebt; — und wer Mich liebt, der wird von Meinem Vater geliebt werden, und Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen." (Joh. 14, 21. 23) 6. Paulus sagt: Gott hat Seine Liebe gegen uns dadurch bewiesen, daß Christus ( Vergleiche Römer 8.32) für uns gestorben ist, da wir zur Zeit noch (Erb-)Sünder (Hebr. 9, 15: Röm.3, 25) waren. (Röm. 5,8) 7. Ferner sagt Paulus: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit (Gal. 5, 22). 8. Aus anderen Aufzeichnungen über die Liebe lernet ihr als Vorschriften für das geistige Leben folgendes: In Sprüchen heißt es: "Die Liebe deckt zu alle Übertretungen." (Sprüche 10, 12) Denn wer Gott liebt über alles, der wird durch eine zerknirschte Reue um Vergebung seiner Sünden bitten; und er wird aus Liebe zu Gott dann den Nächsten als Kind Gottes und daher als Bruder zu ihm so lieben, wie sich selbst und ihm das tun, was er wünschen würde, daß ihm der Nächste täte. 9. Petrus schrieb den Gläubigen vor: Vor allem aber beharret in fortwährender Liebe; denn die Liebe deckt der Sünden Menge (Petri I. 4, 8). 10. Und Ich, Jesus sagte Selber zum Quirinus, dem Statthalter von Syrien über den großen Wert der Liebe folgendes: Der mit deiner großen Liebe zu Mir kommt, dem werden alle Sünden verziehen, und wenn er ihrer so viele hätte, als des Grases auf der Welt oder des Sandes im großen Meere ( ChtS. 10 c 24 Bietigh. Ausgabe).
12. Die Eigenschaften Gottes. Nun treten wir zur Besprechung Meiner göttlichen Eigenschaften, wie sie euch in der Heiligen Schrift aufgezeichnet sind. Meine Eigenschaften in Gott aber sind folgende: 1. Ich bin hochheilig (3. Mos. 11, 44: Ps 5, 7), denn alle Werke, die Ich erschaffen habe, bezeugen diese Eigenschaft, weil heilig soviel als unfehlbar bedeutet. 2. Ich bin ewig (Ps. 89, 2); - 1. Tim 1, 17), denn Ich habe keinen Anfang, und werde nie ein Ende haben, weil Gott die Welt selbst ist, und alles was in ihr sich befindet. 3. Ich bin gerecht (5.Mos. 32, 4), so nannte Mich das Volk Israel und es hatte recht, denn Meine Gerechtigkeit währet ewig. 4. Ich bin gut (Luk. 18, 19), weil alles, was Ich mache, aus Meiner Güte, Heiligkeit und Unfehlbarkeit hervorgeht. 5. Ich bin wahrhaftig (Röm. 3,4; Ps. 119, 151), weil alles, was Ich tue, das Siegel der Wahrheit in sich trägt. 6. Ich bin liebevoll (1. Joh. 4,8. 16), denn aus Liebe ging die Schöpfung der Welt hervor, und Mein Walten darin bezeugt nichts anderes, als fortwährende Liebe. 7. Ich bin allweise (Ps. 104, 24). Meine Weisheit trägt die sichtbare Schöpfung zur Schau, da die Arten, Formen, Farben, und Gattungen ihre Produkte sind. 8. Ich bin allmächtig (Ps. 135,6; - Luk. 1, 37). Meine Allmacht heißt in geistiger Sprache der heilige Geist oder die auswirkende Willenskraft Meiner Liebe und Weisheit. 9. Ich bin allgegenwärtig (Jer. 23, 23. 24 – Ps. 139, 7.8; - ChtS. 37, 13). Da Ich der Geist der Ätherluft bin, daher gibt es nirgends etwas, wo Ich nicht gegenwärtig und in der Sache selbst wäre. 10. Ich bin allwissend (Hebr. 4, 13; - 1. Chronika 28, 9 – 2. Mos. 34, 6). Zufolge Meiner Allgegenwart bin Ich allwissend, da nichts geschehen kann, was Ich nicht sehen würde. 11. Ich bin barmherzig (2. Mos. 34, 6). Alle Meine Werke, die Ich zu Gunsten der Menschen als Meinen Kindern tue, zeugen von der Barmherzigkeit gegen ihre Verirrungen und Fehler. 12. Ich bin unveränderlich ( Maleachi 3, 6). Meine Liebe und Weisheit beschreibt allen Geschöpfen den Weg des Lebens, des Fortschritts und der Vollendung im Voraus, daher kann nie daran etwas verändert werden, da es in seinem Uranfang geistig als vollendet und unveränderlich dasteht, bevor Ich es ins sichtbare Dasein treten lasse.
13. Gottes Idee. 1904, 15. Januar, Graz. Aufklärung über die Idee, ob es einen Gott gibt aus der sichtbaren Schöpfung und wie Sich Gott in der Natur den Menschen offenbart. 1. Oft zweifeln die Menschen, daß es einen Gott gibt; — allein ihr sollt nicht zweifeln, sondern ein wenig nachdenken, ob es möglich ist, daß die Welt und alles, was man mit Augen sieht, mit Ohren hört oder sonst wie immer gewahr wird, allein aus sich selbst und so kunstvoll, so majestätisch und so gewaltig aus nichts sich gebildet hat. 2. Aus nichts wird nichts, das sagen alle Gelehrten; das wissen aber auch alle Menschen, daß ohne einen Meister oder Künstler sich noch nichts gebildet hat, was ihr als Werke der Menschen, der Meister und Künstler ersonnen, gebildet und aufgerichtet sehet und habet, daher ist es eine rein bodenlose Einbildung, daß die sichtbare Schöpfung mit ihrem wunderbaren Bau und ordnungsvoller Einrichtung, von sich selbst entstanden und sich gebildet hätte. — 3. Die Gelehrten sind voll Staunens über das, was alles in der Schöpfung vorkommt, besonders in der Astronomie. Und sie sind sich bewußt, daß sie nie solche Instrumente erfinden werden, um die Geheimnisse der Schöpfung tiefer zu ergründen, als es den Menschen möglich ist. Sie sind sich auch bewußt, daß sie nie in das Geheimnis eindringen werden, wie das geringste Gras entsteht und wächst, geschweige die kunstvolle Schöpfung der ganzen Erde zu ergründen, ohne sich zu demütigen und offen zu bekennen: wir sagen zwar: "Das ist die Natur", allein, damit sagen wir nur, daß in der Natur eine geheime, unsichtbare Kraft wirkt, welche gottvoll über alle menschliche Intelligenz und Einbildung in ihrer Weisheit steht, und eine Gewalt, der man nichts entgegenstellen kann, darstellt; denn sie hat die Naturelemente, den Magnetismus und die Elektrizität als ihre Werkzeuge in der Hand. 4. Die Welt sucht Gott und findet nirgends Einen, weil sie Gott nicht dort sucht, wo Er zu suchen und zu finden ist. 5. Sie betrachtet die unendlich scheinende Schöpfung, ihre Größe und die Schwere der Körper, welche frei in der Luft schweben und bewundert die Kraft, die sie fortschwebend und in fortgesetzte Ordnung ihres Laufes und Kreisens erhält, damit keine Mißordnung eintritt und das Ganze außer Rand und Band wirft. 6. Es handelt sich hier hauptsächlich um die Beweise, woher die unsichtbare Allmacht stammt, die solche riesenhafte Körper wie federleichte Spielbälle in ihrer Macht und Kraft hält und kreist, weil sie selbstverständlich nicht von sich selbst sich erhalten, sondern von einer unsichtbaren Allkraft gehalten werden. 7. Die Gelehrten schließen aus kleinen Beweisen auf große; — allein diese Annahmen sind problematisch oder in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, wenn man der Sache nicht tiefer auf den Grund geht und von diesem aus urteilt und Systeme schafft, welche stichhaltig sind. 8. Die Gelehrten sagen zwar, daß die Elektrizität und der Magnetismus es seien, welche gegenseitig sich anziehen und abstoßen und dies mit allen Himmelskörpern so, daß einer den anderen gegenseitig anzieht, abstößt und wieder anzieht, abstößt und so fortsetzt und so das Gleichgewicht herstellt, wodurch die Körper freischwebend erhalten werden. 9. Diese Hypothese oder Annahme mangelt aber vollkommen der Beweis, daß so etwas stattfindet und also ist sie kein Beweis, sondern eine Ansicht, die keinen Grund und Boden hat. 10. Die Tatsache in dieser Frage ist aber folgende: Der Magnetismus und die Elektrizität durchziehen das ganze Universum und es gibt nichts im Luft- und Ätherraum, wo diese zwei nicht vertreten wären, also gibt es kein Atom, in dem Magnetismus und Elektrizität fehlen würden, diese zwei sind aber die Grundkraft aller Kräfte, sie sind die Welt erschaffende, bewegende, ordnende und erhaltende Kraft, weil sie in göttlicher Sprache der heilige Geist genannt werden, denn sie sind Liebe, Weisheit und Allkraft in Gott! — 11. Im Magnetismus liegt die schaffende Liebe oder der Vater in Gott, in der Elektrizität die All-Weisheit Gottes, und was diese zwei beschließen, daß wird durch die unendliche Riesenkraft, welche in beiden liegt, ins Werk gesetzt. 12. Wenn ihr nun bedenket, daß die Welten aus lauter Atomen zusammengesetzt sind, welche mit Magnetismus und Elektrizität durchzogen sind, diese aber die göttliche Allmacht selbst sind, dann ist es leicht begreiflich, daß die Erde atomenweise durch diese Allmacht in der Luft schwebend erhalten wird, so daß einzeln und alle zusammen als den Erdkörper bildend, von dieser Allmacht gehandhabt werden. 13. Daher und von nirgends anderswo stammt die Kraft, welche die Riesenwelten in der Luft schwebend erhält und sie nach ihrer göttlichen Intelligenz kreisend und laufend fortbewegt. Denn in Meinen göttlichen Händen sind und laufen zusammen alle Fäden der Weltregierung, und von da aus wird alles geleitet und in Ordnung erhalten.
14. Die Erkenntnis Gottes aus der Schöpfung. 1. Ich, der unsichtbar Wirkende bin durch Meine ewige Liebe, Weisheit und Allmacht als Gott des Universums seit der Schöpfung der Welt durch Betrachtung Meiner unnachmachbaren Wunderwerke in der Natur so erkennbar, daß sich niemand vor Mir entschuldigen kann, daß er keine Beweise hatte und daher nicht gewußt hätte, daß es einen Gott gibt. 2. Leider dünken sich viele verweltlichte und in die tote Materie verbohrte Menschen sehr weise zu sein, — sind aber durch ihre vermeintliche Weisheit in die geistige Finsternis verfallen und daher vertauschten sie die einzig wahre Majestät des unvergänglichen Gottes mit dem Bilde des vergänglichen Menschen, denn sie haben Menschen zu Göttern auf Erden gemacht, weil sie ihnen Titel beilegen, die nur Gott zustehen; Andere suchen bei Gelehrten das Urteil und Zeugnis über Gottes Wort, ob es auf Wahrheit beruht, indem sie sagen: "Was sagen aber die Gelehrten dazu?" Es fragt sich aber: "Was für ein Urteil können denn die Gelehrten geben, die Gott leugnen, oder falsche Begriffe von Gott haben?"! 3. Die Menschen verwandelten dadurch die Wahrheit Gottes in Lüge, da sie den Geschöpfen mehr Verehrung und Dienst beweisen, als dem Schöpfer, welchem allein der Preis in Ewigkeit gebühret. Darum verfiel die Menschheit in alle Untugenden und Laster und wird dafür durch Meine Zulassung mit allerlei Drangsalen und Trübsalen gepeinigt und gezüchtigt. 4. Die Menschen fanden es nicht der Mühe wert, sich die Erkenntnis von Gott zu verschaffen; darum überließ auch Ich sie dem verkehrten Sinne, zu tun, was sich nicht geziemt, weil es gegen Meine Gebote und Lehren verstößt. 5. Daher stammt es, daß die Menschen voll von jeder Ungerechtigkeit, Bosheit, Hurerei, Habsucht, Ruchlosigkeit, voll Haß, Neid, Ehr- und Herrschsucht, Blutdurst, Zanksucht, List, Tücke, Rechthabertums, Größenwahns und daraus folgender Verfolgungswut sind; also gibt es auch viele Ohrenbläser oder Verräter, Verleumder, Gottesverräter, Gotteslästerer, Übermütige, Prahler, Erfinder von allerlei Schlechtigkeiten und Trotzige gegen ihre Eltern. 6. Die Menschen sind gewissenlos, treulos, lieblos, unversöhnlich und unbarmherzig geworden (Vergl. Röm. 1, 20-31); weil die Furcht Gottes durch die Finsternis der Verstandes-Weisheit in ihnen ausgestorben ist und sie dadurch zu Höllengeistern im Fleische auf der Welt geworden sind (Kundg. I., 115). 7. Wenn ihr einen Gott- und Seelenleugner fraget: Wie entsteht das und jenes in der Natur, da man es weder ausforschen, noch nachmachen, noch beweisen kann, so antwortet er gedankenlos, wie einer, der nie etwas gelernt, noch verstanden, noch nachgedacht: "Das ist die Natur." — 8. Da aber in dieser Natur so unbegreifliche Kräfte und Intelligenzen liegen und wirken, daß sie die menschliche Weisheit weit überragen, wäre es nicht besser und vernünftiger, wenn ein solcher Held des geistigen Nihilismus sagen würde: Das sind für den schwachen Menschenverstand noch nicht erforschte, übersinnlich scheinende Probleme oder dunkle Fragen.?
15. Was ich nicht sehe oder höre, das existiert nicht. 1903, 8. August, Graz. Vater Jesus erklärt, daß die Gedanken die Geistessprache sind und daher sehen und hören sie die Menschen nicht, obwohl sie von deren Wirklichkeit fest überzeugt sind. Hohe Geister aber hören und sehen die Gedanken der Menschen, deshalb sind die Menschen stets von Geistern begleitet. Die das übersinnliche Leben nicht kennenden Menschen sagen: "Was ich nicht sehe oder höre, das besteht nicht." Diese Ansicht läßt sich leicht widerlegen, denn der Mensch sieht des Nächsten Gedanken nicht, obwohl sie derselbe eben so spricht wie mit offenem Munde, weil das Denken ein geistiges Sprechen ist, und doch hört sie der neben ihm Stehende nicht. Also ist das ein Beweis, daß allgemein bekannte Sachen des geistigen Lebens bestehen, an die auch alle Menschen glauben, daß sie vorhanden sind, weil jeder davon durch sich selbst überzeugt ist, und doch hört sie niemand, wie auch des Nächsten Gedanken niemand hört. Dagegen sieht und hört ein hoher Geist eines jeden Menschen Gedanken, darum ist der Mensch immer von Geistern begleitet wo er steht und geht, weil sie seine Gedankensprache hören, welche für sie die "Geistersprache" ist. 2. Dieser angeführte Beweis, daß man auch tatsächlich vorhandene Gedanken nicht sieht noch hört, widerlegt die angeführten Argumente der Gottes- und Seelenleugner. 3. Diese Gottes- und Seelenleugner, daher Glaubenszweifler, sind die armen Blinden, Tauben und Idioten des geistigen Lebens, und daher sagte durch Meine, ihm zuteil gewordene Einflößung, der große Dichter ganz trefflich über solche Verstandesweisen: Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, Was ihr nicht fasset, das fehlt euch ganz und gar; Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr; Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht; Was ihr nicht münzt, das meint ihr, gelte nicht. (Aus Goethes Faust) 4. Jehova Elohim das heißt: Der heilige Geist Gottes der Liebe, der Weisheit und der Allmacht ist es, welcher die unsichtbar wirkende und schaffende Kraft in der Materie darstellt, die das Wachstum, die Bewegung, die Formen und Gebilde, so wie die Sprache und Laute hervorbringt; — und alles, was man als die fünf Sinne bezeichnet und noch Mehreres — ist nichts anderes als der heilige Geist aus Gott, den man schlichtweg als den Nervengeist und die fünf Sinne bezeichnet. Das ist nämlich die gewöhnliche Wahrnehmung des heiligen Geistes oder der Gottheit in der Natur und im Menschen. Nun betrachten wir:
16. Das große tägliche Wunder. 1. Da die Erde 40 000 Kilometer Erdumfang hat, so läuft jeder Mensch gegen 28 Kilometer in einer Minute oder gegen 464 Meter in einer Sekunde weit mit. Das aber ist eine solche unglaubliche Schnelligkeit, daß der Mensch wie mit Blitzschnelligkeit, immerfort jede Sekunde ungefähr einen halben Kilometer bei der Erdumdrehung weiter kommt und dies in 24 Stunden, in allen denkbaren Stellungen: so, daß er zu Mittag auf den Füssen steht, um Mitternacht aber mit den Füssen auf der Erde, jedoch mit dem Kopfe nach unten, wie eine schlafende Fledermaus bei Tage herabhängend ist, ohne etwas davon zu wissen. 2. Es fragt sich, wenn das kein übersinnliches, daher göttliches Wunder ist, daß der Mensch nichts davon weiß, was könnet ihr dann noch als Wunder bezeichnen?! 3. Wer soll dieses Wunder außer Gott wirken, daß der Mensch mit Blitzeseile immerfort läuft und doch nichts davon weiß und noch alle erdenklichen Vorrichtungen täglich in den denkbar sonderbarsten Stellungen des Körpers erfüllt? Soll nicht Gott, der die Elektrizität und Magnetismus Selber ist, dieses für menschliche Begriffe unbegreifliche täglich und immerfort sich bewegende in Blitzeseile sich drehende und wiederholende Wunder wirken? Wenn nicht? Wer denn sonst?!
17. Der zweite Glaubensartikel. Der Glaube an Christus. Der zweite Glaubensartikel lautet: Und an Jesum Christum, Seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn. 1. Mit diesem Glaubensartikel werde Ich genannt: 1. Der eingeborne Sohn Gottes und 2. der Herr der Menschen. 2. Daß dieser Name die höchste Bezeichnung ist, könnt ihr daraus entnehmen, daß gesagt wird, Ich bin ein eingeborner Sohn Gottes, denn eingeboren bedeutet soviel, als im inneren Wesen Gottes inhaltlich sein, somit Gott Selber, darum auch der zweite Name "unser Herr"; denn Herr oder Gott ist wieder ein Name, es ist der Name desjenigen, der der Herrscher und Gebieter ist, denn sonst wäre er nicht Herr über die Menschen, weil diese eben Kinder Gottes sind, über die niemand sonst ein Herr ist, als Gott allein. — 3. Der Name Jesus bedeutet in hebräischer Sprache: Retter, Helfer, Erlöser oder Heiland (Über die Etymologie Jesus lies in ShtS. 37, 48 I. Aufl. nach). 4. Als Heiland [(sie (Maria) wird einen Sohn gebären, dem sollst Du (Joseph) den Namen Jesus geben: denn Er wird Sein Volk erlösen von dessen Sünden (Matth. 1, 21)] werde Ich aber deshalb genannt, weil durch Mich das Heil durch die Erlösung am Kreuze a) von der Erbsünde und den alttestamentlichen Sünden, b) den Menschen geworden ist, wodurch die Menschen als Kinder Gottes, von der Trennung von Mir, von ihrem geistigen Vater erlöst worden sind. 5. a.- Jesajas schreibt darüber: Er ist verwundet um unserer Sünde willen, geschlagen wegen unserer Missetat. Die Züchtigung zu unserem Heil liegt auf Ihm, durch Seine Wunden werden wir geheilt (Jes. 53, 5). 6. b.- Mein Tod erfolgte zur Erlösung von den Übertretungen der Menschen im ersten Bunde (Hebr. 9, 15; - Röm. 3, 25). 7. Neben dem Namen Jesus als Heiland werde Ich auch Christus genannt, weil Ich durch die Propheten als Gesalbter, was hebräisch Messias (Hebräisch: Maschiach), griechisch aber Christus heißt, öfters erwähnt wurde, so besonders klar bei Daniel: … bis auf den Gesalbten, (Jesus) den Fürsten (aus dem Stamme Juda) sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen (Daniel 9, 25).
18. Jesus Christus als eingeborner Sohn Gottes genannt. 1. Ich werde, wie vorn erwähnt, der eingeborne Sohn Gottes genannt, und das nach Meiner Seele, weil Meine Seele als Gottesweisheit so in die göttliche Liebe eingeboren oder inhaltlich ist, wie das Licht in der Flamme. 2. Daß Ich eingeborner Sohn Gottes bin, berichten folgende Stellen der heiligen Schrift, die der Evangelist Johannes aufgezeichnet hat: 3. Niemand hat je Gott (in Seiner Urgestalt) gesehen, als der eingeborne Sohn, welcher im Schoße des Vaters ist, der hat Ihn (uns) bekannt gemacht (Joh. 1, 18). 4. Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß Er Seinen eingebornen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubet, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Denn Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß Er die Welt verurteile, sondern, daß die Welt durch Ihn gerettet werde. Wer an Ihn glaubt, der wird nicht verurteilt; wer aber nicht glaubt, der ist schon verurteilt, weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glaubt (Joh. 3, 16-18). 5. Glaubet ihr Mir nicht, daß Ich im Vater, und der Vater in Mir sei, so glaubet es doch der Werke wegen ( Joh. 14, 11). 6. Die Liebe Gottes hat sich darin uns bewiesen, daß Gott Seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt, damit wir durch Ihn leben (Joh. I. 4, 9).
19. Gottessohn. 1. Dieser Name ist, wie die angeführten Stellen über den eingebornen Sohn dartun, die geistige Bezeichnung für die göttliche Weisheit oder Theosophie, oder das Wort Gottes (Heilige Dreieinigkeit Kap. III), das Ich als Wort Gottes vortrug. Darum sagte Paul an Korinther: Christus ist die göttliche Weisheit (I. Kor. 1, 24). 2. Die Menschwerdung Gottes in Christo unter dem geistigen Namen "Sohn Gottes" geschah deshalb, um zur bestimmten Zeit das wahre Evangelium Gottes den Armen zu verkünden. Darüber schreibt 3. Jesaja 61,1: Der Geist des Herrn ist über Mir, darum hat Er Mich gesalbet und Mich gesendet, den Armen (das heißt denen, die nach geistig göttlichem Brote hungern) das Evangelium zu verkünden (Luk. 4. 18). 4. Ferner, um durch die Erlösung am Kreuze sie von der Erbsünde und der daraus erfolgten alttestamentlichen Sünden zu erlösen (1. Mos. 3; - Hebr. 9, 15; - Röm. 3, 25), und dadurch ihnen die Kindschaft Gottes wieder zu erwerben, deren sie durch die Erbsünde verlustig worden sind. 5. Denn Gott versöhnte in Christo die Welt mit Sich Selber, indem Er den Menschen ihre alttestamentlichen Sünden nicht mehr zurechnet (2. Kor. 5, 19: - 1. Mos. 3,15). 6. Die Beweise, daß Ich Jesus in geistiger Sprache "Gottes Sohn" heiße, und auf welche jeder Christ zu glauben hat, wenn er das ewige Leben durch die Kindschaft Gottes erlangen will, sind folgende: 7. Lukas 1,26+31-35: der Engel Gabriel sprach zu Maria: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, den du sollst Jesus nennen; dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Maria sprach zum Engel: Wie soll dies geschehen, da ich von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch wird das Heilige, das aus dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 8. Matthäus 17,5 und Lukas 9,35: Bei der Verklärung am Berge Tabor umzog sie eine leuchtende Wolke und aus dieser sprach eine Stimme: Dieser ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich mein Wohlgefallen habe; Den höret. Die Szene bei der Taufe ist eine irrtümliche Verwechslung und Verdoppelung des Ereignisses am Berge Tabor. Richtet euch nach der Angabe des Evangelisten Johannes 1,29-34, der das Wahre, was damals geschehen ist, erzählt. 9. Matthäus 16,13+16-18: Ich fragte Meine Jünger: Wer saget ihr, daß Ich sei? worauf Mir Petrus antwortete: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes; und Ich sprach: Selig bist Du Simon, Jonas Sohn; Ich sage dir: Auf diesem Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. 10. Der Fels, auf den Ich Meine Gemeinde bauen werde, bedeutet die "Wahrheit" des Bekenntnisses, daß Ich der Sohn Gottes bin. Denn das geistige Wort Fels bedeutet Wahrheit, und weil Ich als Gott die Wahrheit (Joh. 14, 6; - 16, 13) bin, daher auch in Rücksicht des Göttlich-Wahren. 11. Wer somit Christus nicht als Sohn Gottes bekennt, bei dem ist die Wahrheit nicht, denn das ist das Erste des Glaubens: An Mich Jesus Christus, somit an Meinen Ursprung als göttliche Weisheit zu glauben. 12. Johannes 1,34: Johannes der Täufer sah bei Meiner Taufe im Jordan das angesagte göttliche Zeichen und daher bezeugte er, daß Ich der Sohn Gottes sei. 13. Johannes 1,50: Als Ich dem Nathaniel seine Charakterfestigkeit sagte, erkannte er Mich und sprach: Du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels. 14. Johannes 6,69-70: Petrus sprach im Namen der zwölf Jünger zu Mir: Herr, du hast Worte des ewigen Lebens, und wir glauben und erkennen, daß du Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist. (Gleich mit Vers 9). 15. Matthäus 26,63-64: Ich bekannte Selber vor dem Kaiphas, daß Ich der Sohn Gottes ( Dasselbe bei Marc. 14, 61. 62; - Luc. 22, 70.) sei, was Mir die Pharisäer dann am Kreuze spottend vorwarfen (Matth. 27, 43). 16. Matthäus 14,33: Als Ich zu Wasser hergewandelt kam und in das Schiff trat, legte sich der Wind und alle die Mitreisenden nach Kapernaum kamen und beteten Mich an und sprachen: Wahrhaftig, Du bist Gottes Sohn". 17. Apostelgeschichten 8,37: "Der Kämmerer der Königin Kandace in Mohrenland, welcher getauft werden wollte, sprach zu Philippus: "Ich glaube, daß Jesus der Sohn Gottes ist". 18. "In der Apg. 9,20 heißt es: "Nachdem Paulus bekehrt war, predigte er Jesum, daß Er der Sohn Gottes sei. 19. Nach Johannes 5,25 sprach Ich: "Es wird die Stunde kommen, da die Toten (im Geiste) werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören (d.h. annehmen), werden leben". 20. Johannes 20,31 sagt: "Diese Dinge sind geschrieben worden, auf daß ihr glaubet, daß Jesus ist Messias (oder Christus), der Sohn Gottes, damit ihr glaubend das Leben habet in Seinem Namen." 21. Ferner sagt Johannes I. 5,13: Dieses habe ich euch geschrieben, daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und damit ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes." 22. Johannes I. 5,20+21: "Wir wissen, daß der Sohn Gottes gekommen ist, und uns einen Sinn gegeben hat, daß wir den Wahrhaftigen erkennen, und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohne Jesus Christus; dieser ist der wahre Gott und das ewige Leben." 23. Johannes I. 4,15: Jeder der bekennt hat, daß Jesus ist der Sohn Gottes in dem bleibt Gott und er in Gott." 24. Außer den angeführten Stellen werde Ich auch anderwärts Sohn Gottes genannt, was in den Fußnoten gezeigt wird (als: Matth. 8, 29; - 27, 40.43; - Marc. 1, 1; 3, 11; - Luc. 8, 28; - Joh. 9, 35; - 10, 36; - 11, 4, 27: - 19, 7; Röm. 1, 4; - 2. Kor. 1, 19: - Gal. 2, 20; - Ephes. 4,13: - Hebr. 4, 14: - 6, 6; - 7, 3; - 10 , 29; - 1. Joh. 3, 8;- 5, 10: - Offf. 2, 18). An vielen anderen Stellen der Heiligen Schrift, werde Ich von Jehova "Sohn" genannt, an anderen Stellen nenne Ich Selber Jehova als Meinen Vater, das heißt die göttliche Liebe, weil Ich kein Sohn Jehovas, sondern des Jehova oder des Vaters Weisheit oder Seele bin, was im Buche Nr. 37 und 71 klar bewiesen steht. Vom Vater und Sohn wird erwähnt auch in folgenden Stellen: 25. Johannes 5,19-27: Was der Vater tut, das tut auch der Sohn; wie der Vater die Toten auferweckt und belebt, so auch der Sohn; wie der Vater das Leben in sich Selbst hat, so hat Er es auch dem Sohne gegeben, das Leben in Sich Selbst zu haben, damit Alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Sohn wird auch sehr oft anderwärts, sowie auch bei David genannt: 26. Psalm 2,7+12: Von dem Beschlossenen will Ich Kunde geben: Jehova sprach zu Mir: Mein Sohn bist Du, Ich habe Dich gezeugt. — Küsset den Sohn, daß Er nicht zürne, und ihr nicht umkommt auf dem Wege; denn Sein Zorn (das heißt "Eifer") wird bald entbrennen: selig Alle, die auf Ihn vertrauen.
20. Davidsohn. 1. Ich werde deshalb Sohn Davids genannt, weil Ich durch die Propheten Nathan (2. Sam. 7, 12) und Jesajas (Jes. 7, 14; - 9, 5; - 11, 1) als ein Sohn aus dem Samen Davids im voraus angesagt wurde und weil die Mutter Meines Fleischleibes Maria (Luc. 1, 26-56) eine Nachkommin aus dem Stamme des Hauses Davids war. 2. Deshalb war Ich, Jesus, ein geistiger Repräsentant des Hauses David und Meine Glaubensanhänger sind das Volk Meines geistigen Königreichs Davids, das ewig bestehen wird (2. Sam. 7, 12. 13. 16; - Jes. 9, 6; - Dan. 7, 13. 14; - Micha 4, 7).
21.
Menschensohn. 1. Dem Fleischleibe nach war Ich tatsächlich Menschensohn, weil Nachkomme aus dem Stamme und Samen Davids. 2. Geistig bedeutet Menschensohn dagegen einen Propheten, als Verkünder des göttlichen Wortes, weil Gott der Urmensch aller Menschen (Vergl. die Aufklärung in der Zeitschrift „Die Liebe“ 1. Bd. S. 25.) ist, nach dessen geistig sinnender Gestalt Seine Kinder "Menschen" heißen; — Sohn bedeutet nach der Entsprechung der geistig himmlischen Sprache Wort (Vergl. Joh. 1, 1-14; - Matth. 28, 19; - 1. Joh. 5, 7) und dieses ist die Weisheit Gottes (1. Kor. 1, 24).
3. Mensch als geistig sinnende Gestalt, heißt urdeutsch:
Man-isk-ku(s) das heißt "denk-endes-Wesen" = "Denker". — Slawisch
(am besten russisch erhalten): celovek (tschelowek) = "Sprecher,
Redner". 22. Gottmensch. 1. Diesen Namen trage Ich nach Meiner Herkunft als Gott, und nach Meiner Menschwerdung aus Gott. Darüber schreibt der Prophet 2. Jesajas 9,5 folgendes: Ein Sohn ist uns geboren, und man nennt Seinen Namen (nach Seinem göttlichen Geiste): (Gott) Vater von Ewigkeit (und nach Seiner Seele, die aus der Weisheit Gottes besteht): Rat (des Gottvaters von Ewigkeit). 3. Ich Jesus als Mensch war dem Leibe nach die fleischliche Hülle Gottes.
23. Der Glaube an Gott als schaubare Person. 1. Gott war vor der Menschwerdung in Christo in Seinem absoluten geistigen Zustande unsichtbar für alle Geschöpfe. Bei Moses heißt es ausdrücklich: Gott kann niemand sehen und leben, weil Er ein verzehrendes Feuer ist. Dieses Feuer ist die göttliche Liebe, die im materiellen Zustande das lebendigste, daher verzehrende Feuer ist (2. Mos. 33, 20; - 5. Mos. 4, 24). Im geistigen als Ätherzustande ist sie aber der allerfeinste und für die Seele empfindliche Liebesgeist, der aber von den Menschen im Fleischleibe, ohne Zulassung Gottes nicht gefühlt werden kann. Je feingeistiger der Mensch, desto höher die Genüsse im himmlischen Zustande. — 2. Im Alten Testament war der Glaube an Jehova nur durch den stellvertretenden Engel begründet, durch den der Geist Jehovas sprach. Im Neuen Testament ist Jehova im Leibe Christi euch ein schaubarer Gott geworden. 3. Der Glaube an einen sichtbaren Gott in Christo, der Mensch und Gott zugleich ist, hat für den menschlichen Verstand eine wohltuende Beseligung, weil dies eurer Vorstellung von einem Gott, der euer Vater ist, entspricht, weil es natürlich ist. Das nackte Geistige geht zwar in den Menschen ein, wird aber nicht als etwas Feststehendes aufgenommen, sondern es ist wie ein entweichender Äther, der nicht anregt, weil man seiner nicht inne wird. Wenn aber das Geistige im Natürlichen aufgenommen und zu einer festen Wirklichkeit des Glaubens wird, dann wird das Geistige mit dem Materiellen zu einem Gegenstand der Überzeugung und daher des wahren Glaubens. Der Glaube an einen unsichtbaren Gott war aber in Wirklichkeit ein blinder, weil das menschliche Gemüt seinen Gott nicht sieht, und das Licht dieses Glaubens, weil es nicht ein geistig natürliches ist, ist kein echtes Licht.
24. Der allein seligmachende Glaube ist der, daß Ich Jesus Christus, euer Gott und Erlöser bin. 1. Der allein selig machende Glaube, wodurch der Mensch zur höchsten geistigen Vollendung, daß er zur Anschauung Gottes, seines Vaters gelangt, ist der, daß ihr glaubt: Jesus Christus ist die Menschwerdung Gottes Jehovas Zebaots, weil dies unzweideutig aus den Weissagungen der Propheten hervorgeht: erstens gingen alle Weissagungen buchstäblich in Erfüllung, die Jehova über die künftigen Schicksale der Länder Babylonien, Phönizien, Ägypten und Palästina gab (Kundgaben 1. Bd. ChtS. 71); zweitens: weil derselbe Jehova über Sich Selbst diejenigen Weissagungen gab, welche im Leben Jesu Christi buchstäblich in Erfüllung gingen (Zeuge Altes und Neues Testament); drittens: weil die ganze Heilige Schrift geistig nur Gott zum Gegenstand Seiner Haushaltung über das Menschengeschlecht hat (Swedenborgs Lehre). 2. Die Seligkeit der Menschen hängt ab von dem Glauben an einen Gott. Alle frommen Menschen werden selig, ob sie an einen Christus glauben oder nicht, aber unterschiedlich: welche an Mich Christus nicht glauben, daß Ich Gott bin, die können wohl in glückliche Zustände kommen, aber sie können nie zu Gott als ihrem Vater gelangen, sie sind in Zuständen, wie die Patriarchen und Propheten vor der Erlösung am Kreuze, die sie als Vorhölle betrachten, weil ihre Wünsche nicht in Erfüllung gehen konnten, um zu ihrem Vater zu gelangen. 3. Diejenigen aber, welche an Mich Christus als Gott glauben und ihr Leben nach den göttlichen Geboten führen, denen ist vorbehalten, Kinder Gottes zu werden und in den Seligkeitsrang des Liebehimmels erhoben zu werden, wo sie Gott in Gestalt Jesu Christi von Angesicht zu Angesicht schauen und in unbeschreiblichen Glückseligkeiten schwelgen; während diejenigen, welche Mich Christus nur als Mensch betrachten, sind wie die Dienstboten im Hause des ewig abwesenden Vaters, weil für sie unsichtbaren Gottes. Auch ist ihre Seligkeit unvergleichbar minderen Grades weil sie in der Weisheit, — die Kinder Gottes aber in der Liebe Gottes sind. Darum lehrte Ich Selber, später lehrten die Apostel, daß man an Mich glauben soll, wenn man im Sinne der Kinder als Erben Gottes selig werden will, wie folgende Beweise dartun: 4. Johannes 3,15+16: Johannes zeugte über Mich, was Ich sprach mit folgenden Worten: Daß Mein Leiden und Tod dafür geschehen werden, damit jeder, der an den Sohn glaubte, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe; denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingebornen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. 5. Johannes 3,18: Und sprach weiter: Wer an den Sohn glaubt, wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des Eingebornen Sohnes Gottes. 6. Johannes 3, 36 sagt: Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben (der Kinder Gottes), wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben (das heißt Jesum Christum) nicht sehen, sondern der Zorn (das heißt Absonderung von der Kindschaft) Gottes bleibt über ihm. 7. Johannes 6,28+29: Sie sprachen zu Mir: Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken? Und Ich antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr glaubet an Den, welchen der Vater gesandt hat (und lebt und handelt darnach, was Er lehrt! —). 8. Johannes 6,35: Ich sagte zu den Juden: Ich bin das Brot des Lebens, wer zu Mir kommt, der wird nicht hungern und wer an Mich glaubt, den wird niemals dürsten. 9. Johannes 6,40: Ferner sagte Ich: Dies ist der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat, daß Jeder, der den Sohn sieht, und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe, und Ich ihn auferwecke am letzten Tage. 10. Johannes 6,47+48: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer an Mich glaubt, hat das ewige Leben selbst; denn Ich bin das Brot des Lebens (oder die geistige Lehre, nach deren Erfüllung man zu Mir, seinem Vater, als "das ewige Leben" kommt. 11. Johannes 7,37+38: ich rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke aus dem Born der göttlichen Liebe; denn, wer an Mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme des lebendigen Wassers fließen, (welche sind die Werke der Nächstenliebe.) 12. Johannes 8,24: Ich sagte: Wenn ihr nicht glaubet, daß Ich bin Jehova, der verheißene Messias (Jes. 9, 5; - Maleachi 3, 1. 23; Micha 5, 1), so werdet ihr sterben in euren Sünden. 13. Johannes 11,25+26: Von Mir Selbst sprach Ich: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an Mich glaubet, wird in Ewigkeit nicht sterben. 14. Johannes 12,36: Bei dem Einzuge in Jerusalem sagte Ich im Tempel zu den Juden; solange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes seiet. 15. Johannes 16,8+9: Beim letzten Abendmahl sagte Ich: Wenn der Beistand, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, so wird Er die Welt überführen von der Sünde, von der Gerechtigkeit und dem Gericht; von der Sünde, daß sie nicht an Mich glauben. 16. Johannes 20,31 sagt: Diese Dinge sind geschrieben worden, damit ihr glaubet, daß Jesus ist der Sohn Gottes und damit ihr glaubend das Leben habet in Seinem Namen. 17. Diejenigen, welche glauben, daß der Glaube an Christus allein seligmachend ist ohne Werke der Nächstenliebe, was natürlich eine irrige Ausdeutung der mißverstandenen Bibellehre ist, finden im Anhang zu Luther ( ChtS. Nr. 71) die diesbezügliche gründliche Aufklärung, sowie auch im Buche: Christus und die Bibel.
25. Der Kraftglaube. 1. Der Glaube an Mich Christus und daher die Befolgung Meiner Lehre ist die Grundkraft des geistigen Lebens. Dieser Glaube ist es, womit man alles erreicht und im gegebenen Falle selbst Wunderheilungen zustande bringt. Darum sagte Ich: 2. Johannes 15, 4+5: "Bleibet in Mir und Ich in euch; denn ohne mich könnet ihr nichts tun". 3. Der Glaube an Gott und an das, was er geboten und gelehrt hat, ist eigentlich Glaube an das, was aus Gott ist, was aber aus Gott ist, ist göttlich und daher dasselbe, was Gott, weil in Gott nur Göttliches: Vater und Sohn oder Liebe und Weisheit, und deren Auswirkung ist somit der wahre Glaube an das, was aus Gott ist, wieder Gott Selber, weil der Glaube von Gott gegeben und zurück verlangt wird. Es ist eine Kraft, die aus Gott geht und in Gott wurzelt, und diese Kraft ist der heilige Geist in Gott, welcher die Betätigung der Gottheit nach außen ist. Daher: Wer einen festen Glauben hat, hat Gotteskraft in sich, und ist befähigt, Wunder zu wirken. Darum heißt es: 4. Markus 9,23: Alle Dinge sind möglich dem, der es glaubt (und sonach ist nichts unmöglich dem, der ungezweifelt glaubt). — Und darauf stützen sich auch die Kraftgnaden der Wiedergeburt des Geistes, wovon in der Heiligen Dreieinigkeit das Nähere angegeben ist.
26. Die Wahrheit im Glauben. Der wahre Glaube ist der Glaube an das Gotteswort; Gotteswort ist aber die ewige Wahrheit, darum, wer den echten Glauben hat, der hat Gott seinen Vater Jesus, die ewige Wahrheit in sich und ist dadurch gefeit gegen die Angriffe der Hölle. — Darum soll ein jeder nur das glauben, was ihm hier dargeboten und gelehrt wird, wenn er es will, daß Christus in ihm lebe und wirke. Denn nur diesen Glauben habe Ich Jesus im Petrus einen Fels oder die Wahrheit genannt, auf der Ich Meine Kirche baue.
27. Der Glaube der Apostel an Christus. 1. Daß der Glaube der Apostel bloß auf Meine Person als Gottvater (Joh. 10, 30; - 12, 45; 14, 9: - Jes. 9, 5) und Sohn sich gründete, erhellt aus ihren Briefen, besonders aus denen von Paulus, der spricht: 2. Galater 2,20: Ich lebe, (zwar noch im Fleische), aber doch nicht ich (nach den Begierden des Fleisches), sondern Christus lebt in mir (nach Seinem göttlichen Geiste); denn was ich jetzt lebe im Fleische, das lebe ich im Glauben, welcher ist an den Sohn Gottes. 3. Apostelgeschichte 20,21: Paulus ermahnt Juden und Griechen zur Buße gegen Gott und zum Glauben an den Herrn Jesus Christus. 4. Apostelgeschichte 16,30+31: Der Kerkermeister, der den Paulus herausführte, fragte: Was muß ich tun, um selig zu werden? Und Paulus antwortete: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du (wenn du Seine Lehren und Gebote erfüllst), selig werden samt deinem Hause. 5. Johannes 5,12+13: Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer aber den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht; dieses habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisset, dass ihr das ewige Leben habet, und damit ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes. 6. Galater 2,15+16: Wir, die wir von Natur Juden, und nicht Sünder aus den Heiden sind, da wir wissen, dass der Mensch nicht Gerechtigkeit wird durch befohlene Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so haben auch wir an Jesum Christum geglaubt. 7. Römer 3,22+26: Die Gerechtigkeit Gottes, kommt durch den (durch die Werke erfüllten) Glauben (wie Paulus und Jakob an anderen Stellen der Bibel lehren). 8. Philipper 3,9: Paulus sagte: Er habe die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die durch den (werktätigen) Glauben von Gott zuteil wird. 9. Offenbarung 14,12: Hier sind Selige, die Gottes Gebote halten, und den Glauben an Jesus Christus. 10. Timotheus II. 3,15: Durch den Glauben, welcher ist an Jesus Christus. 11. Galater 5,6: In Jesu Christo gilt nur der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. — Daß allein dieser Glaube der richtige ist, vergleiche im Anhang zu Martin Luther, Seite 228; während sich die Protestanten lieber an die mißverstandene Ausdeutung der Schrift in Römer 3,28 halten, weil sie damit sich aller Betätigung in Werken der Nächstenliebe enthoben zu sein vermeinen. 12. Daß der Glaube nur dann der echte Glaube, ein Glaube der Wahrheit ist, wenn er durch die Liebe tätig ist, wird gezeigt durch die 7 Tugenden unter Liebe, Barmherzigkeit und Nächstenliebe (im Gebetbuche). Auch die Führung Dr. M. Luthers im Jenseits zeugt, dass die wahre Religion nur die ist, welche sich in Liebe zu Gott und dem Nächsten kundgibt.
28. Der Fels des Glaubens ist die Wahrheit. 1. Der Glaube an einen Gott ist der, daß der Mensch glaubt, daß Jesus dieser Gott ist, dieser Glaube ist ein Fels des ewigen Lebens, welcher ist die göttliche "Wahrheit" in ihrer höchsten Kraft der göttlichen Liebe, darum wird Jehova ein Fels bei den Propheten und Aposteln genannt, wie nachstehende Beweise dartun: 2. Mose V. 32,3+4: Ich will den Namen Jehovas preisen, gebet unserem Gott allein die Ehre! — Er ist ein Fels, Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was Er tut, das ist recht. 3. Mose V. 32,15: Da aber Jesurun fett ward, ward er übermütig … er hat den Gott fahren lassen, der ihn gemacht hat. Er hat den Fels seines Heils gering geachtet. 4. Mose V. 32,18: Deinen Fels, der dich gezeugt hat, hast du aus der Acht gelassen, und hast vergessen den Gott, der dich gemacht hat. 5. Mose V. 32,30: Wie könnte einer Tausende verfolgen und wie Zweie zehn Tausend in die Flucht schlagen? hätte ihr Fels sie nicht verkauft (verlassen) und Jehova sie nicht (dem Feinde) preisgegeben! 6. Mose V. 32,37: Und man wird sagen: Wo sind ihre Götter (d.h. Leiter), der Fels, auf den sie trauten? 7. Samuel II. 22,2: David sprach: Jehova ist mein Fels und meine Burg, und mein Erretter. 8. Psalm 18,3: Jehova ist mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz. 9. Psalm 31,3+4: (Jehova), sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß Du mir helfest. Denn Du bist mein Fels und meine Burg, um Deines Namens willen führe mich und leite mich! 10. Psalm 42,10: Ich spreche zu Gott meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muß ich so traurig gehen unter dem Druck meines Feindes? 11. Psalm 62,8: Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, (Er ist) der Fels meiner Kraft, meine Zuversicht ist auf Gott. 12. Psalm 71,3: Sei mir ein starker Hort der Zuflucht, dahin ich mich immer flüchten kann, Du hast mir zugesagt zu helfen, denn Du bist mein Fels und meine Burg. 13. Psalm 27,5: Jehova decket mich in Seiner Hütte am Tage des Unglückes, Er verbirgt mich unter dem Schutze Seines Gezeltes, und erhebt mich hoch auf den Felsen. 14. Psalm 40,3: Jehova zog mich aus der Grube des Verderbens und aus dem kotigen Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels und sicherte damit meine Tritte. 15. Psalm 61,3: Hienieden auf Erden rufe ich zu Dir, wenn mein Herz in der Angst ist, Du wollest mich führen auf einen hohen Felsen. 16. Jesaja 17,10: Weil du hast vergessen des Gottes deines Heils, und nicht gedacht an den Felsen deiner Stärke. Darum setzest du lustige Pflanzen, und legest ausländische Pflanzen. 17. Jesaja 26,4: Vertrauet auf Jehova ewiglich; denn Jehova ist ein ewiger Fels. 18. Matthäus 16,15+18: Ich fragte Meine Jünger, was sie meinen wer Ich sei, und da antwortete Simon: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes". Darauf erwiderte Ich und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn! Denn das hat dir nicht Fleisch und Blut geoffenbart, sondern Mein Vater im Himmel. Und Ich sage dir auch: du bist Petrus (oder Fels) und auf diesem Fels will Ich bauen Meine Gemeinde (meam ecclesiam), und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. 19. Die Wahrheit ist in geistiger Sprache ein Fels genannt, und daß Gott darunter gemeint ist, ersehet ihr aus der Rede, die Ich beim letzten Abendmahl sprach, worin der Vers vorkommt: 20. Ich Jesus bin (durch Meine Gebote, Lehren und Lebensweise) der Weg zum ewigen Leben, denn Ich bin die Wahrheit (Selber oder Gott) und (daher Ich Selber) das ewige Leben. 21. Darum schrieb der Prophet Jesajas (Jes. 8, 14; - Math. 9, 33) über Mich: Siehe, Ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels der Ärgernis; wer aber an Ihn (den Fels der Ärgernis für Gottlose), glaubt, der soll nicht zu Schanden werden. 22. Weil Petrus durch Mich, als die Liebe in seinem Herzen, die Wahrheit über meine Herkunft erfuhr, so war Ich der Fels oder die Wahrheit, auf die er glaubte und daher war Petrus nur Träger der Wahrheit, aber nicht selber die Wahrheit, sondern ein Fels des wahren Glaubens, ein Zeuge meines Ichs, der ewigen Wahrheit (Dan. 4, 34). Darum sagte Ich dann: daß Ich auf diesem Fels, als der ewigen Wahrheit, Meine Glaubensgemeinde aufbauen werde; aber nicht auf den Petrus, der im Hofe des Kaiphas Mich dreimal nacheinander verleugnete, der später neidig auf Johannes umsah, als Ich ihm die Schafe zu weiden gab und in Antiochia zum drittenmal nicht in der Wahrheit war (Gal. 2, 14). Auf ihn selbst war daher die Rede nicht, daß Ich auf ihn meine Glaubensgemeinde der Wahrheit aufbauen werde, sondern auf Mich Selbst!
29. Jesu Titel "Herr". Ich werde in dem Testamente oft "Herr" genannt. Die Bedeutung dieser Bezeichnung war zu Meiner Zeit ein hoher Titel, den man Gott und dem Könige oder sonst einer hochstehenden Person gab. Darum geschah es, als Maria zur Elisabeth auf Besuch kam, daß sie diese mit folgenden Worten willkommen hieß: Woher geschieht mir dies, daß die Mutter meines Herrn (Luk. 1, 43) zu mir kommt?
30. Jesus, das Licht der Welt. Ich sagte: Ich bin das Licht der Welt? Dieser Ausspruch bedeutet aber, daß Jesus, weil die Liebe und Weisheit in einer Person vereint war, daß dies in göttlicher Bedeutung soviel hieß als: Ich bin das Licht der göttlichen Liebesflamme, welche durch Ihre Weisheit das Licht ist, welches die Welt der Finsternis erleuchtet und sie zur Erkenntnis der Wahrheit führt.
31. Jesus Christus ist der Erstgeborne vor aller Schöpfung. 1. Diese Bezeichnung, daß Ich Jesus Christus der Erstgeborne vor aller Schöpfung bin, will besagen, daß Ich Jesus als Mensch der Erste aller Gotteskinder bin, und daß Ich schon früher als Weisheit Gottes da war, als Gott die Erschaffung der Welt vornahm. 2. Die Menschen als Kinder Gottes bestehen aus Liebe, Weisheit und Kraft. Das ist aber so zu verstehen: Da in Gott, ihrem Vater, die Liebe zum Schaffen, die Weisheit zum Ersinnen und die Allkraft zum Zuwegebringen besteht, daß diese Eigenschaften des Gottvaters auch in Seinen Kindern eingeboren sind.
32. Der dritte Glaubensartikel. Geburts- und Lebensgeschichte Jesu. Der dritte Glaubensartikel lautet: Der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Maria der Jungfrau. 1. Obwohl Ich gewöhnlich Gottessohn genannt wurde, so habe Ich doch keinen Vater je gehabt, denn der Vater war Meine Liebe im Herzen, und dessen Sohn war die Weisheit Meiner Liebe im Kopfe der Seele des Vaters, da Ich als des Vaters Sohn dessen Weisheit und gleichzeitig dessen Seele in Einem war, bin und ewig werde. 2. Meine fleischliche Empfängnis in Maria geschah durch den heiligen Geist. Dieses ist so zu verstehen: Da der heilige Geist aus dem Vater und Sohn ausgeht, daher waren die Liebe und Weisheit in Gott darin Eins, daß im Leibe der Maria die materielle Hülle oder der Körper Jehovas gebildet werde und also ward das Wort zur Tat, indem das Wort zu wirken begann, wodurch sich nun Mein irdischmaterieller Körper bildete, wie es bei den Evangelisten heißt: "Was in ihr (in Maria) erzeugt worden, das ist vom heiligen Geiste (Matth. 1, 20; - Luk. 1, 35). 3. Wollt ihr's genau wissen, ob Maria Meine Mutter war oder nicht, so will Ich euch die Sache gründlich erklären: Was der Mensch nicht aus seiner eigenen Inangriffnahme macht, ist er nicht Erzeuger dessen; geschieht dies durch eine fremde Macht, so kann er auch nicht sagen, daß er es erzeugt hat; Mutter (Aus dem skr-urdeutschen matar, moutar, mueter und endlich in muter Mutter verdreht) bedeutet aber Erzeugerin und das war sie nicht, denn sie hatte keinen Mann, sondern sie war nur ein Werkzeug in Meiner Hand, das Werkzeug ist aber nicht der Meister oder Fabrikant, somit war Maria genau genommen nur die Gebärerin Meines Fleischleibes, aber keine Mutter, noch weniger Gottesmutter. — 4. Es wird im künftigen Reiche der Liebe auch keine fleischliche Zeugung stattfinden, und doch wird kein Weib ohne Mann empfangen können. Diese Meine Aufklärung soll euch erleuchten, — damit ihr die Wahrheit erfasset und nicht nach menschlichen Satzungen Maria als Gottesmutter betrachtet und sie höher stellet, als es der Wahrheit entspricht. — 5. Maria stammte aus dem Samen Davids und war eine der 7 Jungfrauen, die damals aus dem königlichen Hause Davids auf der Welt lebten (Jugendgeschichte Jesu ChtS. Nr. IX. 2, 5-8: Luk. 1, 31-33. 37: - 2, 4). 6. Nachdem Maria von Meiner göttlichen Liebe bestimmt war, irdische Gebärerin zu sein, schickte Ich den Erzvater Jared als Erzengel Gabriel und ließ ihr verkünden, daß sie von Mir erkoren wurde, die Gebärerin des Messias zu werden, daß sie somit schwanger werden und ein Kind gebären wird, das sie Jesus nennen soll (Luk. 1, 28-35; - ChtS. IX 3, 1-12.). 7. Maria erschrak und sprach zum Engel: Wie wird das geschehen, da ich keinen Mann kenne? Darauf antwortete ihr der Engel: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten, darum wird das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden ( Luk. 1, 30-35: ChtS. IX. 3, 7-12). 8. Der Engel sprach: Die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Der Allerhöchste ist aber Gott, somit war das die göttliche Kraft, die hier der heilige Geist genannt wird. Der Apostel Paul aber sagt, daß Ich Jesus Christus die göttliche Kraft bin (Kor. I. 1, 24), somit war Ich Jesus Selber derjenige, der Ich mir in Maria den menschlichen Leib bildete, weil niemand sonst, als die göttliche Kraft oder Allmacht, dies zuwege bringen kann, und weil dies der heilige Geist genannt wird, der aus Vater und Sohn ausgeht,( ChtS. 71) daher ist es ersichtlich, daß Ich weder Sohn Gottes, noch der Maria war, weil Ich Selber Meinen Leib erzeugte und dies durch Meine Willenskraft in Gott, also mit derselben Kraft, durch welche die unzähligen Welten als Sonnen, Planeten und Sterne und ebenso Engel, Geister und Menschen erschaffen wurden und noch werden. 9. Ihr dürfet somit Maria nicht als Mutter Gottes bezeichnen, denn mit diesem Namen machet ihr sie zum Eheweibe Gottes des Vaters und daher ersehet ihr sie in diesem hohen göttlichen Rang als Göttin, wie die Gattin eines Königs eine Königin genannt wird, und das ist eine grobe Irrlehre, welche die römische Kirche erdichtet hat. 10. Maria wird zwar Meine Leibesmutter genannt, aber sie war nicht einmal das, sondern bloß die Gebärerin davon. Habet ihr das richtig verstanden, dann werdet ihr erst Meine Aufklärung im Buche "Christus und die Bibel" S. 192 und im "Gebetbuche" Kap. 160,7 ff. richtig erfassen. 11. Also war Joseph, der Mann Mariens, nicht Mein Vater, wie ihn das damalige unwissende Volk, welches Meine Herkunft nicht wußte, dafür hielt (ChtS. IX. Kap. 11, Verse 26-32 - Jesus war, als Er anfing zu lehren, ungefähr dreißig Jahre alt und ward für einen Sohn Josephs gehalten, welcher war ein Sohn Jakob Eli´s. - Luk. 3, 23; Matth. 1, 16), sondern bloß Mein von Mir aufgestellter Nährvater, und der Maria deshalb vom Tempel als Mann angetraut, damit er als Vater des Kindes angesehen wurde, sonst wäre Maria gesteinigt worden. 12. Meine Geburt erfolgte am 7. Januar zwischen 12 Uhr und 10 Minuten darüber in der Früh nach bethlehemitischer Zeit (Kundgaben 1, 53) in einer Berghöhle 15 Minuten außer der Stadt Bethlehem, welche von dortigen Schafhirten nicht als Schaf- oder Viehstall, sondern als Zufluchtsort bei großer Hitze benützt wurde, um im kühlen Schatten auszuruhen. 13. Diese Höhle besteht noch, wurde aber äußerlich durch ein im Jahre 804 erfolgtes Erdbeben verschüttet, so daß heutzutage niemand deren Vorhandensein mehr weiß. Mit dem sichtbaren Beginn des neuen Reiches der Liebe, werde Ich sie wieder herstellen, wie sie einst war, weil dann die Wahrheit regieren wird! — 14. Darauf wurde meine Geburt verkündet: 1. Im Jahre 4151 am 17. Dezember durch einen Stern dreien Weisen der Sternkunde in Persien. (Matth. 2, 2; - ChtS. XI. Kap. 28-32) 2. Durch einen Engel am 7. Januar nachts früh den Hirten. (Luk. 2, 9) 3. Durch Simeon und Hanna am 15. Januar im Tempel zu Jerusalem dem Volke. (Luk., 2, 25-38) 4. Durch die Weisen aus Persien am 16. Januar dem König Herodes und den Schriftgelehrten in Jerusalem. (Matth. 2,2, 4.5) 15. Nach der Verkündigung Meiner Geburt geschah Folgendes: 1. Die Hirten sind eilends gekommen, den neu geborenen Messias zu sehen und anzubeten. ( ChtS. XI., Kap. 18, 32ff; - Luk. 2. 9-20) 2. Ich wurde am 15. Januar, das ist am achten Tage nach Meiner Geburt, nach der Vorschrift des Alten Testaments beschnitten, Jesus genannt und Maria ist zu gleicher Zeit gereinigt und in den Tempel eingeführt worden. (Kundgaben 1, 53; Luk. 2, 21-24) 3. Am 17. Januar kamen in der Früh die drei Weisen aus Persien mit ihrer Karawane vor die Berghöhle, gingen das Kind anzubeten und opferten Ihm nach orientalischer Sitte als einem König: Gold, Weihrauch und Myrrhen zum Geschenk. (ChtS. IX., Kap. 30; Kundg. 1, 54; - Matth. 2, 11)) 4. Ich bin am 19. Januar früh wegen der Grausamkeit des Herodes, der Mich töten wollte, mit Meinen Pflegeeltern Maria, Joseph und Josephs fünf Söhnen aus der ersten Ehe: Jöel, Joses, Simeon, Juda und Jacob durch die Flucht nach Ostracine in Ägypten entgangen. (ChtS. IX., Kap. 34 und 41. 42; Kundg. 1, 54; - Matth. 2, 11) 5. Eine Stunde nach Meiner Flucht aus Bethlehem kamen die Schergen des Herodes und ermordeten alle bis zwei Jahre alten Kinder in der Stadt und ihrer Umgebung, weil Herodes unter diesen Mich, den neuen König der Juden, zu treffen glaubte. (ChtS. IX., Kap. 41. ; Kundg. 1, 54 ) 6. Nach Aufenthalt von nahe drei Jahren bin Ich im Jahre zwei am 13. November, nach dem Tode des Herodes mit der Familie des Josephs von Ägypten nach Nazaret zurück gekommen und bin daselbst erzogen worden. (ChtS. IX., Kap. 256. 257 ; Kundg. 1, 55 ; Matth. 2, 19-23))
33. Zwölftes Jahr Jesu. Das Merkwürdigste was man von Meiner Jugend weiß, ist folgendes: 1. Daß, als Ich zwölf Jahre alt war, das erste Mal zum Osterfeste nach Jerusalem mit Meinen Zieheltern gekommen bin. 2. Daß Ich zu Jerusalem zurückgeblieben, nach drei Tagen aber von den Zieheltern im Tempel gefunden worden bin, wo Ich Selber unter die Schriftgelehrten ging, mit ihnen über die Ankunft des Messias sprach, Mich dann als Messias kundgab und die Schriftgelehrten derart bearbeitete, daß sich alle über Mich höchst verwunderten. (ChtS. X.; Luk. 2, 41-50) 3. Daß Ich wieder nach Nazaret zurückgekehrt und daselbst geblieben bin. 4. Daß Ich Meinen Zieheltern untertan gewesen bin. 5. Daß Ich an Alter und Weisheit, Liebe und Ansehen im Hause Josephs sowie in bekannten Kreisen wuchs. (Angabe des Vaters an Schumi; ChtS. IX., Kap. 257. 298; Luk. 2, 51. 52)
34. Lehramts-Jahre 30-33. 1. Das Merkwürdigste, so man von Mir weiß, bevor Ich Mein Lehramt antrat, ist: 1. Ich ging am 21. April im Jahre 30 Meines Alters in die Wüste Bethabara am Ufer des Flusses Jordan und fastete 40 Tage lang bis 1. Juni. Hier wurde Ich von dem Hunger geplagt, und daher dreimal von dem Satan des Fleisches, welcher ist das Begierliche im Leibe versucht, das Ich aber standhaft überwunden hatte, wo Ich dann von den Engeln Meiner eigenen Lebenskraft und Demutstugend bedient wurde. (Angabe des Vaters an Schumi; lies Kundg. 1, 55. 56) 2. Ich ließ Mich am 1. Juni von Johannes im Flusse Jordan bis zum Kopf eintauchen (taufen). (urdeutsch túpa, d.h. Tauche, woraus hochdeutsch Taufe wurde) 3. Der heilige Geist Gottes kam als weiße Wolke, der Gestalt einer Taube ähnlich, aus der Höhe sichtbar auf Mich und verweilte über Mir, welches Ich, da Ich Selber Gott war, zum Erkennungszeichen gab, daß Ich der Messias sei, wie Ich, als Geist Gottes im Menschen, dem Johannes zuvor durch das innere prophetische Wort angab (Vaters Aufklärung an Schumi, - Matth. 3, 13-16, aber 14. 15 und 17 ist ein Irrtum, eine falsche, erdichtete Tradition, die Lukas im Jahre 54, also 14 Jahre nach dem Tode Johannes, aufzeichnete; allwo Vers 17 mit der Taborscene verwechselt erscheint. Richtig ist nur das oben vom Vater Selber Geoffenbarte), daß derjenige, über dem er dieses Zeichen kommen und verweilen sehen wird, der Messias sei. 4. Am 2. Juni sah Mich Johannes am Ufer des Jordanflusses wandeln und da sagte er zu seinen Zuhörern, daß Ich das Lamm Gottes sei, welches die Sünden der Welt trägt. (Joh. 1, 29-36; - Vaterwort) 5. Am 2. Juni in Meinem 30. Jahre trat Ich Mein Lehramt an. ( Vaterwort; - Luk. 3, 23; Joh. 1, 35-40) 2. Nachdem Ich Mein Lehramt antrat, ist folgendes als das Wichtigste zu merken: 1. Ich nahm seit 2. Juni bis 15. August Jünger an, aus denen Ich später zwölf Apostel erwählte. (Joh. 1, 37-45; Luk. 5, 13) 2. Ich reiste in Meinem Vaterlande Palästina und in den angrenzenden Ländern von einem Orte zum andern herum. (Ev. J.Chr. 10 Bände; ChtS. Nr. 23) 3. Ich predigte das Evangelium vom Reiche Gottes durch die Lebensbuße (Ev. J.Chr. 10 Bände; - Neues Testament), offenbarte Wahrheiten über göttliche Geheimnisse, die man glauben soll , und lehrte die Tugenden der Gottes- und Nächstenliebe (Matth. 22, 37-40), der Demut (Bergpredigt: Matth. Kap. 5. 6. 7. und Ev. J.Chr. 10 Bände), Barmherzigkeit, Geduld, Herzensreinheit, und versöhnende Bruderliebe. 4. Ich rügte den Unglauben und verabscheute die Laster des Volkes; widerlegte die Glaubens-Irrtümer der Juden, Schriftgelehrten und Pharisäer. (Neues Testament an verschiedenen Stellen; Ev J.Chr. an verschiedenen Stellen der 10 Bände) 5. Ich bekräftigte Meine Lehren und Zeugnisse der Heiligen Schrift durch Wunder und durch Beispiele aus Meinem eigenen Leben. 6. Ich übte überall Wohltaten aus, besonders durch die Heilung der Kranken. 7. Ich weissagte zukünftige Ereignisse. 3. In Rücksicht dieser Tatsachen würde man denken, daß das ganze Volk an Mich glaubte, allein es war nicht so. Viele glaubten an Mich, aber die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Pharisäer glaubten nicht, sondern sie haßten Mich und trachteten Mich mit allerlei verfänglichen Fragen zu fangen, dem Gerichte zu übergeben und Mich zu töten, da Meine Lehre ihnen nicht entsprach, sondern sie beleuchtete, wie sie waren.
35. Der vierte Glaubensartikel. Die Leidensgeschichte Jesu. Der vierte Glaubensartikel lautet: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. 1. Meine Lehrzeit war zu Ende, da war noch das Letzte zu vollführen, nämlich das durch die Propheten angesagte Leiden zu erdulden, um Meine Mission als Erlöser von der Erbsünde (1. Mos. 3,15; Hebr. 9, 15; Paulus 3, 25) zu besiegeln. 2. Meine Ankläger waren die Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes. (ChtS. 21; Leidensgeschichte bei den Evangelisten) Und so habe Ich unter Pontius Pilatus, des römischen Kaisers Tiberius Landpfleger gelitten. (ChtS. 21; Matth. 26 und 27; Mark 14 und 15; Luk 22 und 23; Joh. 18 und 19) 3. Verklagt wurde Ich aber aus bloßem Haß und Neid, — unter dem Vorwande, als wäre Ich ein Gotteslästerer, Sabbatschänder und Verführer und Aufwiegler des Volkes gegen den Kaiser und Tempel. (ChtS. 21 und 71) 4. Auf die Anklage des Hohen Rates des Tempels erhob Pontius Pilatus die Einwendungen, daß Ich nicht unter sein Gerichtssprengel gehöre, dann, daß er nach dem römischen Rechte nichts Ungesetzliches an Mir finde, dazu kam der Traum seines Weibes Túlia Innocentia auf den er viel hielt und Mich den Unschuldigen — freigeben wollte, er machte die Probe mit dem Raubmörder Barabas, um Mich zu retten, aber es ging nicht, ja selbst die entsetzliche Geißelung, wo Ich blau von Schlägen und Wunden, zerrissenen Leibes und blutüberströmt war, konnte den tierischen Blutdurst der reißenden Tiger in Menschengestalt nicht stillen. Mit Ungestüm forderten sie jetzt Meine Kreuzigung und drohten schließlich dem Pilatus, wenn er Mich nicht kreuzigen lasse, daß sie ihn als Feind des Kaisers in Rom verklagen werden, worauf er erschrak und nachgab, obwohl mit großem Unwillen. 5. Das Kreuz, worauf Ich gekreuzigt wurde, galt bei den Juden und Heiden als Schandpfahl, wie heutzutage die Galgen, somit war das die schimpflichste Strafe.(ChtS. 21) Die Kreuzigung fand statt auf einer kleinen Anhöhe nächst der Stadt Jerusalem, welche keltisch und hebräisch Golgatha, lateinisch Calvaria, deutsch aber Schädelstätte hieß. 6. Viele Menschen glauben, daß Ich als Gott oder vorgeschrittener Geistmensch keine Schmerzen litt. Dieses ist jedoch nicht der Fall gewesen, sondern als Mensch konnte und mußte Ich leiden, um die Erlösung von der Erbsünde zu vollbringen, als Gott konnte Ich natürlich nicht leiden. 7. Gelitten habe Ich aber seelisch und körperlich. An Meiner Seele erlitt Ich große Traurigkeit, („Jetzt ist Meine Seele betrübt“: Joh. 12, 27 ist falsch bei Matth. 26, 38 und nach der Aufklärung in der Zeitschrift „Die Liebe“ 1, 137) im Garten Gethsemane aber so große Angst vor dem Leiden, welches Ich im Geiste durch das Hellsehen voraussah, daß Ich Blut schwitzte. Körperlich litt Ich die Leiden, welche Mir die Schläge und Mißhandlungen der Schergen des Kaisers seit Gethsemane bis zur Auslieferung an Pontius Pilatus verursacht haben; im Gerichtshofe des Pontius Pilatus aber die blutige Geißelung und die schandvolle Krönung mit der Dornenkrone; nach der Verurteilung litt Ich große Schmerzen durch das Tragen des schweren Kreuzes an Meinem zerschlagenen und durch Blutverlust kraftlosem Leibe, endlich die großen Wundschmerzen am Kreuze bis zu Meinem Tode.(ChtS. 21 Leidensgeschichte) Außerdem habe Ich seit dem Verhör beim Hohenpriester Kaiphas bis zu Meinem Tode allerlei Lästerungen, Verleumdungen, Verachtung, Verspottung und verschiedene andere Unbilden gelitten.(In der Leidensgeschichte ChtS. Nr. 21 und zum Teil bei den Evangelisten beschrieben) 8. Das Leiden am Kreuze dauerte zwei und eine halbe Stunde, von drei bis halb sechs Uhr Nachmittags. Meinen Leib begruben dann Joseph von Arimathäa und der Hohepriester Nikodemus in ein neues, in Felsen gehauenes Grab, worin noch niemand war gelegt worden.(ChtS. 21) 9. Doch trennte sich die Gottheit von der Seele nach Meinem leiblichen Tode nicht, weil Meine menschliche Seele die Weisheit Gottes Selber war ( 1. Kor. 1, 24), und daher konnte Sich die Gottheit Christi von Ihrer Seele nicht trennen.
36. Der fünfte Glaubensartikel. Christi Aufstieg in die Vorhölle, — und dessen Auferstehung am dritten Tage. Der fünfte Glaubensartikel lautet: Aufgestiegen zu der Vorhölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten. 1. Meine Höllenfahrt bestand darin, daß Ich die Seelen, welche auf Mich warteten, erfreute, indem Ich in himmlischer Verklärung unter sie trat und Meine Erlösung am Kreuze als erfüllt kundgab (Schluß des Leidensweges im Gebetbuch). Die Seelen waren nicht in der Unterwelt, sondern in den Höhen des Firmaments, und ihre (Vor-) Hölle war bloß der nicht erfüllte Wunsch, als Kinder zu ihrem göttlichen Vater gelangen zu können, daher eine Vorhölle, sonst der Prophetenhimmel genannt, wo reine Seelen als Selige wohnten und auf die Erlösung von der Erbsünde warteten. — Daß Samuel von der Unterwelt heraufstieg, hat dem falschen Glauben nach, — so geschehen müssen.( Lies nach in „Die Liebe“ 1, S. 26) 2. Wäre die ewige Verdammnis der christlichen Kirchen so zu verstehen, daß der Mensch auf ewig verdammt bleibt, was hätte Ich dann in der Hölle zu suchen gehabt? Weil die Lehre vom Ewigverdammtsein eine Irrlehre ist, darum widerspricht sie sich selbst durch Meine Höllenfahrt. 3. Da Ich Jesus mit Meinem göttlichen Geist und dessen göttlicher Seele in die Vorhölle aufgestiegen bin, so ist damit die Lehre begründet, daß die Seele nach dem Tode fortlebt, und nur sie für alles im irdischen Leben Getane verantwortlich ist. 4. In die Vorhölle stieg Ich aber deshalb, damit Ich Meinen Sieg über den Satan und den Tod, den auf Mich seit Adam bis zum Kreuzestod wartenden Verstorbenen verkündete, daß die einst von ihnen im Geiste Adams mitbegangene Erbsünde getilgt und der Weg zum Vater wieder geebnet wurde. 5. Der Sieg über den Satan bedeutet den Sieg über die Reize zum Weltlichen und über den geistigen Verführer dazu, dem Lügenfürsten Satan, der in den Menschen allerlei Gelüste und Begierden zum Genuß des Weltlichen einflößt und ihn geistig verfinstert. 6. Der Sieg über den Tod bedeutet aber den Sieg über die Sünden der Welt, da die Sünde der geistige Tod der Seele ist. 7. Hauptsächlich handelte es sich aber um eine ewige Erlösung der Altväter und des ganzen aus dem Adam und der Eva stammenden Menschengeschlechtes von der Erbsünde, welche man die Sünde des ersten Bundes nannte, wie Petrus im Hebräerbrief und Paulus an die Römer kundgeben; daher wurde Ich von Johannes dem Täufer das Lamm Gottes genannt, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt ( Joh. 1, 29). Damit wurden auch die Stellen aus den Propheten des ersten Bundes erfüllt, so durch David ( Ps. 68, 19), der spricht: "Du stiegst in die Höhe und führtest Gefangene (durch die Erbsünde), mit dir; (da sie Mich von da an überallhin als ihren himmlischen Vater im Triumphzuge begleiteten). Eine andere Stelle durch Zacharia ( Zacharia 9, 11) lautet: "Du wirst entlassen Deine (durch die Erbsünde) Gefangenen im Blute Deines (neuen) Bundes. 8. Es waren da die Altväter, die man sonst Patriarchen nennt, dann die Propheten und verschiedene andere Frommen, die früher verstorben sind, ehe Ich in die Vorhölle stieg. — 9. Über die Erlösung aus der Vorhölle spricht König David ( Ps. 6, 9. 10 ) 1076 Jahre zuvor, indem er sagt: Es freut sich mein Herz und jauchzet meine Seele, auch mein Fleisch ruht sorgenlos. Denn Du (Jehova) wirst meine Seele nicht lassen in der (Vor-) Hölle. 19. Die Ursache, warum Ich nach dem Tode Meines Fleischleibes wieder auferstand, ist folgende: 1. Weil die Stellen bei den Propheten und Meine eigenen Weissagungen mußten in Erfüllung gehen, so: 2. König David: Du Jehova wirst Deinen Geliebten nicht sehen lassen die Verwesung (Ps. 16, 10). 3. Hosea: Ich will sie aus der (Vor-) Hölle erlösen und vom (geistigen) Tod (der Erbsünde) erretten. Tod, Ich (Jehova in Jesus) will dir ein Gift sein; Hölle, Ich will dir dein Verderber sein. ( Hosea 13, 14) 4. Ich Jesus sagte bei der Tempelsäuberung ( Joh. 2,19-21) den Juden: Brecht ab diesen Tempel, so will Ich ihn in drei Tagen wieder aufrichten, da Ich damals von dem Tempel Meines Leibes redete. 5. Also sagte Ich auch nach den Evangelisten Matthäus ( Matth. 12, 22-40) und Lukas (Luk. 13, 31-33), daß Ich werde am dritten Tage wieder auferstehen. 6. Um der Welt einen unwiderlegbaren Beweis von der Wahrheit Meiner Lehre und der Göttlichkeit Meiner Person zu geben, wie Paulus schreibt: 7. Wäre Christus nicht auferstanden, so folgt, daß unsere Predigt vergeblich wäre, und vergeblich auch euer Glaube. ( 1. Kor. 15, 14) 8. Um den Menschen die Hoffnung zu stärken und den Beweis zu liefern, daß der Tod durch die Sündlosigkeit des Menschen überwunden wird, da der Tod nur die Folge der Sünde ist. Daher schreibt Paulus: 9. Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden, als Erstling der Entschlafenen; denn durch einen Menschen (der Sünde: Adam) ist der Tod, und durch einen Menschen (ohne Sünde: Jesus) ist die Auferstehung von den Toten. ( 1. Kor. 15, 20. 21 ) 11. Meine Auferstehung fand statt am 27. März um 3 Uhr früh. 12. Ich stand auf von den Toten aus Meiner eigenen Macht, unsterblich und glorreich als Überwinder des Todes und des Teufels, wie Ich beim letzten Abendmahl sprach: 1. Darum liebet mich der Vater, weil Ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand nimmt es von Mir, sondern Ich gebe es von Mir Selbst hin; Ich habe die Macht, es wieder zu nehmen. (Joh. 10, 17. 18) 2. Petrus sagt im Hebräerbrief: Damit Jesus durch den Tod (für die Erbsünde) dem die Macht nehme, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel. ( Hebr. 2, 14 )
37. Der sechste Glaubensartikel. Himmelfahrt und Richteramt Christi. Der sechste Glaubensartikel lautet: Aufgefahren in den Himmel, sitzet zu der rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters. 1. Meine Himmelfahrt ( Kundgabe 1, 57; Luk. 24, 50. 51) fand statt am vierzigsten Tage nach Meiner Auferstehung, das ist am 7. Mai, in Gegenwart Meiner Jünger und Freunde, deren es 670 gab, und zwar auf dem Ölberge. ( Apg. 1, 9; 1. Kor. 16, 6) 2. Paulus schrieb darüber an die Kolosser: Wenn ihr nun (geistig) mit Christus auferstanden seid (indem ihr das Welttümliche verlassen habet), so suchet, was droben ist, wo Christus ist, Der zur Rechten Gottes sitzet. ( Kol. 3, 1 ) 3. Jesus sitzet zur rechten Hand Gottes, heißt aber soviel als: Daß Ich im Besitze der höchsten oder göttlichen Gewalt und Herrlichkeit über alles im Himmel und auf Erden bin, wie Ich am Himmelfahrtstage sagte: 4. "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. ( Matth. 28, 18 – Vgl. ChtS. 37, 53)
38. Der siebente Glaubensartikel. Das Weltgericht Jesu Christi. Der siebente Glaubensartikel lautet also: Von dannen Er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 1. Diese Weissagung geht nun in Erfüllung; denn die Zeit des Weltgerichtes ist bereits da, weil die Menschen Gott vergessen haben, Ihn leugnen und freventlich gegen alle Gebote Gottes sündigen. 2. Meine Wiedergeburt geschah in den Wolken des Himmels, welche sind Meine Vaterworte, durch welche Ich in eigener Person spreche, die aber Meine Person verhüllen und man bloß Meine Worte hört, Mich aber nicht sieht; ferner, Ich komme mit großer Macht der Natur-, Elementar- und Weltereignisse und in großer Herrlichkeit Meiner Mir folgenden Kinder. ( Matth. 24, 30; - 26, 64) 3. Ich komme, um das Weltgericht zu halten und die Lebendigen und die Toten zu richten, wie Petrus in der Apostelgeschichte berichtet.( Apg. 10, 42) Unter den Lebendigen versteht man die Gerechten, unter den Toten die Sünder. 4. Ich werde die Menschen zuerst belehren lassen, was gut oder schlecht ist, und dann werde Ich sie nach ihrem Leben und Handeln nach der Lehre richten, indem Ich diejenigen, welche die Lehre angenommen und befolgt haben, mit dem ewigen Leben belohnen werde, die Anderen, welche den vorangestellten Anforderungen des Lebens und Handelns nach der Lehre nicht nachkommen werden, werde Ich mit dem Leibestode bestrafen und recht bald ins Jenseits ( 2. Kor. 5, 10; - Matth. 25, 46 ist nur geistig zu verstehen, nicht aber materiell) hin übernehmen; da sie für das neue himmlische Reich der Liebe auf Erden nicht taugen. —
39. Der achte Glaubensartikel. Der Glaube an den heiligen Geist. Der achte Glaubensartikel lautet also: Ich glaube an den heiligen Geist. 1. Der heilige Geist ist die Willenskraft Gottes, alles das ins Werk zu setzen, was die Liebe und Weisheit in Gott zu vollführen beschlossen haben. 2. Um die Wirksamkeit des heiligen Geistes in Gott zu verstehen, muß man Ihn mit dem stammverwandten Nervengeist im Menschen vergleichen, der eben auch die wirkende Willenskraft des Menschen ist, was dessen Liebe und Weisheit ins Werk zu setzen beschlossen haben. 3. Der heilige Geist geht vom Vater und Sohn zugleich aus, weil der Vater mit dem Sohne Eins ist, oder weil die Liebe und Weisheit in Gott geeint sind. 4. Der heilige Geist heiligt den Menschen durch Seine Gnade: 1. daß der Mensch die Buße für seine Sünden tun kann, ( Röm. 1, 4) 2. daß er im Stande ist, den Willen Gottes ( Philipper 2, 13) zu erfüllen, 3. Er heiligt ihn durch die Gaben und Gnaden der sogenannten "Wiedergeburt des Geistes",welche ist die Feuertaufe des heiligen Geistes, von der Johannes der Täufer spricht und mit der auch die Jünger zu Pfingsten getauft und begnadigt worden sind. (1. Kor. 12; - ChtS. 37, 37) 5. Die Gnaden und Gaben in der Wiedergeburt sind folgende: - Die Lehrgabe der Weisheit, - die Lehrgabe der Wissenschaft, - die Kraftgabe des felsenfesten Glaubens, - die Kraftgabe, die Kranken zu heilen, - die Gabe der Wunderkraft, - die Gabe der Weissagung oder Prophezeiung, - die Gabe, die Geister zu unterscheiden, - die Sprachengabe, - die Gabe der Auslegung der Heiligen Schrift, - die Kraftgabe des Wortes, - die Kraftgabe des Gebetes, - die Gabe der Willenskraft, - die Gabe, Andere zu lehren, - die Gabe der Beredsamkeit, - die Gabe des Hellsehens, Hellhörens und Hellfühlens, - die Gnade der Kraft, böse Geister (Teufel) auszutreiben, - die Gnade, daß die Gifte unschädlich wirken, - das innere Wort, - die Gabe der geistigen Kräfte, - die Gabe der Tugenden, - die Gnade und Gabe der Liebe, der Freude und Wonne, - die Gnade der Geduld und des inneren Friedens, - die Gnade der Demut, - die Gnade der Sündenfreiheit. ( ChtS 37, 37)
40. Der neunte Glaubensartikel. Der neunte Glaubensartikel lautet: Die heilige Christuskirche, Gemeinschaft der Seligen. 1. Wie es nur einen Gott in Christo gibt, also kann es nur eine wahre Christuskirche geben, und wenn diese nicht im Herzen der Menschen ist, wo Mein Geist wohnt, so ist sie nirgends, weil Christi Geist, den man den heiligen Geist (siehe „Christus und die Bibel“ Kap. 18 „Geist Gottes im Menschen“) und lebendigen Gott nennt, nur im Herzen der liebevollen Menschen lebt und durch sie wirkt. 2. Daher ist die wahre und alleinseligmachende Kirche im Sinne Gottes ein reines, Gott über Alles und den Nächsten wie sich selbst liebendes Menschenherz, denn ein solches Herz ist die wahre und heilige Christuskirche. 3. Die Beweise, daß die heilige Christuskirche nur ein liebereiches Menschenherz ist, sind in Meinen göttlichen Tatsachen begründet, welche sind das durch Mich Christus geoffenbarte Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen, in Bezug ihrer Abstammung, ihrer Vergeistigung und ihrer Vergöttlichung, worüber folgende Beweise die Wahrheit der Tatsachen beleuchten: 1. Ich bin das geistige Leben der Welt, daher soll niemand Gott in der toten Materie der von Menschen erbauten Kirchen suchen, weil das Leben nur mit Leben wieder Leben nach dem Geiste hervorbringen kann. 2. Weil nach dem Sendschreiben, die Paulus an die Korinther und Römer schrieb, Gott nur im Herzen Seiner Kinder wohnt. 3. Ich bin heilig, zufolge Meiner Liebe, welche das Urlicht der Unendlichkeit ist, und weil nur dieses Urlicht die Urzentralsonne aller geistigen Sonnen Meiner Kinder ist. 4. Weil Ich im absoluten Zustande in diesem Urlichte wohne, und weil Ich überheilig und daher unnahbar bin (1. Tim. 6, 16) und von da Meine Liebe zu der Welt Meiner Kinder strömen lasse. 5. Weil aus diesem Urlichte, welches ist die unendliche Liebe Gottes zu Meinen Kindern, durch Mich Jesus die Erlösung von der Erbsünde (Paulus schreibt an Epheser 5, 25.27 : Christus hat die Gemeinde geliebt und Sich Selbst für sie - durch das Leiden und den Tod – hingegeben, um sie zu heiligen und zu reinigen (von der Erbsünde), damit Er sie Ihm Selbst darstellte (als) eine Gemeinde, die herrlich sei, die keine Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen haben, sondern daß sie heilig und unbefleckt sei.) und der daraus entstandenen Sünden des Alten Testaments, durch das Leiden und Sterben auf Golgatha und zugleich auch das Heil der Kindschaft Gottes den Menschen erbracht worden ist.
41. Was sagt Gott, wann bauen sich die Menschen Götzentempel, heutzutage Kirchen genannt? 1. Ich ließ durch den Propheten Hosea aufschreiben, daß die Menschen sich mit allerlei sogenannten Heiligenbildern und Heiligenstatuen ausgeschmückten Götzentempel, die man heutzutage "Kirchen" nennt, dann bauen, wenn sie auf Gott vergessen.(Hosea 8, 14. Näheres im Buche „Die heilige Dreieinigkeit“, 1. Auflage S. 9. 10; 27, 11-18) 2. Wenn die Christen solche Götzenkirchen bauen und darin nach Priesterlehre beten, so verfallen sie in das christliche Heidentum, weil sie neben dem Alleinheiligen, (Joh. Evangelist hat die Seligen im Himmel so singen gehört: ... Herr Gott! Allherrscher ... König der Völker ... Du allein bist heilig - Offbg. 15,4 - Wenn Gott allein heilig ist, dann gibt es selbstverständlich keine anderen Heiligen) noch eine Menge falsche Heilige anbeten, welche die habsüchtigen Priester zu Heiligen, was soviel heißt als zu Göttern willkürlich und gegen das erste Gebot Gottes (Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben (2. Mos. 20, 3)) aufgestellt haben, damit die Leichtgläubigen dafür Opfer der Kirche darbringen. 3. Ich sagte durch Hosea deshalb, daß die Menschen sich dann Götzentempel bauen, wenn sie Gott vergessen, weil es von Mir durch Moses streng verboten war und ist, noch sonst irgend welche Bilder und Statuen neben Mir aufzustellen (Du sollst keine anderen Götter (was gleich Heilige heißt) neben Mir haben. - Du sollst dir kein Schnitzbild , noch irgendein Abbild dessen machen, das im Himmel oben, und das auf Erden unter der Erde ist. - Du sollst sie nicht anbeten; ... denn Ich Jehova, dein Gott, der heimsucht die Missetat der Väter an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied. -(2. Mos. 20, 3-5) und zu ihnen um Hilfe zu bitten und zu beten, wie es in den römischkatholischen Kirchen geschieht.
42. Kirche und Zeremonien. 1. Kirchliche Zeremonien sind christliches Heidentum, weil Ich Christus als Gott keine Zeremonien in Meiner Lehre zu üben eingeführt habe, sondern die Zeremonien hat die römische Kirche in späteren christlichen Jahrhunderten aus heidnischen Zeremonien im Alten und Neuen Testament in das Christentum willkürlich und gegen Meinen göttlichen Willen nach und nach übertragen und eingeführt. 2. Ich habe, wie vorn gesagt, nie befohlen Tempel oder Kirchen zu bauen, da Ich in keinem Tempel und in keiner Kirche, sondern bloß in Menschenherzen wohne. 3. Es fragt sich: Wie steht es dann mit der Aussage Jehovas, daß Ihm der Sohn Davids ein Bethaus bauen soll? 4. Diese Aussage wurde falsch verstanden, denn Ich als Jehova habe damit kein materielles, sondern ein geistiges Bethaus im Herzen der Menschen gemeint. 5. Was habe Ich durch den Propheten Nathan (2. Sam. 7, 12-16) an David durch folgende Worte der Prophezeiung sagen wollen: 12: Wenn nun deine Zeit (des Lebens) hin ist, und du bei deinen Vätern (tot im Fleischleibe) liegest, will Ich deinen Samen nach dir erwecken, und der von deinem Leibe kommen soll, dem will Ich sein Reich bestätigen.(?) 6. Damit wollte Ich sagen, daß nicht Salomo Mir ein Bethaus bauen soll, sondern daß dieser Sprössling Davids künftig einmal aus Davids Samen (welche später Maria war) erweckt werde. 7. Dieses folget daraus, weil man aus einem verfaulten Fleischleibe, der in der Gruft unter den Toten liegt, keinen Nachkommen nach menschlichen Begriffen erwecken kann; — und weil Salomo zur Zeit, als sein Vater starb, schon ein erwachsener 38 Jahre alter Mann (Mitteilung des Vaters Jesus am 21.1.1903 an Schumi) war. Somit kann die Weissagung unmöglich auf Salomo bezogen werden, der gleich nach seines Vaters Tode den Thron bestieg. 8. Der Vers 13 dieser Prophezeiung lautet: "Der soll Meinem Namen ein Haus bauen, und Ich will den Stuhl seines Königreiches bestätigen auf ewig!" 9. Der Sinn dieses Verses ist so zu deuten: Wenn unter dieser Prophezeiung Davids oder Salomos weltlicher Königsthron gemeint gewesen wäre, dann wäre Jehovas Verheißung, daß Er dessen Königsstuhl auf ewig bestätigen will, eine Lüge, weil der weltliche Thron des Hauses Davids schon längst vor der Ankunft des Messias von der Welt verschwunden war. 10. Der Vers 14 lautet: "Ich will Sein Vater sein und Er soll Mein Sohn sein", womit gesagt wird, daß dieser Nachkomme Davids nicht eigentlich Davids Sohn, sondern Gottessohn sein wird, da Jehova und nicht David sein eigentlicher Vater sein wird. — Daraus klärt sich der Sinn der Prophezeiung, daß der geweissagte Nachkomme Davids niemand anderer ist, als Jesus Christus, der Mensch gewordene Gott Selber, der nach Seiner göttlichen Weisheit (1. Kor. 1, 24) "Gottessohn" benannt wurde. 11. Wie soll Meine Verheißung in den Versen 12 und 13 aufgefaßt werden, wo es heißt, daß Jehova den Thron des Königreiches Jesu auf ewig bestätigen will? 12. Ich, Jesus, heiße schon als neugeborenes Kind ein Fürst des Friedens.(Jes. 9,5) Und vor Pilatus sagte Ich offen, daß Ich ein König bin, aber Mein Reich nicht von dieser Welt ist.(Joh. 18,36. 37) Somit bedeutet die Verheißung Jehovas, daß Er dem Davidsohn Jesus Seinen geistigen Thron des Friedens im Herzen der Menschen auf ewig bestätigen wird. 13. Der Vers 16 heißt: "Aber Dein Haus soll beständig sein ewiglich vor Dir, und Dein Stuhl soll ewiglich bestehen." 14. Weil Davids weltlicher Königsthron noch im Alten Testament einging, daher konnte unmöglich dieses damit gemeint sein, sondern der geistige Thron des Sohnes Davids, Jesus Christus, als geistiger Friedensfürst der Menschen. Da Ich, Jesus, ein Sprosse des Hauses Davids bin, wird das Haus und der Thron Davids geistig in Jesus Jehova Zebaot ewiglich fortbestehen. 15. Allein Ich, Jesus, als dieser in der Prophezeiung genannte Sohn Davids habe nie ein Bethaus gebaut oder zu bauen gesagt. Denn Ich, Jesus, als geistiger Repräsentant des geistigen Thrones Davids, war berufen einen geistigen Thron im Herzen der Menschen, eine Wohnung der Liebe zu Gott und dem Nächsten, durch Meine göttliche Lehre der Liebe zu erbauen und dieses Haus der Liebe Gottes im Herzen der Menschen habe Ich erbaut durch die Lehre der Liebe, die Ich vortrug und lehrte. 16. Aus der besprochenen Prophezeiung folgt, daß es geschichtlich aus Meinem Leben als Jesus erwiesen ist, daß Gott nie ein Bethaus aus Holz oder Stein hat aufzubauen anbefohlen, sondern daß Salomo aus Missverständnis des Buchstabensinnes der Weissagung den Tempel zu Jerusalem erbaut hatte. (ChtS. 37, 77; - Lies darüber auch Christus und die Kirche) 17. Da Ich keine Kirche zu bauen gesagt habe, — soll denn dann auch keine mehr gebaut werden? 18. O ja, sie kann schon gebaut werden, aber nur als ein Versammlungslokal der Gläubigen, allein ohne Altäre und Bilder- und Statuenschmuck, sogenannte "Heilige" darstellend. Denn als Versammlungslokal hat sie nur den göttlich-geistigen Zwecken zu dienen, welche sind: Predigen, Liebesmahl einnehmen und sich über geistige Sachen öffentlich und frei zu besprechen und belehren zu lassen. (Heilige Dreieinigkeit S. 78) 19. Denn die wahre Christuskirche erkennt man aus sieben Merkmalen und diese sind: - Die Einigkeit des Glaubens, (Paulus schreibt an die Epheser (4, 5. 6): Es ist ein Herr, ein Glaube und eine Taufe, (welche ist die Taufe des heiligen Geistes nach der Lehre des Johannes des Täufers, Joh. 1,33); und ein Gott und ein Vater aller, Der ist über alle und durch alle und in uns allen. (Und) Er ist nicht ein Gott der Uneinigkeit, sondern des Friedens, wie ich in allen Gemeinden der Gläubigen lehre (1. Kor. 14, 33); Mark 16,15; Matth. 28, 19. 20)) - Die Gottes- und Nächstenliebe, - Die Geduld gegen die Schwächen, Fehler und Irrtümer des Nächsten, - Barmherzigkeit gegen Arme und Bedürftige, - Keuscher Lebenswandel in Gedanken, Worten und Taten, - Friedenspflege mit jedem Menschen, - Selbstlosigkeit in großem Bedürfnis des Nächsten. 20. Die wahre Christuskirche nennt sich auch "Christusgemeinde", und diese ist die Gemeinschaft und Einheit der Bekenner des Glaubens nach Meiner wahren Lehre, die man sonst die christliche Theosophie nennt. 21. Die heilige Christuskirche ist eben eine Weltkirche, weil Ich ihr Stifter, ein geistiger König der Welt bin, und Ich Selber zu Meinen Jüngern sagte: Gehet hin in die ganze Welt und prediget das Evangelium vom Reiche Gottes allen Menschen. 22. Die wahre Kirche ist heilig: - weil Ich, ihr Stifter Jesus Christus, der heilige Geist Gottes bin, - weil ihre Lehre die Weisheit Gottes ist, - weil sie die gläubigen Befolger der Lehre heiligt - weil sie in ihrer Reinheit der Grundsätze unantastbar ist, - weil die Verbreiter dieser Lehre die wahren Diener Gottes sind, (Paulus schrieb an die Epheser (2,20): Ihr seid erbaut auf die Grundfeste der Propheten und Apostel, während Jesus Christus Selber der Haupteckstein ist) - weil sie ewig ist, wie Ich, ihr Stifter, und - weil sie die Menschen zu Kindern Gottes, daher zu Göttern bildet. 23. Meine echte Christuslehre unterscheidet sich von den christlichen Kirchen und Sekten dadurch, daß in den Kirchen und Sekten überall Verschiedenheiten in der Auslegung der Heiligen Schrift, und in der Lehre verschiedene Ansichten bestehen, welche sich gegenseitig widersprechen, weil es so viele Oberhäupter gibt, als christliche Kirchen und Sekten bestehen, und weil jeder nach seiner Ansicht, die ihm unterstehende Gemeinde oder Sekte lehrt und vertritt, während in der echten Christuslehre Ich Jesus Christus Selber der Lehrer und das Haupt der Kirche und Gemeinde (Epheser 5, 23) bin, die Ich dadurch Mein eigenes Wort lehre und leite und daher regiert die Einheit des Glaubens in der echten Christuslehre. 24. Der Unterschied zwischen der Religion der christlichen Kirchen und Sekten und der echten Christuslehre ist auch der, daß sich die ersten mit großer Heftigkeit bekämpfen, verleumden und verfolgen, während in der echten Christusreligion nie Zwietracht und Spaltung entstehen kann und darf, wenn die Bekenner sich nach der Vorschrift halten, daß niemand eine neue Ansicht oder Lehre aufbringen und vertreten darf, wenn sie nicht von Christo Selber diktiert wurde, da es nach Matthäus Kap. 23,10 nur einen Lehrmeister gibt und dieser ist Christus, und weil die christliche Theosophie kein sichtbares, weltliches Oberhaupt des Glaubens anerkennt, sondern Jesus Christus ist Selber ihr Haupt der Gemeinde, Der sie durch Sein eigenes Wort lehrt und leitet. 25. Meine Order an Petrus: Weide Meine Lämmer, weide Meine Schafe bedeutet, daß Petrus das junge und alte Volk lehren und leiten soll; denn Meine Lämmer und Schafe sind Kinder und erwachsene Menschen. 26. Aber damit war kein Vorzug für Petrus vor anderen Mitaposteln eingeräumt und Petrus zu einem Oberhaupt der Apostel und der Gemeinde ernannt, sondern es ist bloß dieselbe Order an Petrus allein, die später am Ölberge bei der Himmelfahrt an alle Apostel zusammen samt Petro gegeben wurde, welche lautet: Gehet unter alle Völker und lehret sie Mein Evangelium und weihet sie ein in die Liebe des Vaters, in die Weisheitslehre des Sohnes und durch die Kraft des heiligen Geistes, zu einem festen Glauben. 27. Die Beweise, die dartun, daß Petrus mit den Worten: Weide Meine Lämmer, weide Meine Schafe! nicht zum Oberhaupt der Apostel und der Gemeinde ernannt wurde, sind folgende: 1. Meine Jünger und Apostel sind keine Lämmer (das ist Kinder oder Jungen), sondern vollkräftige, zum Teil bejahrte Männer gewesen; — sie waren auch keine Schafe, weil die Schafe einen Hirten haben müssen, der sie weidet, Meine Jünger waren aber selbst Hirten, weil ausgebildete Männer in der Religion Christi durch Mich, Jesus, Selber. 2. Daß Petrus kein Oberhaupt war, bezeugt auch die Tatsache, daß Paulus im Jahre 51 von drei Säulen der Gemeinde zu Jerusalem: Johannes, Jacobus und Petrus spricht, nicht aber von einer Säule oder von einem Oberhaupt Petrus. 3. Ferner, Paulus ist nicht von Petrus als Apostel aufgestellt worden, im Gegenteil, Petrus ist in Antiochia vom Paulus sogar sehr scharf gerügt worden, daß er selber das nicht hält, was er von Anderen zu halten verlangt, — und schließlich ist Paulus im Jahre 51 bei der ersten Religionsversammlung gegen alle Apostel aufgetreten, hat sie gar scharf aufs Korn genommen und sie belehrt, daß ihre Judochristenmacherei aus Heiden eine Irrlehre ist. 28. Daraus geht hervor, daß Ich Petrum nie zum Oberhaupt der Religionsgemeinde und der Apostel aufgestellt habe. Wie es sich mit den Schlüsseln Petri verhält, lies unter dem Schlagwort 'Sünden'. 29. Die Wahrheit, ob eine bisher unbekannte Lehre echt oder von Mir, dem Vater Jesus gegeben ist, erkennt man dadurch, wenn auf demütiges Bitten um Aufklärung der Wahrheit, überall, wo man bei einem verlässlichen Schreiber Gottes anfragt, Ich, Jesus Selber die Tatsache als wahr und von Mir stammend erkläre. 30. Es gibt übrigens auch in der Christlichen Theosophie Leiter der Gemeinde der Bekenner dieses Glaubens, und nämlich sind es die Wiedergeborenen, oder der Wiedergeburt Nahegekommenen, welche Gott Selber als Leiter der Brüder bestimmt, damit sich die Brüder immer an ihren Leiter wenden und ihn befragen können, wenn sie über eine oder andere Sache nicht wissen, ob sie selber recht verstehen. Doch der Hauptleiter bin Ich, der Vater Jesus Selber, da auch der aufgestellte Leiter von Mir die Erklärung über fragliche Sachen einholen muß. 31. Daher sollet ihr euch bei der Ausdeutung Meiner Vaterworte, wo sie einen geistigen Sinn in sich bergen, durch ein Medium an Mich wenden, da nur Ich durch Meinen heiligen Geist diese ausdeuten kann, und durch Meine Schreibmedien diktierend, sie zum allgemeinen Wissen der Wahrheit veröffentlichen lasse.(ChtS. 64, 219; - 37; 75) 32. Meine wahre Kirche und Gemeinde ist auf den felsenfesten Glauben, daß sie die Wahrheit ist, gebaut, weswegen Ich den Simon Jonas Sohn einen Fels, Petrus oder Kephas nannte, weil Simon Jonas Sohn einen Wahrheitsglauben hatte: Ich, Jesus, sei der Sohn Gottes und der verheißene Messias. 33. Darum sagte Ich zu Petrus: Simon Jonas Sohn! Ich sage dir: Du bist Fels (hebräisch Kephas, lateinisch Petrus) und auf diesen Fels will Ich Meine (Kirche oder) Gemeinde bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.(Matth. 16, 17. 18) 34. Die hier genannten Pforten der Hölle sind diejenigen Menschen, welche in ihrer Geistesfinsternis die wahre Christuskirche bekämpfen, sie verleumden, verunglimpfen und in Wort und Tat verfolgen. 35. Es fragt sich: In welches Bethaus soll nun der Mensch beten gehen, wer ist der Opferpriester darin und wo wohnt Gott? 36. Der Mensch soll an welchen Ort er immer will und mag — aber immer in sein stilles Kämmerlein des Herzens beten gehen; denn 1. des Menschen Leib ist ein lebendiger Tempel Gottes, (Lies in den Kapiteln über den Tempel Gottes und das Allerheiligste) 2. die Seele ist der wahre Opferpriester darin, da sie durch die Lebensbuße, indem sie durch die Selbstverleugnung vor der Welt und Entsagung auf die Freuden der Welt in allem, was sie denkt, wünscht, spricht und tut, ihrem Gott sich täglich aufzuopfern hat, und 3. da das Allerheiligste oder Gott Selber als Gottgeist im Herzen der Seele wohnt, daher hat der Mensch aus Liebe seines Herzens Gott im Geiste; und durch Betätigung in der Nächstenliebe, in der Wahrheit anzubeten.
43. Die Gemeinschaft der Seligen. 1. Rechtgläubige Christen haben mit den Seligen dadurch die Gemeinschaft, daß sie Alle einen Glauben haben, der sie zur Übung der friedlichen Einigkeit, zur Gottes- und Nächstenliebe, zur Demut, Geduld, Barmherzigkeit und Reinheit des Lebens lehrt und leitet. 2. Die Gläubigen auf der Erde haben noch diese Gemeinschaft untereinander, daß sie für die Bekehrung aller Menschen beten und Gott gefällige Werke damit tun, daß sie trachten ihre Mitmenschen durch gute Beispiele, geistige Belehrungen und durch Hinweis auf gute geistige Bücher, sie zur Wahrheit der göttlichen Lehre zu führen. 3. Der Wert des Gebetes ist schon den Alten bekannt gewesen, so hob Onias an und sprach: Das ist der Freund der Brüder, des Volkes Israel; der ist es, welcher soviel für das Volk und die ganze heilige Stadt Jerusalem betet, Jeremias der Prophet Gottes. (Machab II. 15, 14) 4. Also sagt auch Mein Jünger Jakob (Jak. 5, 16): Betet für einander, damit ihr das Heil erlanget; denn viel vermag das beharrliche Gebet des Gerechten. 5. Rechtgläubige Christen sind unter einander die Glieder der Gemeinde Christi. 6. Das Haupt der Glieder der Gemeinde Christi bin Ich, Jesus Christus aber Selber. Es folge nun eine Aufklärung über die Urgemeinde Christi. Ich habe einige durch selbsteigene Belehrung zu Jüngern ausgebildet, woraus 12 Apostel auserwählt wurden. Später nach der Pfingsttaufe sind durch Auserwählte, d.h. Wiedergeborene, Prophezeiungen, Lehren und sonstige Gaben des heiligen Geistes gegeben worden, wodurch die verschiedenen Benennungen als Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer irrtümlich als von Mir Christus verordnet, angenommen wurden, was der Wahrheit widerspricht. — 8. Alle die Begnadigten waren berufen, die Wahrheit zu üben durch die Liebe am Nächsten und zu wachsen in den Tugenden in Mir, da Ich Christus das Haupt bin, durch welches der ganze Leib zusammengefügt und verbunden wird; und daß mittels der Hilfeleistung aller Gelenke, nach der einem jeden Gliede zugemessenen Wirksamkeit, sich das Wachstum zu seiner erbauenden Besserung in Liebe erhält.( Ephes. 4.11. 15. 16) 9. Paulus (Römer 12, 4.5) schreibt an die Römer: Gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe und gleiche Verrichtung haben, also sind wir auch viele ein Leib in Christo, aber untereinander sind wir bloß einzelne Glieder des Ganzen. 10. Die Menschen haben die geistige Gemeinschaft mit den seligen und unseligen Geistern des Jenseits. — Die seligen Geister sind diejenigen, welche in paradiesischen oder himmlischen Gegenden weilen, die unseligen Geister sind aber diejenigen, welche die Finsternis der Höllen bewohnen. 11. Die Gemeinschaft, welche die Menschen mit den Seligen im Paradiese und im Himmel verbindet besteht darin, daß die Menschen sich an diese mit allerlei Bitten wenden, um diese dazu zu bewegen, ihnen in irdischen Nöten zu helfen. 12. Die Menschen werden erhört, aber je nachdem, um was sie bitten; betrifft die Bitte irdische Angelegenheiten, welche, wenn erhört, ihnen geistigen Schaden bringen würde, so wird sie nicht erhört; betrifft sie aber geistiges Wohl, dann bin Ich, Jesus Selber, Der euch erhört, nicht aber die Seligen. Ausnahmen finden statt, aber sie sind selten. (im Gebetbuch mehr darüber) 13. Allein, das Bitten bei den seligen Geistern ist nicht gerechtfertigt vor Gott, weil die Seligen ebenso ihre Aufgabe haben, sich immer höher zu schwingen, um näher zu Gott zu kommen, wie die Menschen. Durch das Anrufen aber stört man sie in ihrer Aufgabe und zieht sie in die Händel der Materie und der Welt. 14. Man soll sich daher an niemanden sonst als Mich, Jesus Christus, wenden, da Ich in der Brust eines jeden Menschen wohne und mit dem Menschen sein Leid und Freud teile, daher als Mitbeteiligter auch erhöre, wenn die Bitte ernst und richtig vorgetragen wird und nicht gegen das Heil des Menschen ist. 15. Die Gemeinschaft, welche ihr mit den unseligen Geistern der Hölle habet, da die unseligen Geister der Hölle, die ungeistig auf der Welt gelebt habenden Menschen sind, ist die, daß ihr für sie betet, damit sie Gott erleuchte, daß sie ihre Fehler und Sünden erkennen, sich bekehren und ein geistiges Leben zu führen anfangen, wodurch sie sich von der Hölle erlösen und in das untere Paradies zur weiteren Lebensentwicklung des Geistes kommen. 16. Das Beten für Verstorbene ist ein Werk der Nächstenliebe, weil besonders in heutiger Zeit nahe alle Menschen in die Hölle kommen, da sie nach falscher, daher antichristlicher Lehre gelebt und damit sich die Hölle als Heimat im Geisterreich erarbeitet haben. 17. Die heilbringende Wirkung für Verstorbene zu beten war schon im Alten Testament bekannt, indem es bei Makkabäern (Machab II, 12, 46) hieß: Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden.
44. Der zehnte Glaubensartikel. Die Vergebung der Sünden. Der zehnte Glaubensartikel lautet: Vergebung der Sünden. 1. Unter der Bezeichnung Sünde sind einbegriffen all diejenigen Vergehen, welche der Mensch gegen Gott oder den Nächsten begeht. 2. Wenn aber der Mensch an sich selbst ein Verbrechen begeht, sei es Verstümmelung des Körpers, das Krankmachen desselben oder der Selbstmord, so ist er vor Gott derselbe Verbrecher, als wenn er an seinem Nächsten das Verbrechen begangen hätte. 3. Jede Sünde begeht die Seele, weil der Fleischkörper nur ein durch sie belebtes Werkzeug ihrer Betätigung ist.— Darum muß dann nur die Seele die Sünde abbüßen, weil sie die Genießerin des Erfolges ist, und darum kommt nur sie nach dem Leibestode in die Finsternis und Qualen der Hölle, während der Körper schmerzlos der Erde übergeben, verfault. 4. Jedoch werden durch die Reue, Abbitte bei Mir und Lebensbuße, alle diejenigen Sünden vergeben, welche der Mensch begeht, nachdem er anfing zu unterscheiden, was gut und böse ist, was aber vor dem achten Jahre nicht der Fall ist. 5. Das Recht, die Sünden zu vergeben, hat immer derjenige, der durch den Sünder die Beleidigung, Kränkung, materielle Schädigung oder körperliche Verletzung erlitten oder erduldet hat, da ihr auch immer demjenigen zahlen müsset, welchem ihr schuldet. 6. Denn ich habe nie gesagt, daß fremde Personen, denen die begangene Sünde nichts angeht, die berechtigten Mittler sind, welche die begangenen Sünden zu vergeben haben, sondern das ist eine Mißdeutung Meiner Worte; denn mit demselben Rechte könnte dann ein jeder sagen, daß er der Berechtigte ist Sünden zu vergeben den Priestern, und hätte das volle Recht, zu verlangen, daß sie zu ihm beichten gehen müßten, weil sie nicht von Mir, Christus, gelehrt und eingesetzt sind, sondern durch weltliche Seminarschulen empor gebildet, daher nicht Meine Jünger, noch Bevollmächtigte, noch Begnadigte sind, wie Meine Jünger durch die Pfingsttaufe es waren, sondern mit Gewalt eingeschlichene Wölfe unter Meinen Schafen. 7. Die Worte aber, welche Ich sprach, als Ich nach der Auferstehung zu Meinen Jüngern kam und sagte: Empfanget den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie auch im Himmel nachgelassen, und welchen ihr sie vorenthalten werdet, denen sind sie auch im Himmel nicht (Joh. 29, 22. 23; - Matth. 16, 19; - 18,18) vergeben! bedeutet, daß sie als Brüder zu allen Menschen auch das Recht haben, das angetane Unrecht ohne Priester zu vergeben, weil es in der Vorschrift des Tempels war, daß niemand ohne Erlaubnis der Pharisäer vergeben durfte, somit sind die Beichtpriester direkt die Nachfolger der Pharisäer, da sie, wie im Tempel zu Jerusalem — auch das Vorrecht an sich gerissen haben, daß sie allein die Berechtigten sind, die Sünden zu vergeben. 8. Der Ausspruch an Petrus: Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; und was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöst sein; bedeutet: Was du auf Erden deinem Nächsten übel nehmen wirst, wird auch im Himmel dir Petrus als deine Unversöhnlichkeit übel genommen, was du aber ihm verzeihen wirst, wird auch im Himmel vergeben. 9. Die Beweise, daß Mein Ausspruch nur auf diese Art richtig ausgedeutet ist, sind folgende: 1. Weder Ich, noch die Apostel haben je eine öffentliche Ohrenbeichte angehört. 2. Es hat nie stattgefunden, daß Petrus, oder die übrigen Apostel diesen Ausspruch im wörtlichen Sinne nach römischer Art gedeutet hätten. 3. Ich habe gesagt und Meinen Jüngern und Aposteln fest angeordnet: Ihr sollet euch nicht Rabbi, das heißt Lehrer, nennen; denn nur Einer ist euer (aller Menschen) Lehrer (nämlich Ich Jesus), ihr (Menschen) aber seid alle Brüder (weil Kinder Gottes)! — Auch sollet ihr Keinen unter euch auf Erden einen (geistigen) Vater nennen; denn bloß Einer ist euer (geistiger) Vater, der im Himmel ist, als Kinder Gottes, seid aber Brüder und Schwestern untereinander. — Lasset euch nicht Lehrmeister nennen; denn (bloß) Einer ist euer Meister, nämlich Christus. — Der Größte unter euch soll euer aller Diener sein. (Matth. 23, 8-11) 10. In diesen Meinen Aussprüchen ist klar ausgedrückt, daß die Menschen sich nicht selbst oder jemanden anderen aus Willkür und Mißbrauch der Gewalt, zu Herrn über ihre Mitbrüder erheben dürfen, um sie geistig oder materiell zu knechten, somit auch nicht zu Lehrern, geistigen Vätern, noch Beichtvätern, noch gewalthabenden Lehrmeistern aufstellen dürfen, sondern, daß wer der Größte im Sinne Meiner Lehre sein will, der soll durch seine Liebe, Demut und Barmherzigkeit ein Diener Aller sein. 11. Aus diesen Meinen Aussprüchen sind die Schlüssel Petri klar dargetan, daß sie bloß die liebevolle Versöhnung und Vergebung unter einander bedeuten, nicht aber ein Primat Petri. 12. Daß dieser Ausspruch zuerst bloß an Petrus ausgegangen, und dann erst an die anderen Jünger, ist deshalb geschehen, weil Petrus der erste war, der Mich als Gottessohn und Messias mit felsenfesten Glauben genannt hat. Wer aber Mich als Gottessohn und Messias wahr und felsenfest anerkennt, der ist befähigt aus Liebe und Ergebenheit zu Mir, da Ich als Gottessohn oder Gottesweisheit, und Messias oder göttlich gesalbter König des geistigen Lebens der Welt bin, allen seinen Feinden so zu vergeben, wie Ich ihnen am Kreuze vergab und sagte: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! — Denn derjenige, der den Bruder beleidigt oder ihm nicht vergibt, versündigt sich direkt gegen Mich Christus, weil Mein Geist als lebendiger heiliger Geist Gottes in jedem Menschen wohnt, und durch das Gewissen zum Guten leitet. 13. Somit besteht in den Schlüsseln Petri weder eine Erhebung Petri durch Mich zum Oberhaupt über seine Brüder als Menschen, noch Meine Billigung dazu, daß die Menschen aus eigener willkürlichen Anmaßung jemanden zum geistigen Haupt über seine ebenbürtigen Brüder vor Gott aufstellen! — 14. Derjenige aber, den Ich Selber als Leiter aufstelle, der wird seine Brüder nicht knechten, noch ausbeuten, noch durch lügenhafte Vorspiegelungen, um ihr Hab und Gut betrügerisch berauben, — noch sonst irgendwie an ihrer persönlichen noch geistigen Freiheit hemmen, noch mißhandeln, da er von Mir kein Recht dazu eingeräumt erhalten hat. 15. Unter dem Namen "Himmelreich", zu dem Ich Jesus die Schlüssel übergeben habe, versteht man ein liebevolles Menschenherz, denn im Menschenherzen wohnt die Liebe eures ewigen Vaters Jesus als heiliger Geist Gottes, wie Paulus an die Korinther und Römer lehrt. (Lies vorn Kap. 11,2) 16. Das Recht, diejenigen Sünden zu vergeben, welche direkt Gott beleidigen, hat aber niemand sonst als Gott allein, weil niemand in das Herz des Sünders schauen kann, um zu beurteilen, ob die Reue groß genug ist einzusehen, Gott beleidigt zu haben; ob der Vorsatz ein entscheidender ist, Gott nicht mehr zu beleidigen und ein Bußleben zu führen, und weil Ich nie gesagt und gelehrt habe, daß sündige Menschen das Recht haben, Meine speziellen Vorrechte sich anzueignen und zu mißbrauchen. 17. Die Lebensbuße ist das genau nach göttlichen Geboten und Lehren geführte Bußleben, welches auf das irdische Leben das ewige Leben aufbaut.
45. Die Erbsünde. 1. Die Erbsünde ist jene Sünde, welche Adam im Paradiese begangen und in ihm alle Menschen, weil sie aus seinem Seelengeiste stammen. 2. Die Erbsünde besteht darin, daß wie Adam und Eva aus hochmütigem Ungehorsam gegen das göttliche Gebot der Keuschheit sündigten und dadurch allen anderen Sünden den Weg anbahnten, auch die Nachkommen Adams nach demselben Ungehorsam fortan gegen das göttliche Gebot der Keuschheit sündigen, weil durch die erste Sünde der Keim zu allen Sünden gelegt wurde. 3. Die Erbsünde hat somit ihren Namen daher, weil alle Menschen, da sie von Adam abstammen, diese Sünde seelisch erbten. 4. Jedoch bestehen die in Adam begangene Ur- als Erbsünde und die bis zur Kreuzigung Christi begangenen und aus der Erbsünde herrührenden Sünden nicht mehr, weil sie Jesus am Kreuze ein für allemal gesühnt hatte. [(a) Gleichwie durch einen Menschen (Adam) die Sünde in diese Welt gekommen ist, ... so kommt auch durch des Einen (Jesu) Gerechtigkeit (als Verheißung Gottes, 1. Mos. 3,15) auf alle Menschen (der Welt) die Rechtfertigung des Lebens ( als der Befreiung von der (Ur- als Erbsünde, Röm 5, 12, 18) b) Jesus ist deshalb Mittler eines neuen (2.) Bundes, weil durch die Erlösung am Kreuze alle Menschen von den Übertretungen des ersten Bundes (im Alten Testament), welche der Tod (der Seele) waren, (befreit wurden und so von damals an) die Berufenen (als Kinder Gottes) das verheißene ewige Erbe (ihres himmlischen Vaters) erlangen. - Vgl. den gleichen Sinn in Röm. 3, 25. c) Jesus hat durch die einmalige Aufopferung Seines Leibes die Menschen ein für allemal (von der im Alten Testamente begangenen Erbsünde) gereinigt und erlöst (Hebr. 9, 15; - 10, 10. 14)] Die heutzutage begangenen Sünden muß man aber selber abbüßen (ChtS. 76. 1,7). 5. Die Strafen, welche der Erbsünde folgten, waren: Die Vertreibung aus den glücklichen Zuständen des Paradieses; (Haushaltung Gottes I. Kap. 13; - 1. Mos. 3, 23. 24) die Wegnahme der geistigen Gaben und Gnaden; (ChtS. I, Kap. 11, 13-19: 14, 9-12) — und der Tod des Fleischleibes. (Durch die Sünde Adams ist auf alle Menschen der Tod des Fleischleibes gekommen, aber auch der Tod der Seele, welcher eben das Sündenleben ist. Röm. V, 12, 18 – Jehova sprach zu Adam: An welchem Tage du von dem Baume der Erkenntnis (Eva) issest, wirst du des Todes sterben. 1. Mos. 2,17; ChtS. I, 8,3) 6. Die üblen Folgen, die von der Erbsünde an den Nachkommen Adams haften geblieben, sind der Hang und die Lust die Sünden zu begehen, somit der fortdauernde Ungehorsam gegen die göttlichen Gebote, als Abneigung vor dem Guten (Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, welches dem Gesetze meines Geistes widerstreitet und mich gefangen hält unter dem Gesetze der Sünde, das in meinen Gliedern herrscht. Röm. 7, 23) und viele Mühseligkeiten und Trübsale. [Gott sprach zum Weibe: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein: und er soll dein Herr sein. - 17. Und zu Adam sprach Er: Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum (der Erkenntnis) davon, Ich dir gebot und sprach: Du sollst davon nicht essen , - ungesegnet sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang – 18. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. - 19. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen 1. Mos. 3, 16-19, bis daß du wieder zur Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde, und sollst zu Erde werden Pred. 12, 7; - 2.Thess. 3, 10 ] 7. Von der Erbsünde war niemand ausgeschlossen, also hat auch Maria ebenso die Erbsünde von Adam und Eva wie alle anderen Menschen geerbt, weil sie auch dem Seelengeiste der Ureltern stammt, somit hat sie damals im Geiste mitgesündigt, da kein Nachkomme Adams ohne die Erbsünde sein konnte, sonst wäre er nicht aus dem Seelengeiste der Ureltern des Menschengeschlechtes stammend gewesen. 8. Daraus folgt, daß Ich, Jesus, ebenso für die Erbsünde der Maria litt und am Kreuze starb, wie für alle anderen Menschen.( Mitteil. Jesu am 19.1.1903)
46. Der elfte Glaubensartikel. Auferstehung des Fleisches. Der elfte Glaubensartikel lautet: Auferstehung des Fleisches. 1. Unter der Auferstehung des Fleisches ist zu verstehen, daß am jüngsten Tage der Mensch die in der Zeit seines irdischen Lebenswandels gewirkten Werke als geistigen Auferstehungsleib anhaben, und nach dem geistigen Preis dieser Werke entweder glücklich oder unglücklich wird. 2. Der jüngste oder der Gerichtstag des Menschen ist derjenige Tag, an dem er stirbt und in das Geisterreich tritt; der frühere Tag ist nicht sein jüngster, sondern sein gewesener Tag. — 3. Der Mensch tritt dann sogleich sein Gericht an; denn er hat sich in der Zeit seines irdischen Lebens durch gute Werke den Himmel, durch böse aber die Hölle als die Wohnung seiner geistigen Zukunft gebaut. (Lies ChtS. 76) 4. Ein solches letztes Gericht für alle verstorbenen Menschen, wie es der Pseudo-Evangelist Matthäus im Kapitel 25, Verse 31-46 beschreibt, wird es aber nie geben, weil dieser Bericht des Matthäus auf das Mißverständnis von der Wiederkunft Christi und von dem Weltgerichte besteht, (Vgl. ChtS. 64 I. Auflage S. 214-218) das vor der Aufstellung des tausendjährigen Reiches des Geistes Christi auf Erden herrschen wird, wo sich die Menschen entweder zu Christo bekehren und Seine Gebote befolgen oder aussterben werden müssen. 5. Den Beweis in der Heiligen Schrift, daß die Verstorbenen nicht mit ihren irdischen Fleischkörpern auferstehen und zum letzten Gericht kommen werden, liefert der Apostel Paulus im ersten Sendschreiben Kapitel 15, Vers 50, indem er sagt: Das sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes erwerben; und daß das Irdische, als Verwesliches, nicht das Geistige als Unverwesliches erben kann. 6. Dieser Vers spricht klar, daß von einer Auferstehung des irdischen Fleischkörpers keine Rede sein kann, weil der Geist dann wieder ein irdischer Mensch und allen Unannehmlichkeiten des irdischen Lebens ausgesetzt wäre, die ihm Zeit seines irdischen Lebens eine Hölle waren. 7. Auch sieht der scharfsinnige Leser bald ein, daß der Pseudo-Matthäus sein jüngstes Gericht selbst zusammengesetzt hat und daß dieses mit der ewigen Liebe und Barmherzigkeit Gottes in starkem Widerspruch steht. — Näheres darüber lies nach in ChtS. 64, Seiten 214-218.
47. Der zwölfte Glaubensartikel. Ein ewiges Leben. Der zwölfte Glaubensartikel lautet: Ein ewiges Leben. 1. Mit dem zwölften Glaubensartikel bekennt der Mensch, daß er an einen ewigen Gott (1. Mos. 21, 33); - Ps. 45, 7; - Jer. 10, 10) glaubt, daß dieser Gott Christus ist (Joh. 14, 6; - ChtS. 71), und daß er durch Christus zum ewigen Leben (Mark. 10, 30; - Joh. 3, 15. 36; - 6, 68; 10, 28) gelangen wird, welches ist der Himmel mit allen seinen Glückseligkeiten und Wonnefreuden. 2. Darüber schreibt Petrus (I. 1,8+9): Mit unaussprechlicher und herrlicher Freude werdet ihr euch erfreuen, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangen werdet, nämlich die Seligkeit eurer Seelen. 3. Noch höher drückt sich Paulus an die Korinther (I. 2,9) aus: Kein Auge hat gesehen, kein Ohr gehört und kein Herz des Menschen je empfunden, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben. 4. Daß das Glaubensbekenntnis mit dem Worte Amen schließt, geschieht deshalb, weil mit diesem Worte etwas beendet, bekräftigt, oder als wahr anerkannt wird. Also bekräftiget ihr mit dem Schlußworte Amen im Glaubensbekenntnis eure Überzeugung, als wenn ihr sagen möchtet: Wahrlich, so ist es; so glauben wir es fest .
48. Die zehn Gebote Gottes. Genannt Decalogus oder zehn Worte. 1. Swedenborg schreibt: Wo ist auf dem ganzen Erdkreise ein Volk, welches nicht wüßte, daß stehlen, ehebrechen, töten und falsches Zeugnis reden böse sei? Wüßten sie dieses nicht und sorgten sie nicht durch Gesetze dafür, daß niemand dergleichen tue, so wäre es um sie geschehen, denn die Gesellschaft, der Staat und das Reich würden ohne jene Gesetze zusammenfallen. Wer kann glauben, daß das israelitische Volk vor anderen so sittenlos gewesen sei? daß es nicht gewußt habe, daß dies böse sei? Man konnte sich daher wundern, warum jene überall auf dem Erdkreise bekannten Gesetze mit einem so großen Wunder vom Berge Sinai von Jehova Selbst bekannt gemacht wurden; aber man höre: 2. Sie wurden mit einem so großen Wunder vom Berge Sinai herab von Jehova Selbst bekannt gemacht, damit man wüßte, daß jene Gesetze nicht nur bürgerliche und sittliche, sondern auch geistige Gesetze seien, und gegen sie handeln nicht nur dem Mitbürger und gegen die Gesellschaft Böses tun, sondern auch gegen Gott sündigen heiße. Jene Gesetze sind daher durch die von Jehova geschehene Kundmachung vom Berge Sinai herab zu Gesetzen der Religion gemacht worden; (Lies Exodus oder 2. Buch Mosis Kap. 19 und 20) denn es ist offenbar, daß Jehova alles, was Er befiehlt, der Religion wegen befiehlt, und daß man es tun solle wegen Seiner und wegen des Menschen, damit er selig werde. 3. Jene Gesetze waren deswegen so heilig, daß es nichts Heiligeres gab, weil sie die Erstlinge des Wortes, und daher die Erstlinge der Kirche waren, welche vom Herrn bei dem israelitischen Volke gegründet werden sollte, und weil sie in einem kurzen Abriß den Inbegriff alles dessen enthielten, was zur Religion gehört, und wodurch eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen und des Menschen mit dem Herrn bewirkt wird. 4. Daß sie über alles heilig waren, ergibt sich offenbar daraus, das Jehova Selbst, das ist der Herr, auf den Berg Sinai im Feuer und mit den Engeln herabkam, und sie mit lauter Stimme von da verkündete, und daß das Volk drei Tage lang sich vorbereitete, um zu sehen und zu hören; daß der Berg umzäumt war, damit nicht jemand herankommen und sterben möchte; daß weder die Priester noch die Ältesten sich nahen durften, sondern bloß Moses; daß jene Gesetze mit dem Finger Gottes auf zwei steinerne Tafeln geschrieben waren, daß Moses' Angesicht strahlte, als er sie zum zweiten Male vom Berge herabbrachte; daß sie nachher in der Lade und zwar im Innersten der Stiftshütte niedergelegt, und über sie der Gnadenstuhl gesetzt und auf diesen Cherube von Gold gestellt wurden; daß die das Heiligste ihrer Kirche war und das Heilige des Heiligen (das Allerheiligste) genannt wurde; daß außerhalb der Decke, hinter welcher dasselbe war, diejenigen Dinge aufgestellt wurden, welcher das Heilige des Himmels und der Kirche vorstellten, als: der Leuchter mit den sieben Leuchten von Gold, der goldene Rauchaltar, der mit Gold überzogene Tisch, auf welchem die Schaubrote lagen, mit Vorhängen rings herum von Byssus, Purpur und Scharlach. 5. Die Heiligkeit der ganzen Stiftshütte gründete sich auf nichts anderes, als auf das Gesetz, das in der Lade war. Wegen der Heiligkeit, welche die Stiftshütte vom Gesetze in der Lade hatte, lagerte sich dem Gebot gemäß das ganze israelitische Volk nach der Ordnung der Stämme um dieselbe herum, und zog in Ordnung hinter derselben her, wo dann bei Tag eine Wolke darüber stand, und bei Nacht ein Feuer. 6. Wegen der Heiligkeit jenes Gesetzes und der Gegenwart des Herrn in ihm, sprach der Herr über dem Gnadenstuhl zwischen den Cheruben mit Moses, und die Lade wurde "Jehova" dort genannt, auch durfte Aaron dann nicht anderes als mit Opfern und Rauchwerk hinter die Decke eingehen. 7. Weil jenes Gesetz die Heiligkeit der Kirche selbst war, so wurde die Lade von David nach Zion geführt, und hernach in der Mitte des Tempels zu Jerusalem niedergesetzt, und bildete das innerste geheime Heiligtum desselben. Wegen der Gegenwart des Herrn in jenem Gesetze und um dasselbe herum, geschahen durch die Lade, worin dies Gesetz lag, die Wunder, daß sich zum Beispiel die Wasser des Jordans zerteilten und so lange die Lade in der Mitte ruhte, das Volk im trockenen überging, daß durch ihr Herumtragen die Mauern Jerichos fielen, daß Dagon, der Gott der Philister, vor ihr herabfiel, und hernach mit abgerissenem Kopfe an der Schwelle des Tempels liegen blieb, und daß wegen derselben die Bethsemiten zu mehreren Tausenden geschlagen wurden; außer anderem. Dies alles bloß vermöge der Gegenwart des Herrn in seinen zehn Worten, welche die Vorschriften des Decalogus sind. 8. So große Macht und so große Heiligkeit war auch deswegen in diesem Gesetze, weil es der Inbegriff alles dessen war, was zur Religion gehört; denn es bestand aus zwei Tafeln, deren eine alles enthält, was auf Seiten Gottes, und die andere alles im Inbegriffe, was auf Seiten des Menschen ist. Deswegen werden auch die Vorschriften jenes Gesetzes zehn Worte genannt. Sie werden so genannt, weil zehn alles bedeutet. Auf welche Weise aber jenes Gesetz der Inbegriff alles dessen ist, was zur Religion gehört, wird man im folgenden Abschnitte sehen. 9. Weil durch jenes Gesetz eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen und des Menschen mit dem Herrn geschieht, so wird es Bund und Zeugnis genannt; Bund, weil es verbindet, und Zeugnis, weil es zeugt; denn der Bund bezeichnet die Verbindung, und das Zeugnis die Bezeugung desselben. Deswegen waren es zwei Tafeln, die eine für den Herrn, die andere für den Menschen. Die Verbindung geschieht vom Herrn, aber nur dann, wenn der Mensch das tut, was auf seiner Tafel geschrieben steht; denn der Herr ist beständig gegenwärtig und wirkt und will eingehen, allein der Mensch soll mit der Freiheit, die er vom Herrn hat, auftun; denn Er sagt: "Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an, wenn jemand Meine Stimme hört, und die Türe auftut, so werde Ich zu ihm eingehen, und Abendmahl mit ihm halten, und er mit Mir." (Offenbg. 3, 20) 10. In der anderen Tafel, welche für den Menschen ist, wird nicht gesagt, daß der Mensch dies und jenes Gute tun soll, sondern es wird gesagt, daß er dies und jenes Böse nicht tun soll, als: du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis reden, du sollst nicht gelüsten lassen. Die Ursache ist, weil der Mensch nichts Gutes aus sich allein tun kann, sondern wenn er das Böse nicht tut, dann das Gute nicht aus sich, sondern durch die Gnade des Herrn tut. 11. Das, was von der Bekanntmachung, von der Heiligkeit und Macht dieses Gesetzes (im Vorhergehenden) gesagt worden ist, findet sich in folgenden Stellen im Worte: 12. "Daß Jehova auf den Berg Sinai im Feuer herabkam, und der Berg dann rauchte und bebte, und daß es Donner, Blitze, schwere Wolken und Trompetenschall (von Engeln) gab," 2. Mose 19,16+18 / 2. Mose 4,11; 5,19-23. Daß das Volk vor der Herabkunft Jehovas sich drei Tage vorbereitete und heiligte, 2. Mose 19,10+11+15. 13. "Daß der Berg umzäumt war, daß niemand dem Fuße desselben sich nahen und hinzutreten, und dann sterben möchte; und daß auch die Priester nicht hinzutreten durften, sondern bloß Moses." 2. Mose 19,12+13+20-23; 24,1+2. 14. "Daß vom Berge Sinai herab bekannt gemachte Gesetz", 2. Mose 20,2-14 / 5. Mose 5,6-21. 15. "Daß dieses Gesetz mit dem Finger Gottes auf zwei steinerne Tafeln geschrieben war", 2. Mose 31,18 ; 32,15+16 / 5. Mose 9,10. 16. "Daß das Angesicht des Moses, als er diese Tafeln zum zweiten Male vom Berge herabtrug, strahlte", 2. Mose 34,29-35. 17. "Daß die Tafeln in der Lade niedergelegt wurden", 2. Mose 25,16; 40,20 / 5. Mose 10,5 / 1. Kön. 8,9. 18. "Daß auf die Lade mit dem Gnadenstuhl gesetzt, und auf diesen die goldenen Cherube gestellt wurden", 2. Mose 25,17-21. 19. "Daß die Lade mit dem Gnadenstuhl und den Cheruben das Innerste der Stiftshütte, und der goldene Leuchter, der goldene Rauchaltar und der mit Gold überzogene Tisch, auf welchem die Schaubrote lagen, das Äußere der Wohnung ausmachten, und die zehn Vorhänge aus Byssus, Purpur und Scharlach das Äußerste derselben", 2. Mose 25,1- Ende; Kap.26,1- Ende; Kap. 40,17-28. 20. "Daß der Ort, wo die Lade war, das Heilige des Heiligen genannt wurde", 2. Mose 26,33. 21. "Daß das ganze israelitische Volk sich um die Wohnung herum in Ordnung nach den Stämmen lagerte, und in Ordnung hinter derselben aufbrach", 4. Mose 2,1- Ende. 22. "Daß dann bei Tag eine Wolke, und bei Nacht ein Feuer über der Wohnung (der Lade) war", 2. Mose 40,38 / 4. Mose 9,15+16- Ende; Kap. 14,14 / 5. Mose 1,33. 23. "Daß der Herr über der Lade zwischen Cheruben mit Mose gesprochen habe", 2. Mose 25,22 / 4. Mose 7,89. 24. "Daß die Lade von dem Gesetz in ihr "Jehova" dort genannt wurde, indem Moses, wenn die Lade auszog, sprach: Auf Jehova! und wenn sie ruhte: Zurück Jehova!" 4. Mose 10,35+36 / 2. Sam. 6,2 / Psalm 132,7+8. 25. "Daß wegen der Heiligkeit jenes Gesetzes Aaron nicht anders hinter den Vorhang gehen durfte, als mit Opfern und Raucherwerk", 3. Mose 16,2-14 f. 26. "Daß die Lade von David unter Opfern und Jubel nach Zion gebracht wurde", 2. Sam. 6,1-19. "daß dann Usa, weil er sie berührte, starb", Vers 6+7 daselbst. 27. "Daß die Lade in der Mitte des Tempels zu Jerusalem aufgestellt wurde, und daselbst das Allerheiligste bildete", 1. Kön. 6,19 ff; Kap. 8,3-9. 28. "Daß vermöge der Gegenwart und Macht des Herrn, in dem Gesetze, das in der Lade lag, die Wasser des Jordans sich zerteilten und so lange dieselben in der Mitte ruhte, das Volk im Trockenen hinüberzog", Joh. 3,1-17; Kap. 4,5-20. 29. "Daß durch das Herumtragen der Lade die Mauern Jerichos einfielen", Joh. 6,1-20. 30. "Daß Dagon, der Gott der Philister vor der Lade auf die Erde fiel und vom Haupte getrennt auf der Schwelle des Tempels liegen blieb", 1. Sam. 5,1-14. 31. "Daß die Bethsemiten der Lade wegen zu mehreren Tausenden umkamen", 1. Sam. 6,19. 32. "Daß die steinernen Tafeln, auf welche das Gesetz geschrieben war, Tafeln des Bundes hießen und die Lade nach ihnen Bundeslade, und das Gesetz selbst Bund genannt wurde", 4. Mose 10,33 / 5. Mose 4,13+23; 9,9 / Jos. 3,11 / 1. Kön. 8,19+21 / Offb. 11,9 und in vielen anderen Stellen. Das Gesetz wurde Bund genannt, weil Bund die Verbindung bedeutet; weswegen vom Herrn gesagt wird, daß Er zum Bund dem Volk sein werde, Jes. 12,6; 49,8+9 und Er genannt wird der Bundesengel, Maleachi 3,1 und sein Blut das Blut des Bundes, Matth. 26,27+28 / Zach. 9,11 / 2. Mose 24,4-10. Darum wird das Wort alter Bund und neuer Bund genannt. Auch werden die Bündnisse der Liebe, der Freundschaft und der Gesellung, folglich der Verbindung wegen geschlossen. 33. "Daß die Vorschriften dieses Gesetzes zehn Worte (griechisch Dekalogos) genannt wurden", 2. Mose 4,28 / 5. Mose 4,1; 10,4. Sie werden so genannt, weil zehn alles bedeutet und die Worte das Wahre bezeichnen; denn es waren mehr als zehn. Weil zehn alles bedeutet, so waren auch zehn Vorhänge der Stiftshütte, 2. Mose 26,1. Deswegen sagte der Herr, daß ein Mensch, der das Reich übernehmen sollte, zehn Diener berufen, und ihnen zehn Pfunde zum Wuchern übergeben habe, Luk. 19,13. Deswegen verglich der Herr das Himmelreich mit zehn Jungfrauen, Matth. 25,1. Deswegen wird vom Drachen gesagt, daß er zehn Hörner habe, und auf den Häuptern sieben Diademe, Offb. 12,3. Ebenso das aus dem Meere aufsteigende Tier, Offb. 13,1 und auch das andere Tier, Offb. 17,3+7. Dann auch das Tier bei Daniel. Kap. 7,7+20+24. Ähnliches wird unter zehn verstanden, 3. Mose 26,26 / Zach. 8,23 und anderwärts. Daher kommen die Zehnten, worunter etwas vom Ganzen verstanden wird." (Soweit aus Swedenborgs Lebenslehre.)
49. Die Zehn Gebote Gottes. 1. Die zehn Gebote Gottes beziehen sich auf die Pflichten zu Gott und den Menschen, welche ihr zu erfüllen berufen seid, wenn ihr das ewige Leben erlangen wollt. Diese Gebote lauten: 1. Du sollst allein an einen Gott glauben. 2. Du sollst den Namen, Deines Gottes nicht eitel nennen. 3. Du sollst den Sabbat, als den geistigen Ruhetag heiligen. 4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest und es dir wohl gehe auf Erden. 5. Du sollst nicht töten. 6. Du sollst nicht ehebrechen und Unkeuschheit treiben. 7. Du sollst nicht stehlen. 8. Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten. 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut. 10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, welches soviel bedeutet als: Du sollst nicht die Barmherzigkeit und Gutmütigkeit deines Nächsten ausbeutend mißbrauchen. (Die Aufklärung zu den zehn Geboten lies auch in der christlichen Schrift Nr. 3) 2. Die ersten drei Gebote enthalten die Pflichten gegen Gott, die sieben anderen die Pflichten gegen den Nächsten. 3. Schumi: Außer den hier folgenden Aufklärungen über die zehn Gebote Gottes, leset die in der „Geistigen Sonne“ von Lorber, den „Dekalogos“ von A.H. und „Ein Wort in zwölfter Stunde an das deutsche Volk“ von E. Veith. Veith ist wertvoll, als Aufklärung über die Weltzustände gegenüber den zehn Geboten. In jedem dieser drei Bücher (zu beziehen durch: C. Bägel, Altona (Elbe) ist eine Variante zu der hier gebrachten Zusammenstellung, eine vervollständigt die andere, alle zusammen aber gewähren einen tieferen Einblick in das Verständnis der zehn Gebote. 4. Stark benützt, teils durch wörtliche Wiedergabe, teils durch Auszüge, teils durch Verbesserungen, teils durch bessere Aufklärungen habe ich die Heilige Schrift, dann die aus der Heiligen Schrift genommene kirchliche Forschung, die geistige Sonne, besonders auch Swedenborg, Einiges aus Dekalogos und das mir vom Vater Jesus Diktierte oder Mitgeteilte. Diese Zusammenstellung geschah nach dem Willen und im Einklange mit dem Vater Jesus, Der mich belehrend und diktierend unterstützte, um einmal eine tiefgehende Aufklärung der zehn Gebote zu besitzen, die uns bisher fehlte. 5. Vater Jesus: Aus den zehn Geboten lernet ihr, daß ein Christ die vorgeschriebenen Pflichten nicht nur äußerlich erfüllen, sondern daß er diese auch innerlich oder geistig, wie sie da erklärt sind aus der Liebe und Weisheit Gottes, da sie göttlich sind, erfüllen und das alles meiden soll, womit man die Gebote gegen Gott und den Nächsten übertritt; denn sie sind Gebote Meiner göttlichen Liebe und da ihr in der weltlichen Verstandesweisheit erzogen und verzogen seid, deshalb ist es euch so schwer, selbe zu erfüllen. Darum sagte Ich, Jesus: 6. "Nicht ein jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen Meines Vaters tut, Der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen." (Matth. 7, 21) 7. Denjenigen aber, welche Meine Gebote halten, habe Ich das ewige Leben versprochen, indem Ich sagte: "Willst du zum ewigen Leben eingehen, so halte die Gebote" (Matth. 19, 17); und denjenigen, welche sie halten, habe Ich schon auf dieser Welt einen vielfältigen Segen verheißen, wie es im ersten Gebote geschrieben steht: "Ich bin Jehova, dein Gott, der Gnade übt an Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten." (Matth. 33, 25, 26) 8. Daß der äußere sinnliche Mensch nicht früher innerlich oder geistig wird, daß heißt, daß er nicht früher in Eintracht mit dem inneren Reingeistigen handelt, als bis die Begierden entfernt sind, lehrte Ich, Jesus, indem Ich sagte: 9. "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, denn ihr reiniget das Auswendige des Bechers und der Schüssel, das Inwendige aber ist voll Raubs und Unmäßigkeit; blinder Pharisäer, reinige zuvor das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein sei, und außerdem in gleichem Sinne in diesem ganzen Kapitel von Anfang bis zu Ende. Das Innere, welches pharisäisch oder priesterlich ist, sind die Begierden nach dem, was in den zehn Geboten zu tun untersagt wird. 10. Ich Jesus als Gottmensch sprach in Gleichnissen und in geistiger Art, darum sind alle Meine Lehren für das Innere des Menschen gegeben. Wenn aber der Mensch sein Inneres nach den Geboten Gottes einordnet, dann reinigt er auch sein Fleisch und also wird durch das Niederdrücken aller ungeistigen Gedanken, Worte und Taten, der Mensch geistig wiedergeboren: Die erste Geburt war die Geburt des Fleisches, in welchem Böses und Falsches ist, die zweite als Wiedergeburt, ist der Auszug aus dem Materiellen ins Geistige, und wenn diese ganz und genau durchgeführt wird, dann erfolgen die Gnaden und Gaben des heiligen Geistes, wie Ich zu Nikodemus sprach (Joh. 3, 3; Apg. 2,1: - Heilige Dreieinigkeit) und mit der Pfingsttaufe diese Rede mit der Tatsache bewies. 11. Die zehn Gebote verbieten je nach ihrem inneren Kern alle Ausschreitungen, alle falschen Wege, alle Untugenden, Neigungen, Leidenschaften, Begierden, Gelüste und Laster des sinnlich veranlagten Menschen, welche gegen den Willen des Gottesgeistes im Menschen sind. Also auch in Bezug des falschen Glaubens und der Liebtätigkeit, welche den Kern des größten Gebotes im Gesetze enthalten. 12. Die Begierden des Fleisches, der Augen und der übrigen Sinne, sind getrennt von den Begierden, das heißt, den Neigungen und Verlangen des Geistes, und sind ganz gleich den Begierden der Tiere; weshalb sie an sich tierische Wildheit haben; die Neigungen des Geistes hingegen sind wie die der Engel, und daher wahrhaft menschlich zu nennen. In wie weit daher jemand den Begierden des Fleisches frönt, in so weit ist er Tier und wildes Tier; in wie weit er hingegen dem Verlangen des Geistes huldigt, in so weit ist er Mensch und Engel. Die Begierden des Fleisches lassen sich vergleichen nach Swedenborg, mit den Ställen, in welchen Esel, Böcke und Schweine sind, und die Neigungen des Geistes mit den Ställen, in welchen edle Pferde, und auch Schafe und Lämmer stehen; sie unterscheiden sich auch wie Esel und Pferd, und wie Bock und Schaf, und wie Lamm und Schwein, im Allgemeinen wie Schlacken und Gold, und wie Kalk und Silber usw. — Begierde und Tat hängen zusammen wie Fleisch und Blut, wie Flamme und Öl; denn die Begierde ist in der Tat, wie die Lust in der Lunge beim Atmen und Sprechen. 13. Daß zuerst das Böse entfernt werden muß, bevor das Gute, das der Mensch tut, zum Guten vor Gott wird, lehre Ich durch Jesajas: 14. "Waschet euch, reiniget euch, tut weg die Bosheit eurer Werke vor Meinen Augen, lernet Gutes tun, dann wenn auch eure Sünden wie Scharlach wären, sie sollen schneeweiß werden, ob sie rot wie Purpur waren, sie sollen wie die weiße Wolle (Jes. 1, 16-18) werden." 15. Dieser ähnlich ist auch die Stelle bei Jeremias: "Steh' an das Tor des Hauses Jehovas, und rufe daselbst aus dieses Wort: So sprach Jehova Zebaoth, der Gott Israels: Machet eure Wege und Werke gut, trauet nicht den Worten der Lüge, welche sprechen: Tempel des Jehova, Tempel des Jehova, Tempel des Jehova ist hier, wollt ihr noch nach dem Stehlen, Morden, Ehebrechen und dem lügenhaften Schwören kommen und vor Mir in diesem Hause, über dem Mein Name genannt wird, stehen und sprechen: Wir sind (nun) errettet, während ihr doch alle diese Gräuel tut? Ist denn zur Räuberhöhle dieses Haus geworden? Denn Ich sehe, wie es geworden ist (Jerem. 7, 2.3.4.9.10.11), lautet Jehovas Spruch." 16. Daß der, welcher die Vorschriften der zehn Gebote hält, das Böse flieht, der Liebe und Liebtätigkeit aber nachfolget, erhellt aus folgenden Worten, die Ich einst sprach (Joh. 14, 21. 23) bei Johannes: 17. Ich sagte: "Wer Meine Worte hat, und sie tut, der ist es, der Mich liebt, wer aber Mich liebt, wird von Meinem Vater geliebt, und Ich werde ihn lieben, und Mich ihm offenbaren, und Wir werden Wohnung bei ihm machen." 18. Durch das Meiden der Sünden entfernt man sich von der Hölle und nähert man sich dem Himmel. Dies geschieht aber nur durch die Erfüllung der vorgeschriebenen Gebote und Lehren, welche genau angeben, was man tun oder lassen soll. Denn nur dann kann man das Gute anstreben und tun, wenn man das Böse und Falsche meidet, weil so lange das Böse und Falsche im Menschen herrscht, läßt es das Gute und Wahre nicht aufkommen, also nicht gedeihen und wachsen, darum muß man mit aller Kraft und unter Gebet um Beistand im Kampfe, das Böse meiden und das Liebeswahre anstreben, weil man zwei Herren nicht zugleich dienen kann. 19. Swedenborg stellte zwei neue Regeln auf, die auf Wahrheit beruhen, daher sollen sie hier mit einer kleinen Verbesserung wiedergegeben werden: 20. I. Niemand kann das Böse als Sünde aus eigener Willenskraft fliehen, noch das Gute, das vor Gott gut ist, aus sich selbst tun; sondern in wie weit jemand das Böse als Sünde flieht, in so weit fördert er das Gute in sich, aber nicht aus sich selbst, sondern durch die unmerkliche Hilfe Gottes, aber es wird ihm doch wie aus eigener Kraft gewirkt, gut gemerkt. 21. II. Der Mensch soll das Böse als Sünde fliehen und gegen dasselbe kämpfen, wie von sich selbst, denn wer aus Liebe zu Gott dies tut, dem wird unbemerkt geholfen; wenn aber jemand das Böse aus irgend einem anderen Grunde flieht, als weil es Sünde und gegen den Willen Gottes ist, so flieht er es nicht aus der wahren Absicht, die bei Gott gut angesehen, sondern er flieht es aus falscher Absicht, die ihn vor den Augen seiner Mitwelt als einen reinen Mann preist, und solches Sündenfliehen hat vor Gott keinen Wert; dasselbe gilt es, wenn man die Sünde nur wegen der Freudengenüsse des Himmels und aus Furcht vor den Höllenqualen flieht. Man kommt nicht in den Himmel, weil der Himmel aus und in Gott ist, der aber nicht der Mittelpunkt der Liebe und der Bestrebung des Himmelsanstrebers war. Der Mensch muß alles bloß aus Liebe zu Gott, ohne jedwede andere Absicht tun, dann ist es das Richtige, das den Himmel in sich birgt. — 22. Swedenborg sagt ganz trefflich: daß das Böse und das Gute nicht beisammen sein können, und daß man in so weit, als das Böse entfernt wird, sein Absehen auf das Gute hat und es fühlt, hat seinen Grund darin, daß in der geistigen Welt aus jeglichem eine Sphäre seiner Liebe hervorwallt, welche sich rings umher verbreitet und anregt, und Sympathien und Antipathien erzeugt; durch diese Ausströmungen werden die Guten von den Bösen geschieden. 23. Daß das Böse entfernt werden muß, bevor das Gute erkannt, wahrgenommen und geliebt wird, kann mit vielen Dingen in der natürlichen Welt verglichen werden, wie zum Beispiel mit folgenden: es kann Keiner zu einem Anderen hineintreten, der einen Leoparden und einen Panter in seinem Zimmer verwahrt, und weil er ihnen zu fressen gibt, sicher mit ihnen zusammen wohnt, wenn er nicht vorher diese wilden Tiere entfernt hat? — Wer, der zur Tafel des Königs und der Königin geladen ist, wäscht nicht erst das Angesicht und die Hände, bevor er sich hin begibt? — Wer reinigt nicht die Erze durch das Feuer, und scheidet sie von den Schlacken, bevor er reines Gold und Silber gewinnt? — Wer sondert nicht das Unkraut von der Weizenernte, bevor er diese in die Scheune bringt? — Wer schlägt nicht die Spelzen von der Gerstenernte mit Dreschflegeln ab, bevor er diese ins Haus sammelt? — Wer schüttet und entfernt nicht die Raupen von den Blättern der Fruchtbäume im Garten, damit die Blätter nicht verzehrt werden, und so die Frucht nicht verloren gehe? — Wer liebt eine Jungfrau und beabsichtigt sie zu heiraten, wenn sie mit bösartiger Seuche behaftet, oder mit Blattern und Geschwüren überdeckt ist, wie sehr sie auch das Gesicht schminken, sich prächtig kleiden und durch einschmeichelnde Worte Liebe zu erwecken suchen mag? 24. Daß der Mensch sich selbst vom Bösen reinigen, und nicht erwarten soll, daß der Herr dies unmittelbar tut, ist vergleichsweise so, wie wenn ein Knecht mit Ruß und Kot besudeltem Gesicht und Kleid einhergehend zu seinem Herrn träte, und sagte: Herr, wasche mich ab! — Würde nicht der Herr zu ihm sagen: Törichter Knecht, was sprichst du? Siehe, hier ist Wasser, Seife und Handtuch; hast du nicht Hände und Kraft in dir? wasche dich selber ab! und Gott der Herr wird sagen: Es gibt Mittel der Reinigung von Mir und auch dein Wollen und dein Können ist von Mir; gebrauche also diese Meine Geschenke und Gaben wie die deinigen, so wirst du rein werden, und so weiter. — Daß der äußere Mensch gereinigt werden müsse, jedoch durch den inneren Geistmenschen, lehre Ich Jesus bei Matthäus (Kapitel 23 von Anfang bis zu Ende). 25. (1903, 23. Januar. A. H. Kronstadt). Liebe Kinder, werdet Täter Meiner Gebote! Je eifriger ihr in eurem Vorgehen in dieser von Mir dargelegten Art Meine Gebote durchzuführen suchet, desto klarer werdet ihr Meinen Willen erkennen, der euch immer wieder nur die himmlische Reinheit zeigen wird, in welcher beseligenden Art Ich, der Vater, alle Menschen zu beglücken suche. 26. O so kommet Alle, die ihr in Meiner Liebe stehet, zu Mir, dem Vater, damit Ich euch segne, um euch Allen die geistige Lebenskraft zu geben, die aus der Befolgung Meiner Liebesgebote in hellen Lichtströmen euch zufließen, um die Finsternis, welche die ganze Menschheit gefangen hält, zu verdrängen. Hoch gelobt ist Mein Name, und diesem Namen sollet ihr ausziehen, um als Sieger mit reicher Beute zu Mir, dem Vater, wieder heimzukehren. Ich erwarte euch Alle, die ihr in der Liebe zu Mir stehet. Kommet — einzeln, kommet — in ganzen Gruppen, wie euch durch Mich, den Vater, eben die Gelegenheit gegeben ist. Doch kommet! denn Ich warte auf euch, um mit euch Selbst in den Kampf zu ziehen, der alles das ernten soll, und ernten wird, das aus Mir Selbst einstens ausgegangen ist. 27. Die Zeit drängt vorwärts, lasset euch nicht bitten; denn es kommt keine Zeit mehr, wo so lebendig durch das Wort der Liebe Ich zu euch spreche; denn für Alle, die Mich, den Vater, bei Meinem zweiten Kommen in Meinem Lichte nicht erkannt haben, wird es für lange Zeit finster bleiben, und im Finsteren werden sie nicht sehen, wie es denen in ihrem beseligenden Glücke ergeht, die im Wege Meiner Gebote sich eingelebt haben. 28. O ihr Menschen, die ihr weit abseits von Mir, dem Vater, stehet, höret Meine Worte der Liebe, die euch ein jedes Gebot zuruft: "Werdet Kinder eures Vaters! Der für euch Alle reiche Schätze angesammelt hat, die euch für alle Ewigkeit mit Mir, dem Vater verbinden, und ihr darum in dasselbe geistige Eigentum eintretet, welches Mir, dem Vater gehört. 29. O ihr, Meine Kinder, die ihr in der Liebe zu Mir stehet, beweiset eure Liebe zu Mir dadurch, daß ihr Meine Gebote genau zu erfüllen suchet, damit auch ihr nicht von denen seid, wie so mancher Anderer, der so gerne wollte, aber dabei immer nicht nur Mich allein, sondern auch noch andere Götter (materieller und sinnlicher Gattung) neben sich hat, denen er zeitweise dient. Halte sich ein jeder an dieses zuerst gegebene Gebot, damit er werde, was Ich, der Vater, begehre: Ein getreues, nur Mir allein in der Liebe dienendes Kind. 30. (1903, 8. Mai. A. H. Kronstadt). Erkennst du, daß du (bei der Erfüllung Meiner Gebote) im geistigen Vorwärtsschreiten keine Fortschritte zu verzeichnen hast, daß sich in der hingebenden Liebe allein zu erkennen gibt, so sollst du wissen, daß du noch immer in einem oder dem anderen Teile Meiner Gebote nicht getreu fortschreitest. Darum tue, wie Ich sage: Prüfe dich in allen deinen Handlungen! überlege eine jede Frage, ein jedes Vorgehen — ob deren Ausführung im Rahmen Meiner Liebe bleibt, damit du nicht irre gehst. 31. "Der im Kleinen Mir treu gewesen, den setze Ich über Vieles"; denn die Liebe zu Mir hat ihn fähig gemacht — Mir als ein treu ergebenes Kind in der Demut zu dienen, und also alle die hoch zu beglücken, die Ich, der Vater ihm nahe gebracht habe, (um sie in der Wahrheit der Religion zu unterweisen).
50. Das erste Gebot. „Das Glauben an einen Gott allein.“ Aufklärung der im 2. Buche Mosis und im 20. Kapitel, sowie im 5. Buche Mosis und 5. Kapitel deponierten Gebote Gottes, welche Jesus als Jehova am 30. März im Jahre 1490 vor Christo am Berge Musa des Gebirges Sinai (Ethmologie: Musa bedeutet „Berg“; - Sina-i aber „Berg-e“ oder Gebirge. - sinai geistig himmlisch erklärt aber bedeutet: „das Gebirge der Liebe Gottes“, nämlich : si „Gebirge“ als Mehrzahl von sa „Berg“; - na „der“; - a-i bedeutet: „Urgrund des Werdens“ oder die göttliche Liebe, da „i“ das göttliche Ich bedeutet, welches die Liebe ist, die ewig schafft) unter Blitz und Donner dem Volke Israel zum darnach leben und somit sie in der Tat zu erfüllen, gegeben hat.
51.
Der Wortlaut des ersten Gebotes. Exodus: 2. Mose 20,3-6; Deuteronomium: 5. Mose 5,7-10. (E.3.D.7.) Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben. (E. bedeutet Exodus; - D. Bedeutet: Deuteronomium) (E.4.D.8.) Du sollst dir kein Schnitzbild, noch irgendein Abbild dessen machen, das im Himmel oben, und das auf Erden unten ist, und das im Wasser unter der Erde ist. (E.5.D.9.) Du sollst sie nicht anbeten, und ihnen nicht dienen; denn Ich Jehova, dein Gott, bin ein eifriger Gott, Der heimsucht die Missetat der Väter an den Kindern, bis ins dritte und vierte Glied, an denen, die Mich hassen. (E.6.D.10.) Und der Gnade übt an Tausenden, an denen, die Mich lieben und Meine Gebote halten. 1. Um den Sinn dieser Worte klarer zu erfassen, soll eine dem heutigen Verständnis angepaßte Aufklärung folgen, welche lautet: 2. Du sollst dir nicht irgendwelche Götzen neben Mir aufstellen, die du heilig halten, anbeten, verehren und um Hilfe statt Meiner bitten würdest; denn Ich bin ein eifriger Gott und dulde keine Nebengötter, welche die Menschen aufstellen, heilig sprechen und sie statt Meiner anrufen. 3. Solche Mißbräuche sind das Zeichen des Verfalls des wahren Glaubens an einen Gott und die Herabwürdigung Meiner Person als alleiniger Heiliger des Israels der Welt. 4. Niemand bete einen anderen Gott, noch die Diener Meiner Heiligkeit an, denn es ist niemand heilig außer Mir, weder im Himmel noch auf Erden, noch unter der Erde. Daher stellet euch ja keine gehauene, noch geschnitzte, noch gemalte Bilder von euren Afterheiligen auf, da Ich sogar von Mir jedes Bild aufzustellen verbiete, wenn ihr damit die Abgötterei der Anbetung der leblosen Figur betreiben möchtet. 5. Daher wisset ihr Meinen Willen und trachtet, diesen vollauf zu erfüllen, damit Ich nicht Ursache hätte, euch zu strafen, da Ich durch zwei, drei bis vier Glieder strafe, während Ich die Erfüllung Meines Gebotes bis in das tausendste Glied belohne. Dieses ist das Gebot und die Lehre, die Ich euch neuerdings einpräge, wie Ich dies einst den Israeliten tat. 6. Über den Inhalt des ersten Gebotes sind einige Stellen der Bibel zu berücksichtigen, als: a.- Petrus (Hebr. 11,6) schrieb im Hebräerbrief: Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muß glauben, daß Er sei. b.- Moses (Mos. 6, 13) sagt: Du sollst Jehova, deinen Gott, fürchten und Ihm dienen. — Den Beweis zur Demut in der Anbetung Gottes lieferte Ich Jesus bei dem 40-tägigen Fasten, indem Ich den Satan des begierlichen Fleisches überwand und ohne Meine Göttlichkeit zu beachten, in Demut überging,(Kundg. 1, 56) und Mich der Bußtaufe wie ein Sünder unterwarf, um damit den Menschen das Beispiel zu geben, daß man sich vor Gott immer in Demut als gering und sündhaft im Fleischleibe zu betrachten hat. 7. Es fragt sich: Seid ihr schuldig, Meine zehn Gebote zu halten? 8. Ja, auch ihr seid schuldig, die zehn Gebote zu halten und zwar: a.- Weil Ich sie nicht bloß für die Juden, sondern für die ganze Menschheit gegeben habe, indem ihr innerer Sinn eben die zwei Liebesgebote gegen Gott und den Nächsten enthält, welcher die natürliche Vorschrift zu einem geistigen Leben bildet, durch welches der Mensch zu einem Ebenbilde oder Kinde Gottes wird. b.- Weil Ich Jesus Selber sie bestätigte, indem Ich sagte: Ich bin nicht gekommen, das Gesetz oder die Propheten zu widerrufen, sondern Ich bin gekommen, sie zu erfüllen.(Matth. 5, 17) 9. Die zehn Gebote Gottes soll man halten, weil sie von Mir zu dem Zwecke gegeben wurden, daß sie gehalten würden, weil Ich dem Menschen dazu die nötige Gnade und Fähigkeit gebe, worüber auch folgende Verse der Heiligen Schrift sprechen: a- Hesekiel 36,27: Ich will Meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in Meinen Geboten wandeln, und Meine Rechte halten und darnach tun. b.- Philipper 2,13: Gott ist es, Der in euch sowohl das Wollen, als das Vollbringen wirket nach Seinem Wohlgefallen. c.- Philipper 4,13: Ich Paulus vermag alles durch Den, Der mich stärkt, nämlich Christus.
52. Erstes Gebot Gottes besagt: „Du sollst an einen Gott glauben, und nur diesen Einen Gott lieben, verehren und anbeten, und keine anderen Götter neben Ihm haben.“ 1. Ich als Gott bin hochheilig, Meine Liebe ist das Urzentrallicht in der Schöpfung, weil Vater und Mutter in ihr. Mein Wesen ist das unendliche Wohlwollen allen Meinen Geschöpfen gegenüber, vom höchsten Cherub und Seraph bis zum niedrigsten und winzigsten Lebewesen, weil Meine Liebe das unendliche All der Welt umfaßt. Meine Weisheit ist die Tiefe der göttlichen Heiligkeit, und das für menschliche Fassungskraft unbegreifliche Allwissen der unendlichen Geheimnisse der Liebe in Gott; — und Meine Schöpferallmacht hält die Geheimnisse der Tiefe der allumfassenden Liebe und die Hochheiligkeit der Weisheit in Gott mit ihrer Willens- und Schöpferkraft in Meinen allmächtigen Händen. Daher ist Gott das unaussprechliche Heiligtum in Sich Selbst und in Seiner riesengroßen Schöpfung. 2. Als dieser hochheilige Gott, aus dessen Liebe, Weisheit und Allmacht alles entstanden ist, nenne Ich Mich Selber den Vater der Menschen. Wie hochheilig muß die Liebe und wie unendlich erhaben muß die Demut in Gott sein, daß Ich Mich so tief erniedrige und Mich Selber als Vater der Menschen bezeichne, die doch ob ihrer Unfolgsamkeit voller Untugenden und Sünden sind! 3. Kann der Mensch etwas Höheres sich denken, als seinen Gott? Nein! das nicht. Kann es dann etwas Demütigeres geben, als daß Ich, der allerheiligste Gott, Mich von Menschen ihren Vater nennen lasse? Nein! gewiß nicht, weil der Unterschied zwischen der Hochheiligkeit Gottes und der Sündigkeit des gewöhnlichen Menschen zu groß ist. 4. Und trotzdem verbindet ein heiliges Band der Liebe das Kind mit dem Vater, mit Mir, dem hochheiligen Gott! Der menschliche Verstand kann die Größe und Erhabenheit dieser Tatsache in seiner irdischen Fassungskraft gar nicht begreifen, und deshalb legen die Menschen so wenig Gewicht darauf, daß Ich Selber ihr Vater bin. 5. Betrachtet die Unendlichkeit und die unbegreifliche Größe Meiner Schöpfungen und die unzähligen Wunder, die darin vorkommen, da in jeder Schöpfungswelt andere Stein- und Mineralgattungen und andere Pflanzen und Tiere, ja selbst Menschen in solchen Größenverhältnissen vorkommen, daß es alle eure Einbildungskraft weit übersteigt und das Geschaffene von niemanden nach seiner wahren Natur nachgemacht werden kann, um Meinen heiligen Geist in der Schöpfung einigermaßen zu verstehen, der darin mit seiner Liebe und Weisheit magneto-elektrisch wirkt und schafft! — 6. Und sehet, alles das bin Ich, euer Gott und Vater; für euch ist alles erschaffen und ihr seid berufen, weil ihr Meine Kinder seid, die Erben Meiner Riesenschöpfungen zu werden. Nicht umsonst sagte Ich einst: Trachtet darnach vollkommen zu werden, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist, was aber nur durch die Bestrebung, Meinen Tugenden als Menschensohn (Im Gebetbuch beschrieben) nachzukommen, erreicht werden kann; denn diese fassen bei geistiger Vollendung des Menschen den Preis der Kindschaft Gottes, die Taufe des heiligen Geistes mit allen den Gaben und Gnaden in sich, die in der heiligen Dreieinigkeit beschrieben sind. Hat man diese Gnaden und Gaben erlangt, dann ist man ein Kind Gottes und ist dies geschehen, dann ist euch alles möglich, was in Meiner Liebe in euch begründet ist, weil Ich Selbst, der Geist der Liebe, der Weisheit und der Allmacht des Weltalls in euch, der Erfüller eurer Wünsche bin. 7. Um diese Stufe geistiger Vollendung zu ersteigen, müsset ihr euch aber zusammen nehmen, daß ihr Meine Gebote und Lehren genau befolget und erfüllet, denn dies heißt den Himmel mit Gewalt an sich reißen. 8. Ihr müsset daher vor allem nur an einen Gott glauben: Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen, denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß Er sei.(Hebr. 11,6) 9. Ferner müsset ihr diesen Gott als euren liebevoll für euch sorgenden Vater betrachten, Ihn daher von eurem ganzen Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte lieben.(5. Mose 6, 4.5; Matth. 22, 37. 38) 10. Auf Ihn hoffen, denn die, welche den Herrn lieben, hoffen auf den Herrn; Er ist ihr Helfer und ihr Beschützer.(Ps. 115, 11) — Hoffet auf Ihn alles versammelte Volk, schüttet aus vor Ihm eure Herzen! Gott ist ewig unser Helfer, sagt David (Ps. 62, 9). 11. Und schließlich sollet ihr diesem Gott alle Ehrfurcht und Verehrung erweisen und nur diesen allein anbeten, denn es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und Ihm allein dienen.(Matth. 4, 10; - 5. Mose 6, 13) 12. Auch der Darwinismus gehört unter die Anbetung anderer Götter; denn Meine göttliche Lehre sagt, daß der erste Mensch von Gott erschaffen wurde, somit war Gott sein Vater, und der Mensch ein Kind Gottes. 13. Darwin lehrte dagegen, daß Gott nicht Schöpfer und Vater des ersten Menschen war, sondern der Uraffe, somit ist Darwinismus Verneinung Gottes und Anbetung des Uraffen als Götzen, aus dessen Urzustand sich der göttliche Mensch entwickelt haben soll. Eine sehr traurige Theorie aus der Verfinsterung des Geistes und dessen Neigung zum Affentiertum oder Faunleben. 14. Also sollet ihr auch die Verstorbenen, die geistig eure Brüder und Schwestern sind, nicht mit dem Titel "Heilige" und "Heiliger" bezeichnen; denn heilig bin Ich allein und sonst niemand, weder hier auf Erden, noch dort im Geisterreich; ferner, daß ihr nicht zu diesen Verstorbenen Menschen betend kommet und sie in eurem Anliegen als eure Helfer oder Fürsprecher betrachtet und Vaterunser und dergleichen Gebete zu ihnen verrichtet, was zur Abgötterei oder Vielgötterei gehört, weil ihr zu diesen euren Göttern betet, daß sie euch erhören sollen, statt direkt zu Mir in euer Herz zu kommen, wo Ich die göttliche Liebe und Barmherzigkeit, namens Jesus Christus, wohne. 15. Zu dieser Vielgötterei gehörig, weil von ihr ausgehend, ist das finstere Heidentum: Sich vor Statuen und Bildern Meiner Person und der Seligen hinstellen, sie betrachten, als wenn ein Leben in ihnen wäre und zu ihnen beten, was eben die abgöttische Bilderverehrung oder Bildergottesdienst heißt. Seht, so haben auch die einstigen Heiden ihre Götter verehrt und angebetet. — Das heißt aber doch entschieden nicht in das stille Kämmerlein des Herzens beten gehen, wie Ich einst die Menschen beten lehrte! Das Absperren der Tür zu dem stillen Kämmerlein heißt aber soviel als: Wende dich ab von allem, was deine Sinne durch die Augen fesselt, daher wo möglich, schließe deine Augen wegen Verhütung der Zerstreuung, damit du nur auf deine Worte lauschest und mit Liebe, Demut und Ehrfurcht mit deinen Gedanken bei Mir bist. 16. Jede Art Aufstellung von Bildern von Gott und Heiligen ist im ersten Gebote (2. Mose 20,3-5) streng verboten, dasselbe auch im 3. und 5. Buch Mose wie folgt: 17. Mose III. 26,1: Machet euch keine Götzen, noch gehauene Bilder, noch Säulen stellet euch auf, noch Steine mit Bilderschrift gestattet in eurem Lande, daß man davor anbete; denn Ich bin Jehova, euer Gott, (Der euch das verbietet). 18. Mose V. 27,15: Von Gott abgetrennt ist (Mosis sagt: „Verflucht sei“, was unrichtig ist, weil Gott in jedem Menschen wohnt, daher darf man Seine, der Besserung fähige Wohnung nicht verfluchen!) der Mann, welcher ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, einen Gräuel Jehovas, ein Werk der Hände des Künstlers, und es im Verborgenen aufstellt. 19. Das Verbot, Götzenbilder aufzustellen und sie anzubeten, war eine notwendige Sache für die Abschaffung des Kultus des Götzenbilderdienstes, das seit tausenden von Jahren vor Mir Christus bis zu Meiner Ankunft und bis in eure Tage, wenn auch in anderer Gestalt und unter anderem Namen fortdauerte. 20. Die alte Welt betete an: Baal, Astharte (Astharot), Chemos, Milkom, Belzebub, Apis, Isis, Osiris usw.: und bei Griechen und Römern: Jupiter, Saturn, Neptun, Pluto, Pallas, Apollo, Minerva, Amphitrite u.a.m. Zuerst als Entsprechungen der Eigenschaften des einen Gottes, dann als das Volk durch Weltliches sein geistiges inneres Licht sich verfinsterte, als Heilige, dann als überirdische Mächte und zuletzt als Götter unter mancherlei Gestalten und Bildsäulen. 21. Auch das israelitische Volk geriet in der Zeit, als es in Ägypten war, in die Abgötterei, was man aus der Geschichte des goldenen Kalbes, das es sich in der Wüste von Aaron gießen ließ und statt Jehova verehrte, ersehen kann, und daß das Volk noch oft in die Anbetung der Götter verfiel, beweist auch die Bibel an manchen Stellen aus der jüdischen Geschichte und aus den Propheten. 22. Die Abgötterei im Neuen Testament ist alles, was man vor Gott setzt, nachläuft, darnach strebt und alle Gedanken nur darin hat, sei es Geld, Vermögen, Weiber, Luxus, Größenwahn, hochmütiger Eigendünkel, Herrschsucht, Habsucht und Ehrsucht, ferner die Erhebung der Menschen zu höheren Wesen und deren irdische oder übersinnliche Anbetung. 23. Unter Götzendienst gehört auch die grobsinnliche Verliebtheit, da ihr damit vollkommen in den Dienst des Satans tretet, weil ihr nur in der Satansseele, welche die gefestigte Materie ist (Darüber folgt eine größere Aufklärung im Buche: Jesus Christus, Seine An- und Wiederkunft ChtS. 23) eure Gedanken habet. — 24. Auch die Affenliebe der Mütter zu den Kindern ist eine gefährliche Abgötterei, weil man dadurch Meine Kinder, die Ich rein und unschuldig aus Meiner Hand den Eltern gebe und veredelt und verfeinert von ihnen zurück fordere, verdirbt und zu Teufeln erzieht. Dieser Götzendienst hat schwere Verantwortung vor Mir — merket euch dies ihr Mütter, welche die Kinder lieber haben denn Mich, weil ihr dadurch Meinen Geboten entgegen handelt! — 25. Auch will Ich euch auf die Abgötterei durch die Tierliebhaberei aufmerksam machen. Die Tiere sind wohl eurer Pflege und Sorgfalt anvertraut, aber ihr müsset sie nur als Tiere betrachten, die auch zu eurem Nutzen erschaffen und gegeben wurden. Allein, ihr dürfet mit ihnen keine Liebhaberei treiben und sie wie Menschen pflegen und für sie alle Sorge anwenden, oder sie sogar höher achten als arme Menschen, in welchen Ich euer Gott Jesus Christus Selber wohne! — Menschen, welche Tierliebhaberei betreiben, indem sie durch Liebkosungen der Hunde, Katzen, Kaninchen usw. und durch ein Sorgen und Pflegen mit Kost Quartier wie für Menschen, ihre Abgötterei mit ihnen betreiben, denen wird die zweite Hölle zuteil, wo sie in dieselbe Tiergestalt verwandelt werden, mit welchen Tieren sie ihre abgöttische Liebhaberei betrieben haben! 26. Neben dieser Vielgötterei habet ihr auch in eurem irdischen Leben allerlei Götter, denen ihr huldigt, so zum Beispiel: Wenn ihr nach dem Gelde (Mammon) strebet, oder euer Geld für unnötige oder recht teure Sachen und Gegenstände ausgebet und an diesen eure größte Freude habet. Sehet, das sind eure materiellen und toten Götter, für die ihr viel Geld ausgebet, die Armen und Bedürftigen aber dafür verkürzet, wo ihr doch wisset, daß ihr nur durch gute Tugenden und durch die Betätigung in der Nächstenliebe, den Himmel erkaufen könnet, nicht aber durch Mammondienst, Luxus, Pracht, Hochgenüsse und Schwelgerei in Sachen, welche die Augen ergötzen, die Zunge kitzeln, die Sinne reizen und erregen und Fleisch- und Sinnesbegierden befriedigen. Das ist eben die gefährlichste Vielgötterei, der so viele Menschen mit ihrer ganzen Seele anhangen, Mich aber im Geiste und in der Wahrheit vielseitig übergehen und hin und wieder ganz vergessen. 27. Aus diesen Aufklärungen geht hervor, daß wenn ihr wollt das erste Gebot genau befolgen, so müsset ihr immer prüfen, ob eure Herzensneigungen, Gedanken, Wünsche, Begierden, Gelüste und Taten in Mir begründet sind, ob ihr das tut, was Ich euch lehre und von euch erfüllet sehen möchte, oder ihr mehr Sinn für eure Liebhabereien habet. — Solange aber Letztere bei euch vorherrschen, ist es mit dem geistigen Fortschritt und der Wiedergeburt des Geistes eine fragliche Sache, weil euch die vielen, von euch selbst erschaffenen und angebeteten materiellen Götter im Wege stehen. —
53. Der irre machende Glaube an Satana. 1. Ihr sollet keine anderen Götter neben Mir haben, welche darin bestehen, daß ihr glaubet, daß es einen tatsächlichen Höllenfürst oder Lügenfürst Satan oder Satana noch gibt, denn Satan und Teufel sind böse Menschen und Geister, welche aus der in die Materie verwandelten Seele der Satana-Luzifer geistig und materiell entnommen sind. Der göttliche Lebensgeist in der Satana war Ich Selber, und als Ich Mich zurückzog, da erlosch das Licht und Leben in der Seele der Satana und aus dieser Seele schuf Ich die materielle Welt. — Der Geist Satanas ist das Böse und Falsche des Welttums im Menschen und der Höllenfürst davon, das allgemeine Böse und Falsche der Höllengeister. 2. Daher sind die Bilder, wo von Satana gesprochen wird, wie im Lutherbuch — und anderwärts, nur geistige Entsprechungen von Einst und Jetzt: Von Einst, wie sie tatsächlich aussah und war; — und von Jetzt, wie der satanische Zustand des Menschen der Sünde und seine Widerspenstigkeit gegen das Göttliche ist. — 3. Es ist wahr, daß im Menschen eine dunkle, das Geistige irreführende Lust besteht, die das Böse der Materie im Menschen bildet, es ist das ein wieder belebtes Überbleibsel von einst. Doch warne Ich euch, diesem Schatten eine Beachtung zu schenken, oder an einen Satan zu glauben, denn durch das Glauben an einen wirklichen Satan oder Luzifer, bildet ihr durch euren Glauben aus der besagten bösen Lust eures Ichs, den bösen Geist, den Satan empor, der euch dann der größte Quälgeist im Leibe ist. — Also glaubet ja nicht an einen wirklichen Satans- oder Luzifers-Geist; denn durch den Glauben an ihn, bildet ihr ihn selber und dann ist er euer Hinderer im Guten, Erwecker widernatürlicher Begierden und Gelüste und das Hindernis, um geistig vorwärts kommen zu können.(Es sind manche traurige Sachen da und dort erlebt worden, wo man an einen persönlichen Satan glaubte) Darum verneinet jeden und allen Glauben an einen Satan, daß er heutzutage noch bestünde! — 4. Ja, dieser Glaube ist euch auch das Hindernis, um zur Wiedergeburt zu gelangen, weil durch den Glauben an einen Geist Satans, ihr ein zweites Wesen neben Mir als eine geistige Macht glaubet und aufstellet. Weg mit dem Zweigöttertum! Denn das Überbleibsel des Satans seid ihr selber und das besagte Böse in euch ist das Geistige eures Fleisches, somit ihr selbst nach dem Fleische. So betrachtet den Satan und saget: Ich bin selber Satan nach dem Fleische und zum Teil nach der Seele, dann schadet euch euer Glaube nichts (Lies die Zeitschrift „Die Liebe“ II. 34).
54. Verbot im ersten Gebot. Durch das erste Gebot wird verboten: a) Der Unglaube: "Wer nicht glaubt, der wird nicht selig werden. (Mark. 16, 16) b) Die Abgötterei: Gott überließ sie den Lüsten ihres Herzens, … sie, welche die Wahrheit Gottes (der Jesu Lehre) mit der Lüge (der Menschensatzungen) vertauschten und mehr das Geschöpf (Maria, Verstorbene, ihre Bilder und Moderreste der Verstorbenen, wie weiter unten erklärt ist) verehrten und anbeteten, als den Schöpfer, welcher gepriesen sei in Ewigkeit Amen (kommen in das Weltgericht Jesu Christi. (Röm. 1, 24. 25) Ihr sollet euch nicht zu den Götzen wenden, noch euch gegossene (gemeißelte, geschnitzte und gemalte) Götter machen! Ich bin Jehova, euer Gott.(3. Mos. 19, 4) "Werdet auch nicht Götzendiener, gleich wie es einige unserer Väter waren, sagt Paulus.(1. Kor. 10, 7) c) Ketzerei: Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er nach jedmaliger Zurechtweisung nur das Seinige als echt behauptet und widerspricht.(Tit. 3, 10 und der Vater) d) Wahrsagerei, Aberglaube, Zauberei: Ihr sollet euch nicht zu den Zauberern oder Zeichendeutern wenden, noch von den Wahrsagern oder Totenbeschwörern etwas erfragen, um von ihnen nicht (durch den eingetragenen Aberglauben) verunreinigt zu werden! Ich bin Jehova, euer Gott. (3. Mos. 19, 31) Wenn sich jemand zu den Wahrsagern und Zeichendeutern wenden wird, (wodurch er vom Gottesglauben zu den Aussagen von Geistern und zu den durch Menschen erfundenen Zeichen- und sonstigen Aberglauben sich kehret), von dem werde Ich Mein Antlitz wenden und ihn seinem von ihm selbst geschaffenen Schicksale überlassen. — So lautet der Satz richtig bei Moses.(3. Mos. 20, 6) e) Verzweiflung, Mißtrauen: Petrus schreibt: Verlieret eurer Vertrauen zu Gott nicht, welches eine große Belohnung in sich birgt! (Hebr. 10, 35) — Denn nur derjenige, welcher auf Gott fest vertraut, ist seines Glaubenssieges wert, sagt Vater Jesus. f) Vermessentliches Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit: Verachtest du den Reichtum Seiner göttlichen Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, daß die Güte Gottes dich zur Buße leitet (Röm. 2, 4) (nicht aber zur Faulheit und zum vermessentlichen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit)? g) Gottleugnertum: Es ist schlecht, verschiedenes Falsches zu glauben, aber gar nichts glauben und die Existenz Gottes zu leugnen, ist des Übels Höchstes im menschlichen Leben, sage Ich Vater Jesus. —
55. Der englische Gruß. 1. Was ist der englische Gruß, wie ihn die römisch-katholische Kirche zu beten lehrt? Der englische Gruß, wie ihn die römisch-katholische Kirche zu beten lehrt, ist eine Herabwürdigung Gottes und Erhöhung der Maria zu einer weiblichen Göttin und in den ebenbürtigen Rang mit Gott! 2. Wie ist das zu verstehen? Das ist nach der hochgeistigen Lehre des Neuen Testaments so zu verstehen: 3. Ich, Jesus Christus, als Gott und Vater, habe Selber gesagt, daß niemand sonst gut ist als Gott allein. (ChtS. 37, 41, 46) Da dieses Wort, wie aus Meinem Ausspruche hervorgeht, als ein geistiger Ausdruck erscheint, weil das materielle Wort "gut" allgemein für alles Gute im Brauch ist, so ist es ersichtlich, daß das Wort "gut" nach Meiner göttlichen Sprache den Sinn einer göttlichen Eigenschaft bezeichnet, deren kein Mensch außer Gott teilhaftig ist. Diesen Vorzug hat aber Gott in dem, daß Er unfehlbar ist, weil vollendet in Seinem Ich und dadurch heilig oder kristallrein in Allem. 4. Daher versteht dann jeder logisch denkende Mensch das Loblied Mosis, das die Seligen im Himmel sangen: "Groß und wundersam sind Deine Werke, Herr Gott! Allherrscher! … Du König der Völker. (Offenbg. 15, 3.4 ) Wer sollte Dich nicht fürchten Herr, und Deinen Namen preisen! Denn Du allein bist heilig!" 5. Wenn Moses selber in seinem Lobliede und mit ihm alle Seligen (welche die römisch-katholische Kirche "Heiligen" nennt) offen sagten, daß Gott allein heilig ist und der Evangelist Johannes in seiner Offenbarung Gottes im 15. Kapitel und vierten Vers dies zur allgemeinen Kenntnis niederschrieb, was erst im Jahre 98 geschah, (Kundg. 1, 59) als die anderen Apostel schon alle tot waren und ihre menschlichen Irrtümer mit der falschen Bezeichnung "Heiligen" statt Heiligenden oder Reinlebenden,(„heiligen“ heißt soviel, als sich innerlich geistig reinigen) mit dieser Aufklärung vernichtet wurden, so ist es doch für jeden vernünftig denkenden Menschen klar dargetan, daß durch die Bekennung und Verneinung Meiner Offenbarung, die Ich durch Johannes gab, die Priesterschaft Mich Jesum Christum, den hochheiligen Gott, als einen Lügengott hinstellt. 6. Ihre Versündigung gegen Mich besteht besonders in dem, daß sie den Inhalt Meiner göttlichen Offenbarung verkannt, rücksichtslos gegen Mein Gebot durch Matthäus (Matth. 23, 8.9) und die Erklärung durch die Offenbarung (Offenbg. 15, 4) sich einen sündigen Menschen zum "heiligen Vater", was geistig soviel als Gott bedeutet, zu ihrem Oberhaupt auf Erden aufgestellt haben. Dieser irdische, von Priestern geschaffene Gott in Rom, namens Papst, erdreistet sich die göttlichen Vorrechte dadurch zu mißbrauchen, daß er durch Heiligsprechung von Verstorbenen, sich selbst als Obergott hinstellt und Nebengötter durch die Bezeichnung "Heilige" für seine leichtgläubigen und verdummten Kirchenläufer schafft, damit durch größere Volksverdummung für das römischkirchliche Götzentum reichlichere Geldopfer fließen. 7. Daher höret ihr durch eure Leichtgläubigkeit von Priestern, irrebelehrten Kirchenläufer, was Ich Jesus Christus euch selber sage: 8. Außer Mich dürfet ihr niemanden, weder im Himmel noch auf Erden heilig nennen; denn sonst entheiliget ihr Mich und das erste Gebot Gottes, wo es heißt: Du sollst an einen Gott glauben und Diesen allein anbeten und verehren, denn sonst verkennet ihr Meine Lehre, die Ich als Mensch gewordener Gott in Christo verkündete. Durch Verkennung Meiner Lehre aber werde Ich zu einem Lügner oder Lügengott erklärt, wenn ihr Meine Lehren und Gebote, die im Neuen Testament aufgezeichnet sind, nicht beachtet und sie nicht erfüllet. 9. Ihr Priester aber, maßet euch an, gegen Meine Lehre eure menschliche Lügenlehre als Gotteslehre darzustellen, und statt die Gläubigen zu Meiner Lehre anzuhalten, versumpfet ihr sie durch eure Lügenlehren und Volksbetrügereien, und dadurch beraubet ihr sie um ihr Seelenheil! 10. Ich sage euch daher zum Schluß: Entweder befolget Meine Lehre, die Ich durch Meinen irdischen Bevollmächtigten euch darreiche, oder ihr werdet nach dem Tode in die finstere zweite Hölle wandern müssen, um dadurch zur Einsicht zu gelangen, daß die römischen Priester nicht Meine Gottesdiener waren. 11. Betet daher keinen Engelsgruß mehr; denn dafür habe Ich euch das Vatergebet (Gebetbuch II. Auflage, Kap. 60) gegeben. Gewöhnet euch ab Maria mit "Heilige Maria" zu titulieren; und betet zu Mir, nicht aber zu Maria und den Seligen, weil die willkürliche Einführung des Betens zu Maria und den mit "Heiligen" benannten Seligen eurer Kirche, Mir ein Gräuel, weil falsches Prophetentum ist! — 12. Ich lehrte, daß man soll bloß zu Mir beten, indem Ich sagte: "Kommet Alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch (Selber) erquicken".(Matth. 11, 28) 13. Ich verneine damit, daß man zu Maria beten soll; denn sonst hätte Ich dies gelehrt, weil damals, als Ich auf der Welt als Mensch war, auch Maria gelebt hat. Ich als Gott sagte aber nicht: Gehet zu Meiner Leibesmutter Maria und sie soll zu Mir für euch bitten, sondern, daß ihr sollet nur zu Mir beten und daß Ich euch Selber erhören werde. 14. Die römische Kirche verneint Mich Christus als Gott, denn Mein Wort ist für sie kein Gotteswort, das man respektieren soll und lehrt dagegen, daß man zu Maria als Fürbitterin bei Gott beten soll (somit zu einem anderen Gott) und hat folgendes antichristliches, weil gegen die Christuslehre gerichtetes Gebet eingeführt: "Heilige Maria, bitt für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, Amen." 15. Durch dieses Gebet hat die römische Kirche Mich Christus als Gott verneint, weil Mein Ausspruch dadurch für sie für ungültig erklärt. 16. Der wahre Christ soll das halten, was Ich als Christus gelehrt habe, das aber, was die Kirche willkürlich eingeführt hat, als widerchristlich, heidnisch und ketzerisch betrachten und verwerfen. 17. Die Folge für den, der diese Aufklärung nicht berücksichtigen will ist dann, daß er zwei Herren dienen will; Gott und dem römischen Heidentum, die sich gegenseitig befehden. Denn wer neben Meiner Lehre auch Menschensatzungen der Päpste hält, der erklärt Mich Christus für unvollkommen, nicht allwissend und nicht allweise; denn Meine Lehre ist für die Priester nicht göttlich, weil sie sich erdreistet haben, Mich Christus zu korrigieren und Meine Lehre mit päpstlichen Menschensatzungen zu mischen und dieses falsche Prophetentum als echte und allein selig machende Lehre das Volk zu lehren. 18. Wie ist die Behauptung gerechtfertigt, daß Maria doch die Mutter Gottes und somit die heiligste und größte aller Heiligen ist und daher die mächtigste Fürsprecherin bei Gott? 19. Diese heidnische Behauptung stellt sich in ihrer Wertschätzung so heraus, als wäre Maria die Frau des Gottvaters, mit der Er den Sohn Jesus Christus erzeugt hätte, und daher wäre sie die größte aller Seligen, wie die Königin immer die größte nach dem Könige, weil sie seine Frau ist. 20. O ihr denkfaulen Menschen, wann hat Gott Maria zu Seiner Frau genommen? — Wann einen Sohn mit ihr erzeugt? — Wann sie zur Himmelskönigin oder zur ebenbürtigen Herrscherin Himmels und der Erde und zur Schöpferin der Welt und Göttin proklamiert? 21. O, ihr Kinder der Finsternis des heidnischen römischen Katholikentums, seid doch vernünftig und nehmet nicht alles an, was euch die römisch-päpstlichen Mammonspriester vorwerfen, wie die Kretinen, die in ihrer mangelnden Urteilskraft alles essen, was man ihnen vorlegt. — 22. Glaubt ihr, daß ihr mit euren ertrotzenden ketzerischen Behauptungen Mich euren Gott in Christus damit zu eurem finsteren Heidentum bekehren werdet?! — O nein! das wird nicht geschehen, wohl wird aber euch die dunkle Hölle aufnehmen, wenn ihr auf eurem finsteren Heidentum beharren werdet; denn Ich kann euch als trotzige Heiden weder im Paradiese noch im Himmel brauchen, das merket euch! 23. Meine diesbezügliche Aufklärung, was Maria war und jetzt ist, lese man im Gebetbuch nach, und hier Kapitel 32,3.
56. Die Verehrung der Heiligen. 1. Über die Heiligsprechung von Verstorbenen ist in der Abhandlung über den englischen Gruß klar dargelegt worden, daß es keine Heiligen, sondern bloß Selige gibt, und daß das Beten und Bitten zu diesen, von finsteren Menschen geschaffenen Göttern ketzerisch oder heidnisch ist. 2. Die weiteren Aufklärungen darüber findet man unter: "Verehrung von toten Bildern, Statuen und Reliquien".
57. Die Verehrung von toten Bildern, Statuen, Zeichen und Figuren in der römisch-katholischen Kirche wie einst bei den Heiden. 1. Ist der Gebrauch der Bilder in Kirchen und außer ihnen, sei es an öffentlichen Straßen, Feldwegen und in Häusern, nicht wider das erste Gebot Gottes? welches verbietet Bilder zu machen und aufzustellen, wie es im dritten Buche Mose (3. Mos. 26,1) heißt: "Machet euch keine Götzen, noch gehauene (oder gemalte) Bilder, noch Säulen stellet euch auf, noch Steine mit Bilderschrift gestattet in eurem Lande, daß man davor anbete; denn Ich bin Jehova euer Gott, (der euch das verbietet). 2. Der Gebrauch der Bilder ist wider das angeführte göttliche Verbot und daher Götzenkultus; denn das weiß Ich Jesus Christus euer Gott am besten, da Ich nicht bloß die äußere Zeremonie und Anbetung vor solchen Götzen in und außer der Kirche sehe, sondern auch die innere Gemütsstimmung der Anbeter, welche dabei tätig ist. 3. Ihr ziehet vor den steinernen und hölzernen Statuen und gemalten Bildern euren Hut ab und machet ihnen damit die Ehrerbietung, als wären sie lebende Menschen; ihr machet Gebetskreuze vor ihnen und betet vor den toten Götzenbildern; ihr rufet sie an und machet ihnen auch Kniebeugungen; ihr küsset die Statuen und der Figuren ihre Füße und desgleichen mehr; ihr stehet oder kniet und betet Litaneien vor den Statuen, oder Figuren, zündet ihnen Lampen oder Lichter an, betet, oder singet Lob- und Bittlieder den toten Statuen vor und machet allerlei heidnisches Geplärr vor ihnen, als wenn sie lebend wären, deshalb ist das, weil Ich in eure, durch die Priester ins Heidentum zurückversetzte Herzen schaue, vor Mir ein Gräuel, weil eine grobe heidnische Zeremonie, die Ich verabscheue. 4. Ich sehe gut, daß ihr in den Statuen Maria und die römischen Heiligen verehret und anbetet, wenn auch die Priester sagen, daß es nur dem gilt, den das Bild oder die Figur vorstellt, allein, das ist nur die halbe Wahrheit und doch ein doppeltes Heidentum, weil ihr die tote Figur und denjenigen durch das Gebet verehret, den die Figur vorstellt, das sage Ich, der Ich in eure Herzen schaue, da Ich als euer Geist in eurem Herzen wohne. Merket euch das, daß alles Beten, Bitten, Singen und alle Verehrung nur Mir eurem Gott in Christo gebühret und sonst niemanden. 5. Darum sage Ich euch: Höret auf, Mich zu kreuzigen mit eurem Heidentum! und saget Meinen Willen allen Menschen, daß sie sollen die Bilder, Statuen und alles, was sie bisher für heilig hielten bis auf das bloße Kreuz entweder bloß als tote Figuren betrachten, oder Ich werde Meinen Unwillen müssen öffentlich kundtun und euch Selber alles wegräumen, wenn ihr es nicht selbst wegräumen werdet. 6. Das Kreuz ohne Meine Leidensgestalt als Zeichen der Erlösung soll euch in Ehren sein, aber es soll euch bloß erinnern, daß Ich am Kreuze für euch gelitten und gestorben bin. Ihr sollet aber weder den Hut ziehen, noch ein Kreuz machen davor; denn es ist toter Stein, totes Holz, totes Bild oder totes Zeichen, gemacht von Menschenhand und daher ein götzenhaftes Schaustück, sobald ihr anfanget ihm göttliche Verehrung zu erweisen. 7. Wenn ihr bei einem Kreuze vorüber gehet, erinnert euch an Mich, euren Vater Jesus, daß Ich auf Golgatha für euch Mein Blut und Leben dahin gab und grüßet Mich: Gelobt und gepriesen sei unser Vater Jesus Christus durch das Zeichen Seiner Erlösung auf Golgatha! Seht, das genügt, sonst aber räumet alle Bilder, Statuen und Säulen hinweg, indem ihr zerstöret die Götzenbilder römischer Heiligen; denn sie sind die Zeugen eures römischen Ketzer- und Heidentums in und außer der Kirche!
58. Die Verehrung der Reliquien. 1. Die römisch-katholischen Christen handeln entschieden gegen das erste Gebot Gottes, wenn sie die Reliquien oder Überreste von Verstorbenen verehren, weil: 2. a) Viele von diesen römischen sogenannten Heiligen nie gelebt haben, und alles das, was die römisch-päpstliche Kirche von ihnen erzählt, entweder auf Irrtum oder Erdichtung beruht. 3. b) Weil es keine Heiligen gibt, noch je gegeben hat, daher kann es auch keine heiligen Reliquien geben. 4. c) Weil viele von diesen Personen, welche die römischen Päpste heilig gesprochen haben, noch in der Hölle sind. 5. d) Weil man die Reliquien von weit herschleppte, meist aber aus den Katakomben, wo die Totenknochen so massenhaft wie Holz aufgestellt sind, wodurch das Volk nie die Wahrheit erfuhr, woher sie eigentlich sind, und wie es sich mit der Sache verhält, sondern man gab meistenteils erlogene Heiligengeschichte vor, verdummte das Volk und melkte es dann an seiner Geldbörse. 6. e) Weil die angeblichen Wunder entweder erdichtet und erlogen sind, oder geschahen sie bloß wegen des felsenfesten Glaubens der Betreffenden, damit sie durch Nichtgeschehen nicht um allen Glauben an Göttliches kamen, weil Ich als Gott für sie als Sünder zu heilig und hinter allen Sternen verborgen vorgemalt wurde; aber erhört habe Ich Jesus Christus sie Selber als Gottesgeist im Menschen, nicht aber der angebetete Knochenmoder der Verstorbenen. 7. f) Weil viele Reliquien oder Überbleibsel von modernden Knochen gar nicht von demselben Verstorbenen herrühren, sondern von einem beliebigen Totengerippe, das die Priester für tauglich erachteten, hergenommen wurden; denn es handelte sich ja nicht um die Wunder wirkende Kraft der Totengebeine, sondern um die vielen Geldverdienste in Rom und die reichen Opfer in der Kirche, wo solche Totenknochen der Verehrung ausgestellt wurden. 8. g) Es ist der größte Unsinn und das finsterste Heidentum, den Moderresten des Totengerippes eines verstorbenen Menschen göttliche Verehrung dadurch zu erweisen, daß man davor betet und diese Leichnamsreste küßt und um Erhörung des Gebetes bittet! — 9. Paulus (1.Kor. 15, 50) sagte durch Meine Aufklärung an ihn im ersten Briefe an die Korinther: Dieses sage ich aber, Brüder! daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können, und daß das Verwesliche das Unverwesliche nicht erben wird. Und Ich Jesus Christus sage dazu: Auch die modernden und faulenden Knochen der Toten nicht! 10. Wenn also das Blut, Fleisch und die Knochen und Haare, als das Verwesliche, das Himmelreich nicht ererben wird, wie könnet ihr dann diesem Aas und Moder göttliche Verehrung erweisen?! Wozu dann das grobheidnische Götzentum damit treiben? — 11. Werfet daher den Reliquien-Kram und –Tand ins Feuer, damit das Heidentum aufhöre; denn Meine Kinder müssen wahre Christen und nicht finstere Heiden sein! wie ihr durch die Irrlehren des römisch-katholischen Glaubens geworden seid!
59. Ein Wort über die Wunder an den Leibesüberresten von Seligen. 1. Ist es wahr, daß Ich Gott durch die Leibesüberreste der Seligen öfter Wunder gewirkt und den Menschen viele Wohltaten erwiesen hätte? 2. Ich habe zwar manche Wunder an den Überresten der Seligen gewirkt, weil der Glaube ein felsenfester war, so daß der betreffende Gläubige durch seinen großen und felsenfesten Glauben die Gottheit seines in ihm lebenden Geistes ergriffen und zur Erfüllung des Gewollten gebracht hatte; aber damit ist es nicht bewiesen, daß die faulenden und modernden Leibesreste eines Seligen dies gewirkt haben, sondern dies hat allein nur der Gottesgeist im Menschen gewirkt, und daher gebührt diesem allein die göttliche Verehrung laut Meines ersten Gebotes, nie aber den Leibesresten eines verstorbenen Menschen oder gar seinen Kleidern, wie nachfolgende Beweise dartun, daß Gott Wunder auf Grund der Zuversicht im felsenfesten Glauben der betreffenden Person gewirkt hat: a) Philipper 3,21: Der Heiland Jesus Christus wird unseren nichtigen Leib verklären, daß er ähnlich werde Seinem verklärten Leibe nach der Wirkung, durch welches Er Sich alles unterwerfen kann. b) Sirach 48,14: Nichts hatte Macht über ihn (den Elisäus) und auch im Tode zeigte ihn sein Körper als einen Propheten. In seinem Leben tat er Unerhörtes, und auch nach seinem Tode wirkte er Wunder. c) Könige II. 2,14: Elisäus schlug mit dem Mantel des Elias, der ihm entfallen war, das Wasser des Jordans, aber es teilte sich nicht; und er sprach: Wo ist nun der Herr, der Gott Elias? und schlug abermals ins Wasser, da teilte sich der Jordanfluß auf beide Seiten und Elisäus ging hindurch. d) Könige II. 13,21: Und es begab sich, daß einige einen Mann begruben; und als plötzlich einige Kriegsleute in der Nähe auftauchten, warfen sie in der Furcht vor den Kriegsleuten den Mann in das noch offene Grab des Elisa. Und sobald der Mann die Gebeine Elisas mit seinem Körper berührte, ward der Mann wieder lebendig und stand auf seine Füße und trat aus dem Grabe. e) Apostelgeschichte 19,11+12: Gott wirkte nicht geringe Wunder durch die Hände des Paulus, also daß es genügte, daß man die Schweißtücher und Gürtel von seinem Leibe auf die Kranken legte und (zufolge ihres festen Glaubens) wichen die Krankheiten von ihnen und die bösen Geister fuhren aus (da Ich Jesus das wollte!). 3. Die hartnäckigen Verteidiger des priesterlichen Heidentums berufen sich darauf und sagen: Ja, und doch geschah es, somit war das Glauben an die Wunder wirkende Kraft dieser Reliquien oder Gegenstände der betreffenden Männer gerechtfertigt, denn es geschehen Wunder, und das entscheidet. — 4. Diese anscheinend entscheidende Verteidigung des Rechthabens bezüglich der Anbetung von Überresten der Seligen beruht jedoch auf einem großen Irrtum; denn wie kann ein modernder Fetzen oder Knochen Wunder wirken? Wie kann ein Seliger Wunder wirken ohne Mich, seinem Gott? Wie kann überhaupt ein Wunder geschehen, da Ich allein das Privilegium des Wunderwirkens in der Hand habe, und wenn ein Wunder geschieht, so wirke es immer Ich Selber, wenn es auch den Anschein hat, daß es durch den angebeteten Seligen herrührte. 5. Der Mensch ist Mein Kind und hat alle Fähigkeiten Meines Ich in sich, da Ich Selber in ihm wohne; warum kann denn der Mensch nichts Übersinnliches aus sich selbst tun? Gewiß deshalb nicht, weil Ich einem sündhaften Menschen nicht so zuvorkommend bin, wie einem fromm und gläubig Lebenden. Diese allgemein bekannte Tatsache — soll euch maßgebend sein und nicht eure selbst erdachten Menschensatzungen. 6. Swedenborg sagt: "Der geistige Sinn dieses Gebotes ist, daß kein anderer Gott als Jesus Christus unser Schöpfer, Vater und Heiland ist und verehrt werden soll, weil es nie einen anderen Gott gab als Jesus, nur der Name war ein anderer, nämlich Jehova, was althebräisch "Vater" bedeutet. Er ist es, wie die Weissagungen unzweideutig dartun, Der in die Welt kam und die Erlösung des Menschengeschlechtes von der Erbsünde vollbrachte, Sich Selbst damit mit dem Menschengeschlechte versöhnte, es wieder zur Kindschaft annahm und ihm den Kinderhimmel öffnete. Schumi: Daß dies alles auf Wahrheit beruht, ersieht man aus den Beweisführungen in der "heiligen Dreieinigkeit" und in Büchern "Christus und die Bibel, Seine An- und Wiederkunft". 7. Über den himmlischen Sinn des ersten Gebotes sagt Swedenborg, daß dieses uns Jesum Christum als Jehova Zebaot zeigt, welcher der Herr und Herrscher von Ewigkeit, der Unendliche, der Unermeßliche und der Ewige ist, daß Er der Allmächtige, der Allwissende und der Allgegenwärtige ist, daß Er der Erste und Letzte, oder der Anfang und das Ende ist, welcher war, ist und sein wird in Ewigkeit, daß Er die Liebe und Weisheit oder das Gute und Wahre Selber ist, folglich das ewige Leben, somit der Einzige ist, aus dem Alles entstanden ist. 8. Demnach sollst du Mich Gott den Vater, Der Ich Mich den Menschen in Jesu Christo geoffenbart habe, lieben aus ganzem Herzen. Du sollst nichts Anderes nie und nimmer in dir haben, als nur das Eine allein, Mich, deinen Jesus-Vater zu lieben. Tust du dieses im rechten Vertrauen, dann hast du alle Meine Gebote im rechten Lichte erkannt, es wird dir dann ein Leichtes sein, ein jedes der zehn Gebote bis in das Kleinste zu verstehen und zu erfüllen, wie aber, das will Ich in wenigen Worten beleuchten: 9. Du mußt stets denken, daß Ich dein für dich sorgender Vater als Schöpfer bin, daß Ich in dir lebe und der Grund alles Lebens in dir bin, somit daß Ich dich so bildete, wie du bist und Ich dir die 5 Hauptsinne mit allen Nebensinnen verlieh, ja, daß Ich mit dir das Leben teile und alles mitmache, was dir im Leben begegnet und daher dein einziger Freund bin, der dich nie verläßt, sondern wie Vater und Mutter für dich als unmündiges Kind der göttlichen Erbarmung sorge. Ich bin aber auch außer dir, und habe alles nur zu deinem Leben erschaffen, damit du von der Natur lebst und dich an ihren Schönheiten und dargebotenen Früchten erfreust, ja, daß alles, was du in der materiellen Erscheinlichkeit der schaffenden Natur siehst, so wie auch alles, was durch die göttliche Gabe die menschliche Intelligenz wirkt, die geistige Tätigkeit des Vaters im Weltall darstellt. Alles was du siehst, ist aus Mir entnommen und von Mir ins Dasein gestellt, somit was das Leben im Weltall vorstellt, Ich als Schöpfer davon, Selber daran beteiligt bin und in dir lebe, dich leite und für dein Fortkommen sorge, und daß darum eben das größte Gebot im Gesetze lautet: Liebe Gott aus ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt, weil du dann nie eine Sünde begehen wirst, weil du alles erfüllst, was Ich geboten und gelehrt habe zu halten. Besonders beachte auch das zweite Hauptgebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Daher tue ihm das, was du willst, daß er es dir täte, weil er ein Kind Gottes, daher dein Bruder, und Gott, dein Vater, auch in ihm wohnend ist.
60. Vergehen gegen das erste Gebot. 1. Aberglaube, Abgötterei, Götzendienst, Götzenzeremonien — überhaupt Zeremoniendienst der Kirche, Götzendienstkleidertracht, Verehrung und falsche Angaben über Gotteslehre, Götzendienstpomp-Entfaltung. Menschensatzungen den Gottesgeboten gleich erklären und sie dafür halten; Gottvergessenheit, gänzliche Gottlosigkeit, Gottleugnen; Handel mit angeblich "geweihten" Sachen, das vor Gott ein Betrug ist; Ablaßschwindel — Beichtabsolution, weil ein Betrug, — Forderung für Gottesopfer und sie selber verzehren, (weil Gott als Geist nichts Materielles braucht), Unterstützung von ausbeuterischen Priestern; Spott und Hohn gegen alles Göttliche; Satanskult, Satanspakte; Anrufen und Gebete zu Verstorbenen um Geld, Lotterie- und Losgewinnung und materielle Vorteile; Pakte mit bösen Geistern; Bösestun durch geistige und Willens-Mittel; Zauberei mit gegen Gott gerichteten Mitteln. 2. Unglauben gegen die Prophezeiungen Gottes; Morden der Propheten; Widerspruch und böses Nachreden über Medien wegen der Vaterworte. Zweifel an Gottesworten, Ruhestörung, Auflehnung gegen die von Gottvater ausgestellten Volksleiter, vollster Ungehorsam. Gott fluchen oder lästern, Gott durch Lieder oder Bilder verhöhnen, Gott tierische Namen geben, Gott unzüchtig lästern. 3. Maria- und Heiligen-Anbetung durch die Bezeichnung: "Heilige", "Heiliger" (vergl. Offb. 15,4) Anbetung der Schutzgeister (Schutzheiligen, Namenspatronen) durch die Bezeichnung: "Heilige", Heiliger". Undankbarkeit gegen Gottes Güte und Barmherzigkeit. Fluchen und Lästern, Sakramentieren, Himmel sakramentieren usw.
61. Die sieben Sünden wider den heiligen Geist. 1. Als Mich die Pharisäer lästerten, Ich habe einen unreinen Geist, was soviel heißt als: Ich bin besessen von Belzebub, mit dessen Hilfe Ich die bösen Geister den Menschen austreibe, (Mark 3, 22-30) erwiderte Ich ihnen: Jede Sünde und Lästerung wird dem Menschen verziehen, aber die Lästerung oder Widersprechen wider den heiligen Geist wird dem Menschen weder hier noch dort vergeben. 2. Damit habe Ich ihnen gesagt, daß diese Sünde die allergrößte aller Sünden ist und die größte Ahndung erfahren wird. Ich will euch aber hier eine Aufklärung zukommen lassen, welche Meiner göttlichen Liebe und Barmherzigkeit entspricht: 3. Es ist wahr, daß diese Sünde eine der größten ist aber auch sie wird verziehen, wenn die Buße darnach groß genug wird, aber jedenfalls nicht so schnell, wie die übrigen Sünden. Ich wollte euch damit die Augen öffnen, daß in der Bezeichnung: Gott ist die ewige Liebe, die ewige Barmherzigkeit und die ewige Gnade, die Bürgschaft liegt, daß, wie Ich durch den Propheten Jeremias sagen ließ: Sage dem Volke Israel: "Ich bin barmherzig und will nicht ewig zürnen," also auch in dieser Lästerung wider den heiligen Geist Mein Gericht nur so auf ewig zu verstehen ist, wenn der Sünder sich auf ewig nicht bekehrt und Buße tut. 4. Die Sünden wider den heiligen Geist, wovon die siebente die größte ist, sind aber folgende: 1. Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen. 2. An Gottes Gnade verzweifeln. Diese Sünde ist sehr groß und führt den Menschen tief in die Hölle. 3. Der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben. Hier in dieser Sünde zeigt sich die höllische Eigenschaft des Menschen, der die Wahrheit sieht und erkennt und doch dagegen spricht und tut, also tut aber auch der Höllenfürst Satan. 4. Seinen Nächsten die göttliche Gnade mißgönnen und ihn darum beneiden. — Es ist im Menschen die Kraft, daß das, was Einer im Geistigen kann, auch der Andere sich erwerben kann. Wer also selber nicht mag und doch Andere beneidet und ihnen mißgönnt die Gnade, der tut ja dasselbe, was der Satan, denn dieser mag sie auch nicht, und doch beneidet er Andere darum und mißgönnt ihnen diese, in dem er sich alle erdenkliche Mühe gibt, den Menschen diese durch Einflößung anderer Gedanken unwirksam zu machen und sie zu zerstören. 5.- In der Unbußfertigkeit vorsätzlich zu beharren. Solche werden mit der Zeit doch kuriert; denn sie gehen in der Hölle immer tiefer in die Leiden und Schmerzen, bis ihre Widerstandskraft gebrochen ist. 6.- Wider heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben. 7.- Wider den Geist der Wahrheit aus Gott, welcher durch das Gewissen sich offenbart, hartnäckig das Gegenteil behaupten und tun.
62. Das zweite Gebot Gottes: „Du sollst den Namen deines Gottes nicht eitel nennen; denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der Seinen Namen mißbraucht.“(2. Mos. 20, 7; -5. Mos. 5.11) Der Name Gottes ist hochheilig und unnahbar für unreine Geister; Er ist die innere Tatkraft lebendiger Überzeugung für ein reines geistig lebendes Kind Gottes; niemand soll diesen Namen leichtfertig und scherzweise aussprechen, denn es birgt das geistige Gebot in sich, daß der Frevler, der ihn eitel nennt, in sich geistig sündigt und sich verfinstert. Jedes Wort, das diesen Namen ausspricht, steht in der Wagschale, welche nach dessen Aussprache den Menschen nach oben hebt oder nach Unten wirft. Daher sprechet diesen Namen allemal mit lebendiger Liebe, werktätiger Demut und stets kraftvoll, wie eine tönende Glocke, in lebendiger Liebeserregung eures Herzens. Nie soll der Mensch etwas denken, sprechen oder tun, ohne alle Ehre diesem hochheiligen Namen entgegen zu bringen, alles in diesem Namen beginnen und alles in diesem Namen beenden, ja, der Mensch ist berufen, der ewige Hohepriester seines lebendigen dreieinigen Gottes Liebe, Weisheit und Allmacht in seinem Herzen zu sein, Dem er alles zur Ehre aufopfern und in Liebe darbringen soll, damit er zu einem lebendigen Tempel Gottes werde!
63. Verbot im zweiten Gebote. 1. In dem zweiten Gebote wird verboten, Gottes Namen zu entheiligen. 2. Den Namen Gottes entheiliget man aber: a) Durch den Mißbrauch bei verschiedenen Gesprächen, besonders, wenn man zu Unwahrheiten oder Lügen Gott als Zeugen nennt; ferner bei Verwünschungen, Zaubereien und Beschwörungen. b) Durch alle Sünden: Paulus schreibt: Du rühmest dich des Gesetzes, entehrst aber Gott durch Übertretung des Gesetzes (Röm. 2, 23). c) Durch die Gotteslästerung, indem man über Gott verächtlich spricht. Die Religion Christi bemängelt und in den Kot zieht und durch Aufstellung philosophischer Glaubenssätze, weil man dadurch das göttliche Wort und Gebot verwirft. d) Wenn man ohne Not oder gar falsch schwöret. Darüber sagte Ich Jesus: Ich sage euch: Ihr sollet gar nicht schwören, weder bei dem Himmel, weil er der Thron Gottes ist, noch bei der Erde, weil sie der Schemel Seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, weil sie die Stadt des großen Königs ist. (Matth. 5, 34) Moses schreibt: Du sollst nicht falsch schwören bei Meinem (göttlichen) Namen und den Namen Deines Gottes nicht entweihen (durch Schwüre und Anrufung des Namens Gottes zu weltlichen Händeln); denn Ich bin Jehova.(3. Mos. 19, 12) Am deutlichsten sagt euch den Willen Gottes der Apostel Jakob indem er schreibt: Vor allen Dingen aber meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch sonst einen Eid; sondern eure Wahrheits-Beteuerung soll lauten: Ja, das aber ein Ja der Wahrheit sein muß; und Nein! das auch ein Nein der Wahrheit sein muß! Damit ihr nicht in das Gericht Gottes fallet. (Jak. 5, 12 – ausgebessert nach Angabe des Vaters Jesus) 3. Der Schwur ist eine heilige Sache, wenn er nicht gegen die zehn Gebote gerichtet ist. Daher denke jeder nach, was er tut! — Glaubt der Schwörende nicht an Gott, dann ist sein Schwur ein Schwindel und Betrug; glaubt er an Gott und begeht er einen Schwur gegen die zehn Gebote Gottes, dann ist es ein Frevel gegen Gott; denn wie kann jemand Gott zum Zeugen anrufen, und er tut dies im vollen Bewußtsein, daß er ganz gewiß gegen Mich handeln und Meine göttlichen Gebote mit Füßen treten wird?! 4. Die Menschen handeln gegen Mich, ihrem Gott, wie gegen Einen ihresgleichen. Sie denken nicht, daß Gott überheilig ist und daß man seinen Namen nicht in den Schmutz der Weltsünden ziehen darf. Der Schwörende glaubt, daß es ganz gleich ist, was und wie er schwört und beachtet nicht das zweite Gebot Gottes, welches verbietet den Namen Gottes eitel zu nennen und Gott in Welthändel der Sünden und Verbrechen zu ziehen. Man stolpert gedankenlos über Alles und denkt nicht nach, ob es gerecht erscheint gestolpert zu sein. 5. Wenn du schwörst, so trachte keine Meinneide zu schwören, da du sie nicht verantworten kannst, denn dafür hat dir Gott die Urteilsgabe gegeben, um zu beurteilen, was recht oder unrecht ist. Überhaupt muß jeder Eidschwur unterbleiben, sobald die Menschen rechtschaffen und gottesfürchtig werden, denn das Ja und Nein wird dann genügen. e) Wenn man die Gott gemachten Gelübde bricht. Moses äußert sich darüber wie folgt: Wenn du deinem Gott Jehova ein Gelübde tust, so säume nicht, es zu erfüllen; denn Jehova, dein Gott, wird die Erfüllung fordern, und wenn du sie unterlassest, es dir zur Sünde rechnen. — Wenn du keine Gelübde machst, so hast du keine Verpflichtung und Sünde; — aber was du einmal gelobend ausgesprochen hast, das sollst du halten und erfüllen, wie du freiwillig mit eigenem Munde deinem Gott Jehova versprochen hast es zu tun.(5. Mos. 23, 21-23) f) Wenn man den Namen Gottes ohne Not und ohne Ehrerbietung nennt. Es ist heutzutage soweit gekommen, daß die Menschen von dem zweiten Gebote gar keine Notiz nehmen. Wer ist dessen Schuld? Wohl niemand sonst als die Religionslehrer des Volkes. Wenn sie den Leuten gesagt und oft wiederholt hätten, daß es eine grobe und große Sünde ist, den hochheiligen Namen Gottes immer und für alle Sachen im Munde zu führen, so würden sich die Menschen das gemerkt haben und getrachtet, besser zu werden. Aber die Priester vergaßen in ihrer Weltlichkeit ihre Pflicht und die Menschen wissen nichts Besseres — und daher wird der Name Gottes eitel genannt oder mißbraucht, während Ich entschieden will, daß Mein Name nicht entheiligt, sondern geheiligt werde, wie Ich es im Vaterunsergebet gelehrt habe. 6. Die Priester dienen viel zu viel der Welt, welche ist das Streben nach Geld, Ehre und Herrschaft; denn wer die Zeremonien dazu benützt, um das Volk an sich zu ködern, es zu verdummen und geistig zu zerstören, daß er es zu Dienern des heidnischen Zeremonienglaubens macht und es ganz von der Gnade und Ungnade der Kirche und nicht von Gott abhängig macht, und alles dies aus persönlichen Vorteilen, — solche Gottesdiener sind nicht Meine, sondern die Diener Meines Widersachers. 7. Darum liegt die ganze Welt im Argen, weil diese — nicht von Mir Berufenen, die nichts arges ahnenden Schafe Meines Stalles, geistig bereits zerrissen und sie der Hölle zugeführt haben. 8. Das Volk lästert Mich fort und fort und weiß nichts davon, weil es bereits in einer argen Hölle steckt und größtenteils von Höllengeistern der Verstorbenen besessen ist. Wären die Priester tatsächlich Gottesdiener — so müßten sie sich entsetzen vor dem Volke, welches Meinen hochheiligen und unnahbaren Namen täglich entheiligt, da Ich als Gott ein strenger Richter bin, vor dessen Antlitze die heutige Menschheit mit wenig Ausnahme eine Gesellschaft von Majestätsbeleidigern an Meinem heiligen Namen: Gott, Jesus oder Christus ist, da sie Mich gedankenlos auf ihrer sündhaften Zunge herumträgt und täglich lästert. Verschiedene Redewendungen in Freud, Leid, Scherz und Sünde sind da, um einen Ausruf: O Gott! — O Jesus! — Jesas na! — O Christus! Christus na! — O Christe eleison! — Man lebt wie ein Gott in Frankreich! — O Herrgott! und ähnliches mehr an das Tageslicht bringt. Ich sagte durch (2.Mos. 20, 7)Moses: 9. "Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen, ihn dadurch mißbrauchen; denn Ich werde denjenigen nicht ungestraft lassen, der Meinen Namen eitel nennt und ihn dadurch mißbraucht." 10. Darunter sind auch die Namen Jehova, Zebaot, der Heilige Israel und der heilige Geist gemeint. 11. Über dieses heilige Gesetz sollten die Priester mit aller Strenge wachen, da sie Mir verantwortlich sind. Und was tun sie? Stillschweigen und dadurch gutheißen die Mißbräuche des Volkes, — dadurch aber berauben sie das Volk um sein Seelenheil, weil der Mensch alle solche Untugenden, Leidenschaften und Mißbräuche in der Hölle ablegen muß, bevor er ins Paradies eingelassen wird, da sie im Paradiese nicht vorkommen dürfen. Denn niemand kommt ins Paradies, bevor er sich nicht der großen Fehler gegen Meine echte Christuslehre entledigt hat, wozu aber immer Jahre und Jahre nötig sind, weil niemand seine Untugenden, Gelüste, Begierden und Leidenschaften schnell ablegen kann. 12. Wie mit Meinem göttlichen Namen, — so treiben die Menschen auch mit Maria und Joseph einen großen Mißbrauch. Merket euch, ihr gedankenlosen Menschen, daß diese Namen für euch zu heilig sind, um sie stets auf eurer sündhaften Zunge herumzuwälzen. O Maria! — Jesus, Maria und Josef! ist euer gewöhnlicher Aufschrei und Ausruf bei jeder Gelegenheit, sei es Scherz, Ernst, Verwunderung, ja sogar auch, wenn ihr die ärgsten Sünden begehet! — 13. Darum höret Mich an! Ebenso, wie ein jedes Kind nur diesen Personen zugetan ist, die es im Weltlichen pflegen und versorgen, und nicht denen, die sich nie bekümmern um ihr weltliches Wohl, ebenso bin auch Ich zugetan Meiner lieben Leibesmutter Maria und Meinem lieben Ernährer Joseph wegen ihrer einstigen Pflege, die sie Mir damals angedeihen ließen, und daher will Ich nicht, daß ihr sie eitel nennet, spottet oder schimpft. Ihr könnet Maria grüßen, jedoch nicht anbeten, wie ihr es bisher getan und ihr Tempel (Kirchen) gebaut; — aber ihr sollt sie auch nicht vergessen, ebenso wie ihr des Josephs nicht vergessen sollt, denn sie stehen in Meiner großen Huld. — 14. Und das viele Gott und Himmel Sakramentieren und Fluchen ist ein Fahrbillet in das Reich der Hölle; denn die Höllengeister tun dasselbe, und wenn ihr es tut, so seid ihr sogleich von einer großen Schar der ärgsten Teufel aus der Hölle umgeben, die euch fleißig sekundieren und anfeuern höllisch zu sein. Denn die zweite Hölle ist auf der Erde, und in dieser Gesellschaft seid ihr Tag und Nacht, wenn ihr gegen Meine Gebote handelt. 15. Und nun schauet in die Länder, die Allen wohlbekannt, weil sie groß sind und in Europa liegen und wo Ich viel gelästert werde! — Da sind gewisse Gattungen von Menschen, die Zuchtrute Gottes für das Volk, welches, ob klein oder groß, fortwährend flucht, Mich mit der Zunge oder Worten schändet, Mir Namen gibt, die unter aller Kritik sind; und ebenso Meiner Leibesmutter Namen gibt, die Ich euch nicht nennen darf! — ja, wo das Volk mit der Heiligkeit des Göttlichen in Worten nicht viel besser umgeht, wie einst in Sodoma und Gomorra. Deshalb steckt es aber auch unter Meiner wohlverdienten Zuchtrute hier, — und ins Geisterreich angekommen, — gehen Alle dorthin, wohin sie ihre geistigen Dienste im Leben geleistet haben. Die Hölle ist ihre Heimat. Und zu aller dieser höllischen Ausgeburt des Lästerns Meines heiligen Namens schweigen die dortländischen Priester und lassen das ihnen anvertraute Volk sorgenlos in die Hölle gehen. — 16. Je schlechter das Volk, desto mehr Elend muß es leiden, desto mehr wird es von der Kirche und vom Staate und wenn die nicht genügt, noch von anderen Landplagen und Ungeziefer in Menschengestalt heimgesucht, ausgebeutet, beschwindelt, betrogen und unterdrückt. Versteht ihr nun, woher die Höllenzustände der Welt herrühren, in denen ihr euch befindet?! — g) Wenn man den Namen Gottes verfälscht: Das Verfälschen des Namens Gottes heißt es, den Namen Gottes durch Witze und Scherze anders gebildet und verdreht aussprechen. h) Wenn man das Wort Gottes verfälscht: (2. Kor. 2, 17) Das Wort Gottes Verfälschen heißt es, aus selbstsüchtigen Gründen wissentlich anders deuten, als der Grundsinn ist, oder auch aus falschen Ansichten es anders deuten und in dieser Verfälschung oder im Wahne hartnäckig verharren und trotz der klar sprechenden Gegenbeweise sich nicht daran kehren. — 17. An dieser groben Sünde litten bisher alle christlichen Kirchen und Sekten.
64. Das Gebot im zweiten Gebote. In dem zweiten Gebote wird befohlen: Daß man Gottes Namen heiligen, ehrerbietig gebrauchen, in allen Nöten anrufen und loben und preisen soll. 1. Es heißt doch schon im Vaterunsergebet: „Geheiligt werde Dein Name!" Darum soll der Mensch alles zur Heiligung des Namens Gottes tun und das kann nur durch das Heiligen des eigenen Lebens des Menschen geschehen, da der Mensch nach dem Leib ein Tempel Gottes, nach der Seele ein Bußopferpriester Gottes ist, oder doch sein soll. Daher soll der Mensch sein Leben heiligen, indem er das tut, was Ich Gott, sein Vater, ihn zu tun lehre und sage, daß er es in der Tat der Wahrheit kehren soll. 2. Ein jeder Mensch, der Kenntnis von diesen Meinen Geboten hat, soll wissen, daß ein jedes Wort, und ein jeder Gedanke, der mit Meiner Liebe nicht vereinbart werden kann, ein Übertreten dieses Meines gegebenen Gebotes ist, da er Mich dadurch in Meinem heiligen Namen mißbraucht. Die reine Liebe zu Gott und den Menschen, als Kindern Gottes, ist es, welche dich schützt, dieses Gebot nicht zu übertreten, sondern zu erfüllen, weil die Liebe des Gesetzes Erfüllung ist. 3. Mich, deinen Jesusvater, sollst du über Alles lieben, verehren und achten, damit du Meinen Namen nicht entheiligest, sondern stets nur Lob, Preis und Dank entgegen bringst. Dieses begehre Ich von Dir, und von jedem Anderen, der Mich in Meiner alles beglückenden Liebe erkannt hat. Denn die Liebe ist es, die euch vom Joch der Finsternis erlöst. 4. Den Namen Gottes ehret und heiliget man: a) Wenn man Gott freimütig vor der ganzen Welt bekennet, wie König David im Psalm sagt: Ich will Dich erheben mein Gott und König und loben Deinen Namen ewig fort. Ich will Dich täglich loben und Deinen Namen rühmen ewig immerfort, (Ps. 145, 1.2) und also sagte Ich Jesus: Wer immer Mich vor den Menschen bekennen wird, den will Ich auch vor Meinem Vater bekennen, Der im Himmel ist.(Matth. 10, 32) b) Wenn man Gott in geistlichen und leiblichen Nöten um Hilfe und Beistand bittet: David (Ps. 50, 15) sagt im Psalme: Rufe zu Mir, dem Jehova, am Tage der Trübsal, so will Ich dich erretten und du sollst Mich preisen. Johannes schreibt: Dies ist das Vertrauen, das wir zu Jesu haben, daß Er uns in allem, was wir nach Seinem Willen begehren werden, (Joh. 16, 23)erhöret. (1. Joh. 5, 14) c) Wenn man auch in rechtmäßiger Zeugenschaft nicht durch einen Eidschwur beteuert und Gott zum Zeugen anruft, um etwas glaubwürdig zu machen. — Zwar sagt Moses: Jehova, deinen Gott, sollst du fürchten und Ihm allein dienen und bei Seinem Namen schwören.(5. Mos. 6, 13) Allein dies widerspricht dem, was nach Meiner (Jesu) Lehre der Apostel Jakob sagte: "Vor allen Dingen aber meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch sonst einen Eid (daher auch nicht bei Gott); eure Wahrheits-Beteuerung soll lauten: Ja, das aber ein Ja der Wahrheit sein muß; und Nein! das auch ein Nein der Wahrheit sein muß! damit ihr nicht in das Gericht Gottes fallet.( Jak. 5. 12) Daher ist der Eidschwur bei Meinem heiligen Namen nicht gestattet und die Angabe Mosis als ein menschlicher Irrtum zu betrachten. — 5. Wie ist dann die Zeugenschaft auf Ja und Nein zu betrachten, wenn ein Mensch lügt und denkt: ich habe doch nicht Gott als Zeugen angerufen, sondern bloß eine Notlüge getan, um deren Verzeihung ich Gott bitten werde, da zwischen einer Lüge in der großen Not und dem Eidschwur bei Gottes Namen doch ein großer Unterschied sein wird? 6. Eine Lüge in großer Not, wenn sie dadurch dem Gegner als Unschuldigen einen wesentlichen Schaden verursacht, den Schuldigen oder Verbrecher aber, der gelogen hat, entlastet, ist in den göttlichen Augen ein so großes Verbrechen, daß es einem Meineide gleichsieht, weil in diesem Falle der Richter angelogen wurde, der ein gerechtes Urteil sprechen soll, ferner ist dem Unschuldigen die Ungerechtigkeit widerfahren, der Verbrecher aber als unschuldig erkannt worden. 7. Man denke nach, daß alles dieses im Beisein Gottes geschehen ist, da Gottes Geist in der Brust eines jeden Menschen wohnt, somit der Zeuge des Verbrechens ist, ob man Ihm zum Zeugen anruft oder nicht. d) Wenn man die Gelübde, die man Gott gemacht hat, getreu erfüllt. David ermahnt im Psalme: Gelobet und haltet das Gelübde dem Jehova, eurem Gott, alle die ihr um Ihn her seid, und bringet Liebesgaben des Herzens, (Liebesgebete in Demut des Herzens) dem Ehrfurchtgebietenden. (Ps. 76, 12) e) Wenn man das Wort Gottes fleißig und andächtig höret und lebet und handelt darnach. Darüber schreibt Paulus: Das Wort Christi wohne reichlich in euch mit aller Weisheit! Lehret und ermahnet einander mit Psalmen und Lobgesängen und lieblichen geistigen Liedern und singet Gott in Liebe eurer Herzen. Lukas: Selig sind die, welche das Wort Gottes hören und dasselbe beobachten. (Luk. 11, 28) f) Wenn man alles zum Lobe und zur Ehre des göttlichen Namens unternimmt oder Gott aufopfert, worüber zwei Stellen aus dem Neuen Testamente sprechen: Saget allezeit Dank für alles Gott dem Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christi. (Epheser 5, 20) Ihr möget essen oder trinken oder was immer tun, so tuet es immer zur Ehre ( 1. Kor. 10, 31) Gottes und opfert es Ihm auf! 8. Der Name Gottes ist heilig und kann daher zu allen heiligen Handlungen genannt und gebraucht werden, so bei Gebeten, Liedern, geistlichen Vorträgen oder Vorlesungen und in allen Schriften, die zur Ehre Gottes verfaßt sind. 9. Wie es verboten ist, den Namen Gottes eitel zu nennen, so ist es anderseits heilig, wenn man den Namen Gott, Jesus, Christus, Jehova, Zebaot, besonders aber den Vater Jesus zum Gegenstande hat, nennt und in aller Liebe anruft. 10. Der Name "Jehova" war bei den Juden als heilig betrachtet, den sie nicht wagten leichtfertig zu nennen, noch jetzt dies nicht wagen auszusprechen. Daher nannten die Evangelisten und Apostel statt "Jehova" lieber "der Herr", wie dies aus verschiedenen, aus dem Alten ins Neue Testament herüber genommenen Stellen und Zitaten erhellt, in welchen statt Jehova, genannt wird der Herr, wie zum Beispiel: Matth. 22,37 / Luk. 10, 27. verglichen mit 5. Mose 6,5 und anderwärts. 11. Daß den Namen "Jesus" die Apostel für eben so hoch und heilig hielten wie den Jehova, sagt auch der Apostel Paul nach Jesaja,(Jes. 45, 23; Röm. 14, 11; - Phil. 2, 10) welcher spricht: "Daß vor dem Namen Jesus alle Knie sich beugen, derer die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters", und überdies, daß Er von den Teufeln in der Hölle nicht genannt werden könne, was auch aus spiritistischen Sitzungen bekannt ist.
65. Im geistigen Sinne 1. Im geistigen Sinne wird alles das unter dem Namen Gottes verstanden, was aus dem Wort Gottes gelehrt und wodurch der Herr Jesus Christus oder Gott genannt, angerufen und verehrt wird, weil überhaupt alles, was den Namen Gottes betrifft, darin inbegriffen ist, und daher unter "Namen Gottes ins eitel Weltliche ziehen" verstanden wird etwas davon hernehmen, bei unnützem und weltlichem Gerede, bei Lügen, Verwünschungen, Zaubereien und Beschwörungen; weil, wenn man dabei sich des Namens Gottes bedient, dann Seinen heiligen Namen ins Unheilige ziehen und somit entheiligen und lästern heißt. 2. Daß alles das, was die Lehre Gottes betrifft, das heilige Wort Gottes oder Christus ist, und was man aus ihm hat, somit alle Aufklärungen und Belehrungen wie man Gott dienen und den Nächsten als Kind Gottes betrachten soll, die Belehrung und Verherrlichung des Namens Gottes ist, zeugen folgende Stellen der Heiligen Schrift: 3. Maleachias 1,11-13: "Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist groß Mein Name unter den Völkern, und an allen Orten wird Mein Name Räucherwerk und reines Opfer dargebracht; denn groß ist Mein Name, spricht Jehova, der Herr der Heerscharen. Ihr aber entheiliget ihn wenn ihr sprecht: Der Tisch Jehovas ist unrein; und doch glaubet zu versöhnen Meinen Namen, wenn ihr bringet Geraubtes, Lahmes und Krankes zu opfern. 4. Micha 4,5: Alle Völker wandeln in dem Namen ihres Gottes, wir aber wollen wandeln im Namen Jehovas unseres Gottes immer und ewig. 5. Mose V. 12,5.11.13.14.18: Sie werden Jehova an einem Orte verehren, wohin Er Seinen Namen setzen wird, dort werden sie Seinen Gottesdienst halten. 6. Johannes 1,12: Wie viele Ihn aufgenommen haben, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, denen die an Seinen Namen glauben. 7. Johannes 3,18: Wer an Ihn glaubt, der wird nicht verurteilt, wer aber nicht glaubt, der ist schon verurteilt; weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glaubt. 8. Johannes 20,31: Die Glaubenden, das Christus der Sohn Gottes ist, haben das Leben in Seinem Namen. 9. Johannes 17,26: Ich sagte: Ich habe Deinen Namen den Menschen bekannt gemacht, damit Deine Liebe in Mir, in ihnen bleibe. 10. Offenbarung 3,5: Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern geschmückt werden! Nie werde Ich seinen Namen aus dem Buche des Lebens löschen; vor Meinem Vater und Seinen Engeln werde Ich seinen Namen bekennen. 11. Außer den angeführten Stellen, gibt es noch viele, wo unter dem Namen Gottes das Göttliche im Worte, das von Gott ausgeht und durch das Er verehrt wird, zu verstehen ist. 12. Unter dem Namen Jesus d.h. Erlöser, Retter, Heiland oder Arzt, wird aber verstanden das Ganze der Erlösung, die Rückerwerbung der Kindschaft Gottes für alle Menschen durch das Leiden und Sterben am Kreuze. 13. Unter dem Namen Christus aber das Ganze der Seligmachung durch Seine Lehre, weil der Name Christus einen Gesalbten oder König bedeutet, mit dessen Lehre, Gesetzgebung und Staatsordnung die Völker beglückt werden sollen.
66. Im himmlischen Sinne 1. Im himmlischen Sinne wird unter dem Namen Gottes ins Eitle oder Weltliche ziehen das verstanden, was Jesus zu den Pharisäern sagte: "Jede Sünde und Lästerung wird dem Menschen vergeben werden, allein die Lästerung wider den heiligen Geist wird nicht vergeben werden." Matth. 12,31+32. Unter der Lästerung des heiligen Geistes wird verstanden, die Lästerung wider die Göttlichkeit oder Leugnung der Göttlichkeit im Menschen Jesus, und In-den-Kot-ziehen der Wahrheit oder Heiligkeit des göttlichen Wortes. Besonders auch das hartnäckige Behaupten des Gegenteils und Handeln wider den Geist der Wahrheit aus Gott, welcher durch das Gewissen sich offenbart und die Wahrheit durch die Inspiration kundgibt. 2. Daß unter dem Namen Jehova oder Vater Ich Jesus als Gott und Mensch oder Gottmensch im himmlischen oder höchsten Sinne verstanden werde, erhellt aus folgenden Stellen der Heiligen Schrift: 3. Johannes 12,28: Ich sprach: Vater verherrliche Deinen Namen! und es kam eine Stimme aus dem Himmel, welche sprach: Ich habe Ihn nicht nur verherrlicht, sondern werde Ihn auch ferner verherrlichen. 4. Johannes 14, 13+14: Alles, was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohne; wenn ihr etwas bitten werdet in Meinem Namen, so werde Ich es tun. 5. Im Gebet des Herrn wird durch "Geheiligt werde Dein Name", im himmlischen Sinne auch nichts Anderes bezeichnet, wenn auch in verschiedenen tiefsinnigen Ausdrücken ausgesprochen. (Siehe Gebetbuch III. Auflage.)
67. Das dritte Gebot Gottes. „Du sollst den Sabbat heiligen.“ (Exodus (2. Buch Mos.) 20, 8; - 5. Mos. 12) Der Name Sabbata heißt "Ruhe" in hebräischer Sprache, somit der Tag der Ruhe von der materiellen Arbeit.
68. Die Ursache, warum die Sabbatheiligung eingeführt wurde. 1. Die Sabbatheiligung nahm ihren Ursprung schon zu Adamszeit (Jahr 919) wie die Haushaltung Gottes darüber berichtet. 2. Als später das Volk Israel in Ägypten war, riß mit der Zeit der Mißbrauch ein, daß es wie die Heiden, keinen Tag mehr heiligen wollte und gedankenlos die Tage des Lebens durchbrachte. 3. Als aber die Zwiesprache zwischen Mir und Moses auf dem Berge Sinai auf die Gedankenlosigkeit der Israeliten kam, und daß sie, wie die Heiden, alle Tage gleich durchleben, meinte Moses, daß, wie es in der Schöpfungsperiode sieben Zeiträume gab, also könnte man einen siebenten Tag bestimmen, wo jede Arbeit ruhen und der Mensch nur an Gott und Geistiges denken sollte, und Ich schrieb die Sabbatheiligung mit eigenen Fingern vor. 4. Für Christen ist die Feier bloß des siebenten Tages in der Woche nicht maßgebend, sondern, so wie Ich jeden Tag arbeite und nie feiere, was ihr täglich an dem Laufe der Sonne, des Mondes, der Sterne, der Erde, an der Wandlung der Natur, in eurem Leben sehet, da ihr täglich esset, trinket, schlafet und wachet und also jeden Tag in gleicher Weise durch Meine Einrichtung begehet, also ist es Mein Wille, daß ihr auch täglich Mir Gott dienet, Mich anbetet, verehret durch Selbstheiligung verherrlichet und nur für Mich und durch Mich für den Nächsten in der Liebe lebet und wachset. 5. Doch soll der Sabbat, als der siebente Tag, obwohl man alle Tage Gott in gleicher Art anbeten, verehren und verherrlichen soll, nicht aufgehoben werden, sondern er bleibt als ein vollkommener Feiertag, wo materielle Arbeit ruhen und nur Geistiges gedacht und gewirkt werden soll; doch sollen auch materielle Werke der Nächstenliebe gewirkt werden, wenn die Umstände dies erheischen, wie Ich Jesus Selber den Wassersüchtigen am Sabbat von seiner Krankheit heilte,(Luk. 14, 1-6) und sagte, daß es für das Wohltun keinen Ausnahmetag gibt, da jeder Tag, ein Arbeitstag im Wirken der göttlichen Liebe ist.
69. Mißverständnis über die Sabbatheiligung bei den Juden. 1. Das Halten des Sabbats war bei den geistestoten Israeliten sehr streng gehandhabt. In folgenden Stellen wird befohlen den Sabbat zu halten: 2. Mose 20,8-11; 23,12 / 5. Mose 12-14 / Jes. 56,4-6 / Jer. 17,22+24+27. — In diesen drei Stellen wird gesagt, wer den Sabbat bricht, soll des Todes sterben: 2. Mose 31,14-16; 35,2 / Hes. 20,11-13. 2. Wie die Tatsache zeigt, hat weder das Volk, noch Moses, noch Aaron den Sinn der geistigen Sprache Gottes, im dritten Gebote verstanden. Im 4. Mose 15,32-36 steht folgende Geschichte: Als nun die Kinder Israels in der Wüste waren, fanden sie einen Mann aus ihrem Geschlechte Holz lesen am Sabbattage. Und die ihn dort gefunden haben, da er Holz las, brachten ihn zu Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde. Und sie legten ihn gefangen; denn es war nicht klar ausgedrückt, was man mit ihm tun sollte. Jehova aber sprach (geistig) zu Mose: Der Mann soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen außer dem Lager. Da führte die ganze Gemeinde ihn hinaus vor das Lager und steinigte ihn, daß er starb, wie Jehova dem Mose gesagt hat. — 3. So geschah es, wegen des nicht Befolgens des Gebotes der Sabbatheiligung. — Allein der Sinn der Worte Gottes war ein anderer, nämlich: "Der Mann soll des Todes sterben" bedeutet: "Ich rechne ihm das zur Sünde, die des Geistes Tod ist;" "daß ihn die ganze Gemeinde steinigen soll außer dem Lager", hatte aber diesen Sinn: "Die ganze Gemeinde soll das Herz gegen den Übertreter des Gebotes verhärten, d.h. nicht mithalten, sondern zu seiner Schande ihn meiden (bis er Buße tut). — In folgenden Beispielen soll der falsche Begriff der Sabbatheiligung bei den Juden beleuchtet werden: 4. Weil das Kochen Arbeit ist, so sollst du am Sabbat auch nicht essen, sondern hungern, denn das Essen ist auch Arbeit der zum Essen gehenden Füße, dann der Hände, des Mundes, des Magens und des Unterleibes; — also lasse auch dein Vieh hungern und dürsten, denn das Füttern und Tränken ist Arbeit. — 5. Sammle nicht im Winter am Sabbat Holz und heize nicht am Sabbat ein, sondern erfriere lieber samt deiner ganzen Familie. Du bist zwar ein Menschen- und Selbstmörder, aber den Sabbat hast du nicht gebrochen, du spazierst nicht wegen Sabbatentheiligung, sondern bloß wegen dem mehrfachen Menschenmord in die Hölle. 6. Wenn dir dein Kind ins Wasser fällt und es ertrinkt ohne deine Hilfe, so lasse es nur ertrinken; denn dadurch hast du den Sabbat nicht entheiligt, aber ein Menschenmörder bist du doch und die Hölle steht offen für dich. 7. Wenn dir ein Ungewitter droht, dein Haus zu beschädigen oder gar zu zerstören, so schaue zu und lasse es geschehen; denn dadurch brichst du den Sabbat nicht, aber ein herzloser Verbrecher und Übeltäter an deiner Familie bist du doch, da du sie dadurch ins Unglück gestürzt hast. — 8. Wenn deine Frau in Geburtsnot kommt, und es droht die Gefahr, es gehen ohne Hilfe Mutter und Kind zu Grunde, so lasse es ruhig geschehen, breche ja nicht die Sabbatsruhe, sondern breche lieber das fünfte Gebot und werde der doppelte Menschenmörder, nur daß du den Sabbat nicht entheiligt hast! — 9. Diese Beispiele sollen dir als die beste Beleuchtung des Mißverständnisses der Sabbatentheiligung dienen. Nicht ruhen und faulenzen sollst du am Sabbat, sondern wachen und beten, dich heiligen und Werke der Liebe zu Gott und den Nächsten üben und wirken, wo du weißt und kannst und wo der Opferaltar Gottes, die da sind die Armen, Kranken und Bedürftigen, dir offen steht, daß du ihnen mit Rat und Tat behilflich bist und ihre Not linderst, ihre Krankheiten heilen hilfst, wenn du kannst, dann heiligst du den Sabbat so, wie Ich dein Vater Jesus, Der Ich Selber am Sabbat den Wassersüchtigen geheilt habe und den Buchstabenhelden des Gesetzes Mosis eine Predigt hielt, daß sie schweigen mußten ob ihrer falschen Deutung des Gesetzes. (Luk. 14, 2)
70. Warum verließen die Urchristen den jüdischen Sabbat und führten den Sonntag ein? 1. Der gesetzliche jüdische Sabbat besteht nach Moses seit 1490, 30. März vor Christo. Die Urchristen aber, weil sie größtenteils aus Heiden sich sammelten, waren mehr für ihren Sonntag (dies solis) eingenommen und haben daher schon im Jahre 120 nach Christo auch den Sonntag angefangen zu heiligen. 2. Der Einwand war da, weil Ich Christus am Sonntag vom Tode auferstanden bin. Allein, das war kein stichhaltiger Grund; denn Ich bin zwar nach dem Sabbat auferstanden, aber der 27. März, als der Auferstehungstag trifft sehr ungleich nach einem Nachsabbat als Sonntag am 27. März ein. Doch es blieb bei der Spaltung, da man den eigentlichen Monatstag der Auferstehung nicht mehr wußte, dadurch auch nicht einführen konnte, und daher geschah es, daß der Sinn des Heidnischen als Unterlage für das Ähnliche bedeutende Christliche diente. 3. Im Jahre 321 erließ endlich Kaiser Konstantin der Große ein Dekret, nach welchem allgemein die Feier des Sonntags statt des jüdischen Sabbats festgesetzt wurde. Er haßte die Juden und alles, was mit ihnen zusammenhing, und sagte: 4. "Dieser Tag soll als besonderer Anlass zum Besten betrachtet werden, weil er der Tag der Sonne, der Tag unseres Herrn ist." 5. Die Kirche, weil damals die römischen Bischöfe noch gehorsame Untertanen der Kaiser waren, mußte dieses Dekret annehmen, obwohl es der Tag der Sonnenanbeter bei den Heiden war, aber damals hat man sich noch nicht getraut, dem Kaiser zu widersprechen oder gar sich zu widersetzen, und so verblieb es bis zum heutigen Tage. 6. Im Jahre 325 nach Christo, dem 20. Regierungsjahr Konstantins des Großen, wurde das berühmte Konzil von Nizäa einberufen. Auf diesem Konzil trat die römische Geistlichkeit mit der Behauptung auf, daß es einen zweiteiligen, aber doch einigen (!) Gott: Vater und Sohn gibt, dem sie nach 56 Jahren auf dem Konzil zu Konstantinopel noch den heiligen Geist zugesellte und so den dreipersönlichen Gott erfand. 7. Konstantin der Große war es, welcher über das Glaubensbekenntnis der Kirche entschied; er befahl nämlich den versammelten Bischöfen, die Dekrete des Konzils von Nizäa als Eingebungen des heiligen Geistes anzusehen. Seit dieser Zeit hat die Kirche dieses Glaubensbekenntnis, welches fast jeden Sonntag in allen orthodoxen Kirchen wiederholt wird, als authentisch erklärt, was aber entschieden nicht wahr ist, weil gerade auf diesem Konzile die Eingebung des heiligen Geistes ausblieb, da die römischen Priester um das Primat der Christuskirche für Rom eintraten und dafür stritten. 8. Diejenigen, welche die Lebensbeschreibung Konstantin des Großen gelesen haben, werden sich erinnern, wie merkwürdig der Charakter dieses sogenannten frommen Unterstützers der kirchlichen Dogmen oder Menschensatzungen war. Er verurteilte seinen eigenen Sohn und seine Gattin Fausta auf grundlosen Verdacht hin zum Tode, verstieß seinen Schwager Licinus und dessen unschuldigen Sohn, und ließ jeden seiner Gegner niedermetzeln. Trotzdem hat ihn die griechische Kirche heilig gesprochen und verehrt ihn mit der römischen Kirche zugleich als den "heiligen Konstantin". — Die römische Kirche fing an, nach und nach recht gewaltig zu werden, indem sie im Jahre 364 auf dem Konzil zu Laodizea gebot, daß jedermann muß den Sonntag beobachten und sprach den Bannfluch über alle diejenigen aus, welche an der Beobachtung des Sabbats des Herrn festhielten und nötigte alle, unter Strafe des Verfluchtwerdens, am Sabbate die alltägliche Arbeit zu verrichten. 9. So verwarf die römische Kirche den von Gott dem Moses angeordneten Sabbat, verfluchte diejenigen, die ihn nach göttlichem Willen feierten und billigten und setzte feierlich den Tag der heidnischen Anbeter der Sonne ein! — In der ganzen Heiligen Schrift findet man kein Wort zur Rechtfertigung dieses frevelhaften und gotteslästerlichen Gewaltstreiches gegen die göttliche Einsetzung des Sabbats, die Jehova mit Seinem göttlichen Finger selbstwillig eingravierte: Du sollst den Sabbat heiligen! (Exodus 20, 8) 10. Die Kirche machte zuerst aus Heiden Christen, dann aus Christen Heidenchristen; daher gedieh die Entfaltung der Sonn- und Feiertage nach und nach zu Tagen, die zum Fressen, Saufen, Unzuchttreiben, und allerlei Widerchristlichem zu begehen, gebraucht werden. 11. Wann die Menschen zur Einsicht und zur Liebe, Demut und Ehrfurcht vor Gott gelangen werden, werden sie wieder und zwar den lebenslänglichen Sabbat durch Erfüllung der göttlichen Gebote feiern und dann wird auch Mein göttlicher Segen auf der Welt ruhen.
71. Swedenborg fragt: Was haben wir eigentlich unter der Bezeichnung "Sabbat" zu verstehen? "Man kann da nicht auf den Buchstabensinn pochen, sondern das Wort im weitesten geistigen Sinn auffassen. Denn der wahre Sabbat des Christen ist weder ein bestimmter Tag in der Woche, als da wäre der Samstag oder Sonntag, noch irgend ein Feiertag, möge er heißen Weihnachten, Neujahr, Dreikönigstag, Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest oder ein anderer Feiertag, sondern er ist vielmehr zu betrachten, als der Tag des Geistes im Menschen, das göttliche Licht im menschlichen Geiste, die aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele, kurz der lebendige Tag des Herrn im Menschen, den er immer mehr und mehr erkennen und heiligen wird, je mehr seine Handlungen aus der wahren Liebe zu Gott und seinen Nächsten entspringen werden." 2. Vater Jesus: Um dieses zu erreichen, sollet ihr Tag auf Tag und fortwährend bis zur Wiedergeburt und Feuertaufe mit dem heiligen Geiste der Liebe, Weisheit und Kraft, auf eure Untugenden, Begierden, Gelüste, schlechten Eigenschaften und Laster Obacht geben und trachten selbe durch Entsagung auf die verschiedenen Freuden der Welt und Entäußerung von allem dessen, was euch zur Materie zieht, in euch vollständig unterdrücken und ausmerzen, damit ihr dann mit Gaben und Gnaden des heiligen Geistes begnadigt werdet, um Kinder Gottes zu werden. 3. Das ist die eigentliche Sabbatheiligung, wie sie bei den Adamiten und in den zehn Geboten auf Sinai gemeint war. 4. Die Heiligung des siebenten Tages aber ist bloß eine Arbeits-Ruhepause nach sechs Tagen, in welcher ihr mehr Zeit gewinnet an Mich zu denken und euch geistig zu heiligen oder geistig zu reinigen von Sünden, die euch zur Materie ziehen und alle eure Gedanken zu heiligen, d.h. sie ganz von der Materie und zu Mir zu kehren; denn Ich bin ein eifriger Bräutigam eurer Seele und dulde das Liebäugeln mit der Materie der Sünde nicht! Entweder ganz Mir dienen, oder ganz der Materie, weil man Mir und Satan zugleich nicht dienen kann, da Ich der Herr im Geiste bin, der Satan aber der Herr in der Materie. 5. Da aber neben dem immerwährenden Sabbat doch auch der siebente Tag der Woche als Ruhe-, Erholungs- und Seelenheiligungstag erwünscht ist, so ist dann Mein Wille, daß ihr sollt den siebenten Tag als Ruhetag doch wieder zurück auf den Samstag übertragen und statt des Sonntags überall gleich feiern durch die Liebe zu Mir und durch die Betätigung in Werken der Nächstenliebe. Wie ihr die Sabbate heiligen sollt, habe Ich euch im Anhange zur heiligen Dreieinigkeit über den Besuch der Kirchen erklärt.
72. Die Sabbatheiligung bei den Israeliten. 1. Der Sabbat war bei den Israeliten ein hochheiliger Tag, weil er den Herrn vorbildete; die sechs Äonen oder Zeiträume waren Arbeiten und Kämpfe mit den Urgeistern in der Weltschöpfung, die siebente Äone stellt den geistigen Sieg des Jehova über sie und so die Ruhe des Herrn dar, und daher wird für jede Äone ein Tag vorbildlich als Werktag und für die siebente Äone der Ruhetag Sabbat dargestellt, an welchem nur für das Heil der Seele gesorgt werden sollte. Aber man beobachtete das Gesetz bloß äußerlich materiell und brachte es auf diesem Wege am Ende so weit, daß man nicht einmal den Herrn des Sabbats erkannte, Ihn, den heiligen Vater, als Er von unendlicher Liebe getrieben, zu Seinen Kindern auf die Erde kam. Er kam wohl in das Seinige; allein die Seinigen waren verweltlicht, darum nahmen sie Ihn nicht auf, stritten mit Ihm, zeugten falsch von Ihm, trachteten Ihm nach dem Leben, und, als Seine Zeit verflossen war und Er es zuließ, ergriffen und kreuzigten sie Ihn! — 2. Der Sabbat stellte auch die Vorbildung der Zeit dar, in welcher Ruhe für das Tägliche herrschen, dafür aber desto mehr für das Ewige gesorgt und gesammelt werden sollte, bis die Erlösung am Kreuze für die Erbsünde erfolgte. 3. Diese Vorbildung fand ihren Abschluss durch Meinen Tod am Kreuze, als Sühne und Erlösung von den alttestamentlichen Vergehungen, (Hebr. 9, 15; Röm. 3, 25) worunter die Erbsünde gemeint ist. (1. Mos. 3, 15) 4. Wie der Sabbat von nun an gefeiert werden sollte, zeigte Ich durch Meine Lebensweise, Worte und Taten; denn durch Mein Auftreten hörte die Vorbildung auf, es begann nun die Feier des Sabbats im Geiste und in der Wahrheit, das heißt durch geistige Sammlung und Seelenspeisung und durch Werke der Liebe zu Gott und den Nächsten. 5. Daß der Sabbat ein Tag zum Unterricht in göttlichen Sachen wurde, ersehet ihr daraus, weil Ich an Sabbattagen in dem Tempel und in den Synagogen lehrte. (Matth. 21, 21; Marc. 14, 49; Joh. 8.2; Marc. 6.2; Luc. 4, 31-33; 13, 10) 6. Als Entsprechung der geistigen Sammlung und Sättigung aus der göttlichen Speisekammer ist das geschichtliche Ereignis zu betrachten, daß, als Ich einmal mit Meinen Jüngern durch ein Saatfeld ging, die Jünger, da sie hungrig waren, die Ähren abrupften und die Getreidekörner aßen, was geistig soviel heißt als, daß man soll in das göttliche Kornfeld der Liebe gehen, dort die himmlische Lehre als Speise der Seele sammeln und einnehmen, um damit den geistigen Hunger mit guter Seelenspeise zu stillen, nach welcher man dann lebt und handelt. (Matth. 12, 1-9; Marc. 2, 23-28; Luc. 6, 1-6) 7. Ich habe am Sabbatstage auch mehrere Kranke geheilt, was bei den Juden streng untersagt war, und worüber sie sich stark aufhielten, aber Ich gab ihnen solche Fragen und Aufklärungen über ihre falsche Anschauungs- und Handlungsweise, was den Sabbat zu heiligen betrifft, gegen ihr Murren und Zanken, daß sie Mir nichts erwidern konnten; Ich bewies ihnen, daß der Sabbat dafür da ist, um den Nächsten Gutes zu erweisen, und sagte ihnen, daß Ich auch der Herr über den Sabbat sei, das heißt, daß Ich der Herr bin, Der den Sabbat zu heiligen befahl, (Matth. 12, 8; Marc. 2, 28; Luc. 6, 5) aber daß sie ihn nicht richtig verstehen zu heiligen; allein sie verstanden Mich nicht, daß Ich ihr Jehova sei, darum zeigte Ich ihnen durch Lehren und Kranke heilen, wie Ich es eigentlich einst gemeint habe, daß der Sabbat geheiligt werden soll. (Matth. 12, 10-14; Marc. 3, 1-9; Luc. 6, 6-12; 13, 10-18; 14, 1-7; Joh. 5, 9-19; 7, 22.23; 9, 14-16)
73. Im geistigen Sinne 1. Wird unter Sabbat heiligen folgendes verstanden: Durch die sechs Arbeitstage der Kampf gegen das Fleisch und seine Begierden, in welchen das Böse und Falsche im Menschen besiegt, unterdrückt und der ganze Gemütscharakter für das Gute und Wahre eingeordnet und eingelebt wird; der siebente Tag, als die Verbindung mit dem Herrn, wird die Wiedergeburt oder die Feuertaufe mit dem heiligen Geiste bezeichnet, weil, wann dies erfolgt, der Kampf mit der Materie aufhört, und die Ruhe der Seele und des Gemüts eintritt. 2. Die Kämpfe des Menschen gegen das Fleisch und seine Begierden, entsprechen, wenn sie richtig geführt und gut ausgeführt werden, den Kriegen Jehovas in der Schöpfung, (4.Mos.21, 14. 15; aufgeklärt im Ev Joh. Ch. VII Kap. 17-21) sowie den Kämpfen desselben in Mir, Jesus, gegen das Böse und Falsche des Fleisches und der Welt. (ChtS. IX Kap. 298, 299; Jes. Kap. 53. 63)
74. Im himmlischen Sinne 1. Wird unter diesem Gebote verstanden: Die Verbindung des Menschen mit seinem Gott und Vater, oder die Erreichung der Gnade für den Eintritt in den Himmel, wo dann die Ruhe und der Frieden im Menschen herrschen. Deshalb wurde Ich Jesus der Friedenstifter genannt, weil Ich der Grund des himmlischen Zustandes im Menschen bin, wo ein wohltuender Friede und Zufriedenheit im Menschen herrschen. Jehova (Jesus) als Friedensfürst, wird in mehreren Stellen der Propheten als solcher bezeichnet: 2. Jesajas 9,5+6: Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter die Herrschaft ruht, Sein Name wird durch 6 Attribute der Göttlichkeit bezeichnet, Wunderbar, Rat, Kraft (oder Gottesgeist), Held, Vater der Ewigkeit, und Fürst des Friedens; Seine Herrschaft und des Friedens wird in Ewigkeit kein Ende sein. 3. Psalm 85,9+11: Jehova wird Frieden zu Seinem Volke reden, Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen. 4. Psalm 55,19: Jehova wird erlösen im Frieden meine Seele. 5. Jesajas 52,7: Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße dessen, der frohe Botschaft bringt und Frieden hören läßt, indem er spricht: Dein Gott ist König! 6. Jesajas 32,17+18: Jehovas Werk ist Friede, Arbeit der Gerechtigkeit, Ruhe und Sicherheit in Ewigkeit, damit sie wohnen in den Zelten der Sicherheit, und in stiller Ruhe. 7. Matthäus 10,12-14 und Lukas 10,5+6: Ich Jesus sagte zu den Siebzigen, die Ich aussandte: Wenn ihr in ein Haus eingehet, so sprechet zuerst: Friede diesem Hause, und wenn darin ein Sohn des Friedens ist, so wird auf ihm ruhen euer Friede. 8. Johannes 14,27: Ich sprach: "Frieden hinterlasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch." 9. Johannes 16,33: Ferner sagte Ich: "Dieses habe Ich geredet, damit ihr in Mir Frieden habet." 10. Johannes 20,19.21.26: Als Ich Jesus am Auferstehungstage Meinen Jüngern erschien, sprach Ich: Friede sei mit euch! 11. Außer diesen Stellen der Heiligen Schrift, wird von dem Zustand des Friedens, in den ihr durch Mich, den Herrn kommen sollt, gehandelt bei Jesajas, Kapitel 65 und 66 und anderwärts.
75. Wie man heutzutage die Sonn- und Feiertage heiligt. 1. Nun kommen wir zur Betrachtung, wie die heutige christliche Welt ihre Sonn- und Feiertage heiligt, um den Unterschied kennen zu lernen zwischen Meinen geistigen immerwährenden Bußesabbat und dem von Priestern eingesetzten heidnischen, die Sonne-Anbetungstage oder Sonntage, als Menschensatzung. 2. Die heutigen Sonn- und Feiertage sind, wie sie nun gefeiert werden, besonders in der römischkatholischen Kirche, wahre Trauertage für Mich und Freudentage für den Satan und seine Höllenteufel. Die ganze kirchliche Zeremonie ist heidnisch und daher antichristlich, dadurch ein Gräuel in Meinen Augen, wie Ich an irrigen Stellen des Alten Testaments kundgab. — 3. Man geht vormittags, Manche auch nachmittags luxuriös und hochmütig, wie ein Pfau angezogen in die Kirche, wohnt der geisttötenden Zeremonie bei, glaubt als gläubiger Christ seine christliche Pflicht getan zu haben und geht so tot im Geiste nach Hause, wie man zur Kirche gegangen ist, weil man die Gedanken und Augen bei dem die Zeremonie aufführenden Priester und an den Luxuskleidern der Anwesenden und nicht im Geiste versunken bei Mir hatte. 4. Je größer der Feiertag, desto größere heidnische Zeremonie in den römischen Kirchen; desto größer der Luxus der parfümierten Kleider, wofür man dann in der Hölle in stinkende Fetzen und halbnackt angezogen herum geht. — Die Messen, wo die haute volee sich einfindet, sind für die Meisten nur Luxuskleider-, Entfaltungs- und Rendezvous-Messen und Großtuerei der Equipagenbesitzer. 5. Ist man einmal aus der Kirche, dann denkt man nicht weiter daran, sondern nur, wie man den Vor- und Nachmittag hinbringen soll. Man denkt an Visiten- und Ausflüge machen und Spazierengehen, wo recht viel Sündhaftes, aber selten etwas Geistiges gesprochen wird. Man denkt ferner an Essen, Trinken, Fahren, Reiten, Musik, Tanzen, Spielen und Saufen, Lügen, Betrügen, politische Vereinsversammlungen und alle möglichen Unterhaltungen, womit der Tag dem Bösen geweiht wird. 6. Eine notwendige Arbeit zu verrichten ist Sünde; Gott zu beleidigen aber nicht. — Der Tag des Herrn sollte zum Anzünden des göttlichen Lichtes im menschlichen Geiste dienen, als die aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele. Dagegen wird gerade dieser Tag zum Freien benützt, und wenn zuletzt die Gemüter erhitzt sind, — auf unzüchtige Geistesverwilderung und für Taten, die ihren Widerhall in der Hölle finden. — Ich sage euch, es gibt keine traurigeren Verlusttage für Mich als eure Sonn- und Feiertage es sind, und keine größere Losgewinnstage für die Hölle, als die Tage, welche bloß für Mich gelebt und gefeiert werden sollten. Darum werde Ich alles wegschaffen müssen, um euch diese Tage, an welchen ihr in den Dienst des Satans, in die Hölle gehet, so umzuändern, daß es euch unmöglich wird, sie bloß für die Freude und Vollfüllung der Hölle zu feiern. 7. Ich hätte noch viel darüber zu sagen, besonders über das Spielen, Fluchen und Mich lästern und Verüben von allerlei Verbrechen am Nächsten an solchen wilden Höllentagen; — aber das Beste ist es doch, daß Ich handle, statt Moralpredigten darüber zu halten, da ihr sonst doch nicht anders werdet. — 8. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß die meisten Sünden an Sonntagen begangen werden; denn wenn die Gemüter erhitzt sind, dann kommt im Rausche der Gemütscharakter des inneren Menschen zur Geltung und da erkennt man an den Ausschreitungen, Rohheiten, Schimpfereien, Streiten, Prügeleien, Tumulten, Verbrechen und anderen Sünden und Lastern, welche Gattung von Höllengeist im Menschen sitzt, der im nüchternen Zustande durch Gesetze und den erzwungenen Anstand in Zügeln gehalten wird. Man erkennt dann aber auch, ob ein höherer Geist im Menschen ist; denn im Rausch gibt sich der Mensch, wie er ist, und da erkennt man bald den herrschenden Gemütscharakter und in welche Geistessphäre er gehört, in die gute oder in die höllische! — Der Rausch ist der Verräter des inneren geistigen Menschen, weil sich der Mensch dann so gebärdet, wie er innerlich ist, wenn er nicht eine besondere Ursache hat, sich selbst im Zügel zu halten.
76. Das vierte Gebot Gottes: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest und es dir wohl gehe auf Erden.“(2. Mos. 20, 12; 5. Mos. 5, 16)
77. Das Gebot in dem vierten Gebote. In dem vierten Gebote wird ganz besonders befohlen, daß die Kinder ihre Eltern lieben, ehren, ihnen dienen, in Allem, was nicht wider Gottes Gebote ist, gehorchen, in geistlichen und leiblichen Nöten beistehen und für sie beten sollen. 1. Über die Kinderpflichten gegen die Eltern haben Propheten und Apostel geschrieben und diese Lehren sind in Ehren zu halten und zu erfüllen, wie folgt: 2. Ehre deinen Vater und deine Mutter; dieses ist das erste Gebot der Verheißung —(Epheser 6, 2) Ehre deinen Vater von deinem ganzen Herzen, und vergiß nicht der Schmerzen deiner Mutter! (Sir. 7, 29) 3. Wer den Herrn fürchtet, ehret seine Eltern und dienet denen als seinen Gebietern, die ihn erzeugt haben. Mit Wort und Tat (und in aller Geduld) ehre deinen Vater! (Sir. 3, 8. 9) 4. Ihr Kinder, seid euren Eltern in allem (was nicht gegen das Gebot Gottes ist) gehorsam; denn daran hat der Herr Sein Wohlgefallen. (Kol. 3, 20) — Kinder, gehorchet euren Eltern im Herrn; denn das ist recht. (Ephes. 6, 1)— Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen (Apg. 5, 29) und Er befiehlt, den Eltern auch zu gehorchen. (2. Mos. 20, 12) 5. Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so soll sie (die Witwe) zuerst ihr eigenes Haus göttlich regieren lernen und ihren Eltern das empfangene Gute zu vergelten; denn das ist wohlgetan und angenehm vor Gott. (1. Tim. 5, 4) — Mein Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an und betrübe ihn nicht, solange er lebt, und wenn seine Sinne abnehmen, so halte es ihm zugute, und verachte ihn nicht in deiner Kraft; denn die Wohltat, die du deinem Vater erzeigt, wird nimmermehr vergessen. (Sir. 3, 14. 15) 6. So ermahne Ich vor allen Dingen, daß ihr zuerst Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen tuet.(1. Tim. 2, 1)
In dem vierten Gebote wird verboten: Den Eltern ungehorsam zu sein, sie zu hassen, zu verachten, zu spotten, zu schmähen oder zu verfluchen, sie in Not zu verlassen oder ihnen zu schaden, worüber folgende Wahrsprüche bestehen: 1. II. Timotheus 3,2+5: Es werden die Menschen sein voll Eigenliebe, habsüchtig, prahlerisch, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, lasterhaft … und solche meide! 2. II. Samuel, Kap. 15-18: Lies die Geschichte Absaloms, des bösen Sohnes Davids. 3. Sprüche 23,22: Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird. 4. Sprüche 30,17: Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das sollen die Bachraben aushacken und die jungen Raben fressen. 5. 3. Mose 20,9: Wer seinen Vater oder seine Mutter fluchet, soll des (geistigen) Todes sterben. Sein Blut (d.h. Verbrechen) sei auf ihm, der seinen Vater oder seine Mutter geflucht hat. 6. 2. Mose 21,15: Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll des (geistigen ) Todes sterben. — Sprüche 28,24: Wer seinen Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist der Genosse eines Räubers.
79. Verheißung Gottes an brave Kinder. 1. Den Kindern, welche dieses Gebot erfüllen, ist langes Leben und Wohlergehen verheißen: 2. 5. Mose 5,16: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir Jehova, dein Gott, geboten hat, auf daß du lange lebest und daß dir es wohl gehe in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
1. Kinder, welche dieses Gebot nicht erfüllen, haben zeitliche und jenseitige Strafen zu befürchten: 2. 5. Mose 27,16: Ehrlos (Moses sagt: „Verflucht“, was entschieden falsch ist, weil Gottes Geist im Menschen wohnt, dessen Braut (die Seele) man nicht verfluchen darf!) sei, wer seinen Vater und seine Mutter nicht ehrt, und alles Volk soll sagen: Amen! 3. Dieses Gebot ist ein heiliges Gebot für jeden Menschen! — Man denke nach, was die Eltern von der Geburt des Kindes an bis zu seiner Versorgung tun und sich plagen und sorgen müssen! — Diese Mühe und Plage und dieses fortwährende Sorgen können die Kinder ihren Eltern nie vergüten. 4. Die römischen Priester kümmern sich wohl wegen Geldverdienst um die Trauung der Brautleute, alles Andere aber, was die Erziehung der Kinder schon vom Mutterleibe her betrifft, ist ihnen Nebensache, erst dann, wenn die Kinder in die Schule kommen, wird die Gotteslehre den Kleinen so beigebracht, wie es die Priester brauchen, um gedankenlose, weil geistig getötete Kirchenläufer zu haben, die bloß das glauben, was die Priester sagen, alles andere aber für antichristlich erklären, und mag es den höchsten göttlichen Stempel der Wahrheit tragen, wenn es mit der Lehre der Priester nicht übereinstimmt. Die Menschen werden von zarter Jugend an von den Priestern geistig getötet, aus eigenem Herzen und Kopf zu denken verhindert, und der Kirche tot im Geiste untergeordnet. Denn die Kirche kann nur solche Gläubige für ihre Zwecke gebrauchen, nicht aber geistig geweckte und selbständig denkende Wesen. Darum verlangt sie unbedingtes und denkloses Glauben an die Unfehlbarkeit priesterlicher Worte. 5. Die Eltern haben in den Kindern eine hohe Verantwortlichkeit von Mir bekommen und Ich werde unverdorbene Wesen von ihnen zurückfordern, welche durch gute geistige Lehren veredelt worden sind. Es fragt sich aber: Wie werden Mir geistig tote Eltern, geistig lebendige, erleuchtete und veredelte Kinder zurückgeben? 6. Es fragt sich ferner: Wie können Eltern, deren Leben und Handeln gegen Meine Lehre verstößt, Mir ihre Kinder zu Engeln erziehen und ausbilden? Sie erhalten wohl aus Meiner Hand unschuldige Wesen, allein die Lebensweise der Eltern entspricht den göttlichen Geboten nicht, und daher erziehen sie ihre Kinder statt zu Engeln — zu boshaften Teufeln. — Und was die Eltern nicht vollführen, dazu verhilft manche Menschensatzung in der geistigen Lehre, sowie die große Weltlichkeit in Schulen, Geboten und Einführungen. (Lies auch ChtS. III, Kap. 211) 7. Im weiteren Sinne, wenn die Eltern des Kindes tot sind, müssen die Vormünder, welchen die Mündel untergeordnet sind, geehrt und muß ihnen gehorcht werden. 8. Politisch ist die Liebe und Verehrung des eigenen Vaterlandes, welches euch nährt und beschützt, auch inbegriffen uns also auch der Gehorsam gegen die gute Obrigkeit, die väterlich für ihre Untertanen sorgt; denn so lehrte Ich Jesus, weil was gut ist, das kommt von Gott, was aber nicht gut ist, das ist nicht von Gott.
81. Vergehen gegen das vierte Gebot: Verweigerter Gehorsam gegen gottesfürchtige Eltern; den Kindern alles gewähren; zu jugendliches Verliebtsein dulden; Gehorsam gegen Eltern, welche die Kinder Böses tun oder stehlen lehren, den Eltern Böses tun, die Eltern mißhandeln, verletzen, töten; eigene Familie aus eigenem Verschulden, Sauf- oder Spielsucht, Arbeitsscheu und dergleichen Untugenden, Hunger und Not leiden lassen.
82. Eine Stelle aus der geistigen Sonne. 1. Das vierte Gebot lautet ganz materiell, die Verheißung ein langes Leben und Wohlergehen nur auf Erden, allein diese Worte sind doppelsinnig, es gilt zwar als nur für das irdische Leben, aber der Haupt- und eigentliche Sinn des Gebotes ist rein-geistig, weil es vom Geiste Gottes herstammt. Der geistige Sinn aber lautet: 2. Kinder! Gehorchet der Ordnung Gottes, welche ausgeht aus Seiner Liebe und Weisheit (d.i. Vater und Mutter), auf daß ihr lange lebet auf Erden unter Wohlergehen. 3. Was versteht man unter "langes Leben", und was ist dagegen "ewiges Leben"? — Das lange Leben bezeichnet das Leben in der Weisheit; und es wird unter "lang" nicht die Dauer, sondern die Ausbreitung und die stets größere Mächtigwerdung des Lebens verstanden; denn das Wort oder der Begriff "Leben" schließt ja schon für sich die ewige Dauer ein. Aber das Wort "lang" bedeutet ja durchaus keine Dauer, sondern nur eine Ausbreitung der Lebenskraft, mit welcher das lebende Wesen stets mehr und mehr in die Tiefen des göttlichen Lebens langt, und eben dadurch sein eigenes Leben stets vollkommener, fester und wirksamer macht. — Dieses hätten wir; aber das Wohlergehen auf Erden was besagt denn das? Nichts Anderes, als das Sich zu eigen machen des göttlichen Lebens; denn unter dem Wort "Erde" wird hier das Eigenwesen verstanden, und das Wohlergehen in diesem Wesen ist nichts Anderes, als das freie Sein in sich selbst nach der sich völlig eigengemachten göttlichen Ordnung. — Daraus ist zu ersehen, daß dieses Gesetz völlig rein geistiger Art ist.
83. Im geistigen Sinne 1. Im geistigen Sinne bin Ich Jesus nach der christlichen Theosophie euer Gott und Vater, weil Ich die Seele erschaffe, wie sie sein muß, und nur Ich ihr die Intelligenz gebe, daß sie den Menschenleib nach ihrer eigenen Gestalt und nach der, wie die Hauptmerkmale der Eltern sind, besonders das Antlitz der Mutter und des Vaters mit ihrer Willenskraft nachbildet. 2. Gott aber ist auch die Mutter des Menschen, denn durch die Lehre Gottes wird der Mensch geistig aufgebaut und ausgebildet zu einem Geistmenschen, wie er durch das Blut und die Pflege der irdischen Mutter zu einem Fleischmenschen empor gebildet wird. 3. Darum sagte Ich Jesus zu Meinen Jüngern: Ihr sollet niemanden auf Erden euren (geistigen) Vater nennen; denn das ist nur Einer und Der ist im Himmel.( Matth. 23, 9) Daß dies richtig ist, beweist das Vaterunsergebet: Vater unser, der Du bist im Himmel (unserer Dich liebenden Herzen), geheiligt werde (durch Befolgung Deiner Gebote und durch die Liebe unserer Herzen) Dein Name. 4. Daß unter der Mutter im geistig-irdischen Sinne die Leitung der Gläubigen, welche das Wort Gottes lehrt und zergliedert und geistige Aufklärung gibt, zu verstehen sei, entnehmet ihr aus folgenden Stellen der Bibel: 5. Hosea 2,2+5: Sprechet Urteil über eure (falsche) Mutter (sagt Jehova), sie ist nicht Mein Weib und Ich nicht ihr Mann, (sie lehrt nicht Meine göttliche Lehre, sondern ihre von Menschen aufgestellten Satzungen, die sie für, vom heiligen Geist eingegebenen Lehre ausgibt). 6. Jesajas 50,1: So spricht Jehova: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, die Ich entließ, (da sie auch Falsches lehrte). … Siehe, Ihr seid, um eurer Sünden willen verkauft, und eure Mutter (die euch Falsches lehrt) ist wegen eurer Übertretungen euch gelassen. — 7. Hesekiel 16,45: Du bist Deiner (falschen) Mutter (schlechte) Tochter (oder schlechte Lehre), welche ihren Mann (Gott als Leitung) und Kinder (göttliche Lehren) von sich stößt, und bist eine Schwester deiner Schwester (eine Menschensatzung der Menschensatzungen) die ihre Männer (Gottes Leitungen) und Kinder (d.h. göttliche Lehren) von sich stoßet (sich nicht darnach richtet). 8. Hesekiel 19,10: Deine Mutter (oder leitende Kirche) war wie ein Weinstock (wie die Liebeslehre gebärender Lebensstock), gleich wie du am Wasser (an der Lehre der Weisheit Gottes) gepflanzt; und seine Reben (oder Jünger) und Frucht (deren Liebeswerke) wuchsen von dem großen Wasser (von der Liebeslehre der Weisheit Gottes Jesus). 9. Entscheidender Beweis aus den Evangelisten: Ich Jesus streckte Meine Hand über Meine Jünger aus und sprach: Meine Mutter und Meine Brüder und Schwestern sind diese, die den Willen Meines Vaters im Himmel tun.( Matth. 12, 48. 50; Marc. 3, 33-35; Luc. 8, 21)
84. Gott ist die geistige Sonne, die Liebe, der Vater des Himmels; die Erde aber ist dem entsprechend die materielle Mutter als Gebärerin der Ideen göttlicher Weisheit. 1. Swedenborg schreibt: Man muß festhalten, daß vom Herrn fortwährend eine göttliche Sphäre himmlischer Liebe gegen Alle ausgeht, welche die Lehre Seiner Kirche (Die Kirche des Herrn, in der Er wohnt, ist keine andere Kirche als die Liebe im Herzen der Menschen.; 1. Kor. 1. 13: 1. Petri 4, 8; 1. Joh. 5, 2; Luc.7, 47; ChtS. 10 c, 24; Matth. 22, 37-40) annehmen, und welche, wie die Kinder in der Welt dem Vater und der Mutter, Ihm gehorchen, sich zu Ihm halten, und von Ihm ernährt, daß heißt unterrichtet werden wollen; aus dieser himmlischen Sphäre entsteht die natürliche Sphäre, nämlich die der Liebe zu den kleinen und größeren Kindern, welche ganz allgemein ist, und nicht nur die Menschen, sondern auch die Vögel und die wilden Tiere, bis zu den Schlangen herabreicht, und nicht bloß das Beseelte, sondern auch das Unbeseelte ergreift. 2. "Damit aber der Herr auf diese, wie auf das Geistige einwirke, hat Er die Sonne erschaffen, welche in der natürlichen Welt wie der Vater, die Erde aber wie die Mutter sein sollte; denn die Sonne ist wie der gemeinsame Vater, und die Erde wie die gemeinsame Mutter, und aus ihrer Ehe entstehen alle Keime und Sprossen, welche die Oberfläche der Erde zieren; aus dem Einfluß jener himmlischen Sphäre entstehen jene wunderbaren Entwicklungen der Vegetation vom Samen zu den Früchten und zu neuen Samen; daher kommt auch, daß es mehrere Gattungen von Gewächsen gibt, welche bei Tag sozusagen ihr Gesicht der Sonne zuwenden, und es abwenden, wenn die Sonne untergeht; daher kommt auch, daß es Blumen gibt, welche beim Aufgang der Sonne sich öffnen, und beim Niedergang sich schließen, daher kommt ferner, daß die Singvögel in der ersten Frühe lieblich singen, und in gleicher Weise, nachdem sie von der Erde, ihrer Mutter, genährt worden sind; so ehren diese und jene, ihren Vater und Mutter." 3. "Alle diese Dinge sind Zeugnisse, daß der Herr durch die Sonne und die Erde in der natürlichen Welt für alle Notwendigkeiten des Lebendigen und Leblosen sorgt; weshalb es bei David heißt: "Lobet Jehova aus den Himmeln, lobet Ihn, Sonne und Mond, lobet Ihn von der Erde her, ihr Walfische und Abgründe, lobet Ihn, Fruchtbäume, alle Zedern, das Wild und jegliches Tier, das Kriechende, und der beflügelte Vogel; die Könige der Erde, und alle Völker, Jünglinge und (Ps. 148, 1-12)Jungfrauen," und bei Hiob: "Frage nur die wilden Tiere und sie werden es dich lehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden dir's verkündigen, oder das Gesträuch der Erde, und es wird dich unterrichten, und es werden dir es erzählen die Fische des Meeres; wer von diesen allen weiß nicht, daß die Hand Jehovas Solches gemacht (Hiob 12, 7-9) hat? — Frage, und sie werden lehren, bedeutet: schaue, merke auf, und urteile daraus, daß Jehova sie erschaffen hat."
85. Im himmlischen Sinne 1. Im himmlischen Sinne wird unter Vater, Gott und Schöpfer Jesus Christus, Jehova Zebaot verstanden, und unter der Mutter die Gemeinschaft der Kinder Gottes, unter welcher Seine, durch den ganzen Erdkreis verbreitete echte Lehre und deren Vertretung (als wahre Kirche) verstanden wird. Daß Jesus der Vater ist zeigen folgende Beweisstellen aus der Heiligen Schrift: 2. Jesajas 9,5: Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, dessen Name ist: Schöpfer, Weisheitsrat, Gotteskraft, Held, Vater von Ewigkeit und Friedensfürst. 3. Jesajas 63,16: (Jehova) Du unser Vater, Abraham kennt uns nicht, und Israel erkennt uns nicht; also Du Jehova bist unser Vater, unser Erlöser ist von Ewigkeit Dein Name. 4. Johannes 14,7-11: Philippus sagte zu Jesus: Herr, zeige uns den (Gott) Vater, und Jesus spricht zu ihm: Wer Mich sieht, der sieht den Vater, wie magst du noch sagen, zeige uns den Vater, glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist. 5. Johannes 12,45: Wer Mich (Jesum) sieht, der sieht den (Gottvater), der Mich gesandt hat. 6. Johannes 10,30: Ich (Jesus) und der Vater (Jehova) sind Eins. 7. Daß unter der Bezeichnung "Mutter" im geistigen Sinne die Liebesgemeinschaft der Kinder Gottes verstanden wird, erhellt aus folgenden Stellen der Heiligen Schrift: 8. Offenbarung 19,7+9: Es kommt die Zeit der Hochzeit des Lammes, und Sein Weib (die Liebe) hat sich bereitet; selig, die zum Mahl der Hochzeit des Lammes berufen sind. 9. Offenbarung 21,2: Ich (Johannes) sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem (die Liebesgemeinde der Kinder Gottes), zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 10. Offenbarung 21,9-10: Der Engel sprach zu Johannes: Komm! ich will dir Braut, des Lammes Weib (welche ist die göttliche Liebe), zeigen, und er zeigte die heilige Stadt Jerusalem (welche ist die Liebesgemeinde der Hochseligen oder der Kinder Gottes). 11. Daß unter dem neuen Jerusalem die Liebesgemeinschaft der Auserwählten oder der Kinder des Himmels verstanden wird, erhellt aus den Evangelisten: Es kamen die Jünger Johannes zu Jesus und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so oft, und Deine Jünger fasten nicht!? und Jesus antwortete ihnen: Können wohl die Hochzeitsgäste fasten und trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird schon eine Zeit kommen, wo ihnen der Bräutigam wird entzogen werden, alsdann werden sie fasten. (Matth. 9, 14; Marc. 2,18; Luc. 5, 33; Joh. 14, 20) 12. Ich Jesus nannte Mich hier den Bräutigam, wie im neuen Jerusalem, also waren es eben Meine Jünger, welche die Liebesgemeinde oder das neue Jerusalem vorstellten. Diese waren die Kinder der Liebe, oder Kinder Gottes, wie Ich Mich beim letzten Abendmahl ausdrückte: Dann werdet ihr einsehen, daß Ich in Meinem Vater (oder in Meiner Liebe) bin, und ihr in Mir seid, und Ich in euch bin, d.h., daß die Jünger in Meiner Liebe sind, und daß Ich tatsächlich als Geist der Liebe Gottes in ihnen wohne. 13. Durch die Bezeichnung "Neues Jerusalem" ist die Gemeinde Meiner Liebeslehre gemeint, in dieser Gemeinde oder in den Kindern, welche durch Meine Liebeslehre zu Kindern Gottes, zu Auserwählten geworden sind, wie einst Meine Jünger es waren, sagte Ich, daß Ich in ihnen bin, sie sind Meine Wohnung oder das Haus des Herrn oder die echte Kirche Gottes. Ich Christus sagte nie, daß Ich in einer gebauten Kirche wohne, sondern in Menschen, als in einem Hause der Liebe. 14. Darum erkläre ich hier den Sinn des Wortes "Kirche": Urwort lautet "kiri-ka" und dies bedeutet "Herrn- oder Gotteshaus", kyrios griechisch "Herr", metathetisch "Gott"; ca geographisch, dann irisch, gälisch (urgermanisch) "Haus" und ka in kota sanskritisch, Hütte d.i. ka-uta "Haus-klein", vergleiche dazu lat. ca-sa "Haus-klein) und uzzo italienisches Wortverkleinerungssuffix. 15. Daraus erhellt, daß die wahre Kirche Gottes die Liebe ist und ein Herz, das voller Liebe zu Gott und den Nächsten flammt. Diese Kirche, und nicht eine aus Stein oder Holz gebaute, ist Braut, Weib und Mutter Jesu im himmlischen Sinne. Die geistigen Kinder, die aus dieser Jesuliebesehe geboren werden, d.h. die durch Meine echte Lehre zu einem Haus Gottes, der Liebe in ihrem Herzen werden, heißen Söhne der Hochzeit, Kinder Gottes, vom Jesus Geborene.
86.Fünftes Gebot Gottes: Das fünfte Gebot lautet: „Du sollst nicht töten! — weder Menschen, noch dich selbst durch den Selbstmord; also auch nicht aus Genussucht, Unterhaltung oder Mutwillen das Leben der Tiere und Pflanzen, da Ich euer Gott und Vater selbe erschuf, sie erhalte und Ich überall vertreten bin.“(2. Mos. 20, 13; 5. Mos. 5, 17. - Über die Rechtschreibung töden statt töten, siehe die Zeitschrift „Die Liebe“ 1, 63 nach!)
87. Was wird durch das fünfte Gebot verboten? Durch das fünfte Gebot wird verboten, weder jemand anderen noch sich selbst zu beschädigen, noch zu töten oder zu ermorden. 1. Moses 9,5: Denn auch das Blut — euer Leben, will Ich fordern. Von jedem Tiere will Ich es fordern; und von dem Menschen, von dem Einen und dem Anderen will Ich das Leben des Menschen fordern. |